Rezension Heavenly Delusion Band 3

Maru und Kiriko müssen sich im dritten Band von Heavenly Delusion durch die Ruinen Tokyos kämpfen und kommen dabei nicht nur einmal in eine lebensgefährliche Situation. Auch im Institut wird die Gefahr, in der die Kinder schweben immer größer.

Heavenly Delusion hat mich seit dem ersten Band gepackt und ich mag es, wie der Mangaka eine Spannung aufbaut und mit Mystery-Elementen spielt. Auch mit Erzählweise und Artstil kann sich die Reihe von anderen Manga absetzen.

In der Rezension versuche ich, auf große Spoiler zu verzichten, bedenkt aber bitte, dass ich manchmal auch wichtige Teile der Handlung erzählen muss, um meine Meinung verständlich zu reflektieren. Wollt ihr sicher gehen, nicht gespoilert zu werden, interessiert euch aber für die Reihe, schaut in meine Rezension zu Band eins rein.

ECKDATEN ZUM MANGA

Text&Zeichnungen: Masakazu Ishiguro
Originaltitel: Tengoku Daimakyou
Kategorie: Seinen | Genre: Science Fiction
Verlag: Manga Cult
Preis: 10,00 € | Großformat

Mehr Informationen zum Titel & Leseprobe

Worum geht’s?

Maru und Kiriko sind inzwischen in Tokyo angekommen und kämpfen sich auf der Suche nach einem Hinweis über den “Himmel” durch die Stadt. Leicht ist das Ganze nicht und schnell merken sie, dass die Gefahr nicht nur von Menschenfressern ausgeht. Im Institut geht derweil eine rätselhafte Krankheit um und auch die Gefahr, in der die Kinder schweben, scheint immer größer zu werden.

Wie war’s?

Der dritte Band von Heavenly Delusion kann nahtlos an seine Vorgänger anknüpfen. Die Geschichte bleibt spannend und der Mangaka liefert nur häppchenweise neue Informationen, während er gleichzeitig neue Fragen aufwirft. So schafft er es, den Leser an der Stange zu halten.

In der Außenwelt haben es Maru und Kiriko nicht leicht und es scheint zunächst, als würde die Gefahr nicht unbedingt von den Menschenfressern ausgehen, sondern von ihnen feindlich gesinnten Räubern und wilden Tieren. Zum Ende wird es noch einmal brenzlich und sie geraten in eine aussichtslos scheinende Lage, die zumindest für einen der Beiden in einem Desaster zu enden droht. Gleichzeitig macht Maru eine geheimnisvolle Neuentdeckung, was seine Fähigkeit anbelangt. Er scheint nicht nur Menschenfresser töten zu können, sondern auch Menschen.

Im Institut rund um Tokio und die anderen Kinder wird derweil deutlich, dass auch in den schützenden Mauern das Überleben nicht unbedingt sicher ist. Tarao stirbt an einer rätselhaften Krankheit und hinterlässt die anderen Kinder mit Trauer und die Erwachsenen mit Fragen. In den Gesprächen sickert durch, dass in dem Heim nicht alles mit rechten Dingen zugeht und mehr hinter den Kindern steckt, als es auf den ersten Blick scheint. Zudem wird es eng für Tokio, denn ihr Abenteuer aus dem ersten Band, bei dem sie eine geheimnisvolle Entdeckung gemacht hat, kommt durch eine kleine Fahrlässigkeit ans Licht. Gleichzeitig wird Tokio von Albträumen geplagt, die mit einem Kind zusammenhängen zu scheinen, welches sich vor einiger Zeit im Institut umbrachte.

Einen größeren Raum nehmen in diesem Band die Romantik und ein Hauch von Erotik ein. Sowohl Maru als auch Tokio fühlen sich zu einem anderen Mitmenschen hingezogen und tun sich schwer, diese Gefühle im Verborgenen zu halten. Auch hier wird es spannend zu sehen sein, wohin das Ganze schließlich führt.

Die Balance zwischen den beiden Erzählsträngen im Institut und außerhalb wird von Band zu Band besser und zum ersten Mal war es jetzt sogar der Fall, dass ich den Erzählstrang im Institut durch die neuaufgeworfenen Fragen und kleinen Wissenshäppchen spannender fand als die Szenen Draußen. Die Übergänge bleiben zwar harsch, inzwischen hat man sich als Leser aber daran gewöhnt und lässt sich davon nicht mehr so schnell aus dem Konzept bringen.

Ishiguros Zeichenstil ist einfach gehalten und der Mangaka setzt auf klare Linien und Formen sowie Schwarz-weiß-Kontraste. Die einzelnen Panels sind klar voneinander abgetrennt und von unterschiedlicher Größe. Dem Geschehen kann man auch in diesem Band wieder gut folgen. Getappt bin ich allerdings in eine Falle. Ob es gewollt war oder nicht, da bin ich mir nicht sicher. Auf jeden Fall hat sich ein Charakter, den ich über zwei Bände für männlich gehalten hatte, dieses Mal als weiblich herausgestellt.

Fazit & Bewertung

Heavenly Delusion bleibt für mich ein echter Underdog auf dem Mangamarkt und ich kann nur jedem empfehlen, mal in die Reihe hineinzuschauen, auch wenn der Zeichenstil einen vielleicht auf den ersten Blick nicht zusagt. Die Reihe überzeugt mit viel Spannung, starken Mysteryelementen und kleinen Twists. Durch den Erzählstil und die Zeichnungen schafft es die Reihe, sich zudem von anderen Serien abzusetzen.

Ich bin schon ganz gespannt, wie es im vierten Band weitergehen wird, auch wenn es jetzt erst einmal warten heißt, da wir zum japanischen Stand aufgeholt haben.

Weitere rezensierte Bände der Serie:
Band 1
Band 2

Vielen Dank an Manga Cult für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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