Rezension Home Sweet Home Manga

Wer ist der Feind, der Japan seit fünf Jahren in Atem hält? Diese Frage müssen sich die Schüler auf der kleinen Insel Aoshima stellen, nachdem der Krieg von einen auf den anderen Tag vor ihrer Haustür steht.

Home Sweet Home versetzt einen schon vor dem Lesen in eine gewisse Traurigkeit. Es ist das erste und einzige Werk, bei dem die Mangaka Yu neben den Zeichnungen auch die Story erschuf. Im Juli 2017 verstarb die Mangaka, die vor allem für die Zeichnungen zur Manga-Adaption des Anime Ame & Yuki bekannt war, an einer Herzinsuffizienz.

Ihr letztes Werk umfasst insgesamt vier Bände und wurde hierzulande von Tokyopop lizenziert.

ECKDATEN ZUM MANGA

Text&Zeichnungen
: Yu
Originaltitel: Gojikanme no Sensou
Zielgruppe: Seinen | Genre: Science-Fiction, Drama
Verlag: Toykopop
Preis (Ebook-Version): 4,99€ , Printausgabe: 6,95€

Worum geht es?

Seit fünf Jahren herrscht in Japan Krieg gegen einen Feind, den niemand zu kennen scheint. Ein Krieg von der Saku Futami bislang wie auch seine Klassenkameraden auf einer abgelegenen Insel im Süden nur wenig zu spüren bekam. Das aber ändert sich mit einem Tag schlagartig. Plötzlich steht Krieg auf dem Stundenplan und der Lehrer eröffnet ihnen, dass jeden Freitag in der fünften Stunde ausgewählte Schüler der Klasse auf das Festland geschickt werden, um an der Front zu kämpfen. Von dieser Regal ausgeschlossen sind Saku und Miyako, denen es nicht erlaubt wird, in den Krieg zu ziehen.

Meine Meinung

Home Sweet Home überzeugt mit einer interessanten Mischung aus Science-Fiction, Drama und Romance. Der Manga wirft im ersten Band viele Fragen auf, die den Leser auch über eher schlappende Kapitel hinwegtragen. Man fragt sich, wieso ausgerechnet Saku und Miyako nicht in den Krieg ziehen dürfen? Wer sind überhaupt diese seltsamen Gegner und aus welchem Grund lungert plötzlich ein sprechender Stoffhase in der Nähe der Kinder herum. Zudem gibt es ein interessantes Konzept, in dem die Kinder nicht auf natürlichem Weg geboren werden, sondern den Bewohnern durch einen Gott “geschenkt” werden.

Mit dem Thema Krieg geht Home Sweet Home gefühlvoll um. Der Fokus liegt dabei nur selten auf dem eigentlichen Kriegsschauplatz auf dem Festland, sondern Yu konzentriert sich vielmehr auf die Gefühle und Gedanken der Zurückgebliebenen auf der Insel. Dem Hoffen und den Bangen. Auch schwingt immer eine gewisse kindliche Naivität mit, was die Charaktere glaubhaft macht. Durch den Fokus auf die Insel gibt es insgesamt auch relativ wenige blutige Szenen. Dennoch ist es auf keinen Fall ein Manga für zarte Gemüter und gerade die beiden letzten Bände haben es in sich, denn nicht für alle Kinder wird der Krieg gut enden und ein großes Happy End gibt es nicht.

Einen großen Raum nimmt in dem Manga auch das Gefühlsleben der Schüler*innen und die erste Liebe ein. Die wird dabei mit genug Tiefe dargestellt.

Leider wirkt der Manga an einigen Stellen auch ein wenig sprunghaft und es gibt gerade in der Auflösung ein paar Logiklücken und war für mich nicht ganz zu Ende geplant oder ausgeschöpft. Die grundsätzliche Auflösung des Gegners fand ich allerdings sehr spannend.

Die Charaktere sind von Yu gut dargestellt worden, wenn auch der Fokus klar auf Saku und Miyako liegt und sie entsprechend mehr Raum und Tiefe spendiert bekamen. Ihre Handlungen sind nachzuvollziehen und in meinen Augen verhalten, wenn auch gerade Miyako oft sehr naiv wirkt, ihres Alters entsprechend. Etwas schade ist es, dass es keine klare Linie bei der Benennung gibt. Mal werden die vielen Charaktere mit Vornamen angesprochen, mal mit Nachnamen und ab und an sogar mit ihrem Spitznamen. Da fiel gerade zu Beginn die Zuordnung doch ein wenig schwerer.

Der Zeichenstil von Yu dürfte einigen von der Manga-Umsetzung von ” Ame & Yuki – die Wolfskinder” bekannt vorkommen. Er ist eher niedlich gehalten und verfügt über weiche Striche. Steht damit also eigentlich im Kontrast der eher düsteren Thematik. Den Panels kann der Leser einfach folgen und sie sind klar ausgearbeitet. Der Textanteil im Manga hält sich in Grenzen, weshalb er sich auch für Einsteiger sehr gut lesen lässt.

Fazit & Bewertung

Home Sweet Home hatte für mich viele gute Ansätze, aber auch einige Schwächen in der Umsetzung. An einigen Stellen hätte ich gerne mehr über den “Krieg” erfahren und oft schien es, als würden wir uns in Nebensächlichkeiten verlieren. Die Auflösung war spannend, hatte aber zugleich ein paar kleine Logiklücken.

Wer sich daran nicht stört, bekommt ein gefühlvolles Werk mit klaren Zeichnungen und wenig Text serviert, der perfekt ist für Lesefaule und Mangaeinsteiger.

Home Sweet Home” und viele weitere Manga-Titel findet ihr auf der Comic-Plattform izneo. Dort, wie auch hier unter dem Beitrag, steht euch auch eine kostenlose Leseprobe zur Verfügung. So könnt ihr in Ruhe in den Titel hereinschnuppern. Ihr könnt izneo auf allen Geräten die iOS oder Android unterstützen herunterladen sowie über den Browser besuchen. Neu ist zudem eine Nintendo Switch-App.

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