Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

Rezension - Idol x Me Band 1

Idol x Me (Band 1)

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Junko ist in Deutschland inzwischen ein bekannter Mangaka-Name und von der Autorin sind bereits einige Titel bei Kazé und Tokyopop erschienen. Der Großteil davon ist im Boys-Love-Genre, aber auch Shojo-Romancen sind ein Standbein von Junko. Nach Küss ihn, nicht mich! folgt nun der zweite Shojo-Titel der Mangaka in Deutschland.

Idol x Me erschien in Japan unter dem Namen Wota⇄Doru: Oshi ga Watashi de Watashi ga Oshi de vom Juni 2019 bis zum September 202 in der Bessatsu Friend von Verlagsriese Kodansha. Der Titel ist in vier Bänden abgeschlossen.

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Text&Zeichnungen: Junko| Originaltitel: Wota⇄Doru: Oshi ga Watashi de Watashi ga Oshi de  | Übersetzung: Stefanie Probst| Verlag: KAZÉ Manga | Zielgruppe: Shojo| Genre: Romance, Comedy | Preis: 6,50€ |  Weitere Informationen

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Wie war’s?

Azusa Azahina ist ein treuer Fan von Chika, dem charismatischsten Mitglied der Idolgruppe Prince4U. Und wie alle treuen Fans unterstützt sie die Gruppe auf jede erdenkliche Weise, kauft alle Merchandise-Artikel, lernt alle Lieder und Routinen und geht zu allen Konzerten. Doch beim aktuellen Live-Konzert geht auf der Bühne etwas schief, und als ein Teil des Equipments auf ihre geliebte Chika stürzt, wirft sie sich nach vorne, um ihn aus dem Weg zu stoßen. Als sie die Augen wieder öffnet, sind sie und Chika im Himmel. Sind sie tot?!

Gott sagt ihnen, dass es sich um einen Irrtum handelt, dass es noch nicht an der Zeit ist zu sterben, und dass er sie auf die Erde zurückbringen wird. Im nächsten Moment sind sie wieder auf der Erde. Das Ereignis bleibt aber nicht ohne Folgen: Sie stecken im Körper des jeweils anderen. Wie gut, dass Azusa so ein riesiger P4U-Fan ist, denn sie kennt alle Lieder und Tanzschritte …

Körpertauschgeschichten zwischen Jungen und Mädchen sind in Manga und Anime schon seit einiger Zeit beliebt. Ob Humor, Romantik oder beides. Oft fallen die Geschichten aber in die Falle von Klischees und insbesondere im Shonenbereich erhält man viel Fanservice-Storytelling.

Junkos Herangehensweise an das Thema ist nicht unbedingt neu, aber sie liefert dennoch einen erfrischenden Auftakt in die Kurzreihe. Die Erzählweise der Mangaka ist unbeschwert und leicht und sie schafft es dem Klischee “Oh, ich bin jetzt im Körper eines Mädchens/Jungen, ich sollte mal sehen, wie ich nackt aussehe” zumindest im ersten Band völlig aus dem Weg zu gehen.

Im ersten Band ist eine Menge los. Eine einseitige Kindheitsliebe, von der Azusa nichts weiß, der Körpertausch. Der Schrecken eines Idols, das in ein Schlafzimmer kommt, das vom Boden bis zur Decke mit seinem Gesicht zugekleistert ist und eine einfallsreiche Azusa, die ihr Fangirl-Wissen einsetzt, während sie in Chikas Körper auftritt. Die beiden wechseln zwischen ihren Körpern hin und her. Um die Sache noch komplizierter zu machen, spürt Fumi, Azusas treuer Freund aus Kindertagen, dass mit seiner Klassenkameradin etwas nicht stimmt.

Azusa weiß alles über Chika, aber nicht umgekehrt, was viel Raum für Missgeschicke und Missverständnisse bietet.

Während das schnelle Tempo in einigen Momenten der Reihe gut tut, kann sie aber auch zu einem zweischneidigen Schwert werden. Manchmal tauchen Charaktere wie aus dem Nichts auf oder Szenenwechsel geschehen ein wenig zu schnell.

Im Auftakt der Geschichte steht bisher vor allem Azusa als Protagonisten im Vordergrund, egal ob sie in ihrem Körper steckt oder nicht. In diesem ersten Band erfahren wir eine Menge über sie und ihr tägliches Leben. Man bekommt einen detaillierten Blick in ihre Umgebung, lernt ihren Kindheitsfreund und Nachbarn sowie dessen Familie kennen.

Das wichtigste, was wir über Chika erfahren, ist indes, wo er wohnt. Sowohl hinter den Kulissen als auch in Azusas Körper sehen wir, dass Chika wirklich ein etwas stoischer Typ ist, viel über seine Persönlichkeit und Vergangenheit bleibt aber noch im Dunklen. Eine Tatsache, die ihn gleichzeitig noch etwas flach erscheinen lässt, aber viel Raum für Entdeckungen in den Folgebänden lässt.

Junkos Zeichenstil passt dabei perfekt zu der leichten und hellen Stimmung in dem Manga. Mal ist er elegant, mal dominiert die komische, überdrehte Mimik. Mit ihren Charakterdesigns heben sich die beiden Hauptfiguren unter ihresgleichen ab. Ihre Persönlichkeiten sind sehr unterschiedlich, und ihre Interaktionen, während sie im Körper des jeweils anderen stecken, spielen eine große Rolle für den Humor der Serie und lassen sich schnell der jeweiligen Figur zuordnen.

Für Fans von Küss ihn, nicht mich! gibt es als zusätzlichen Bonus eine Kurzgeschichte über Kei und Mutsumi.

Kazé bringt den Manga im Taschenbuchformat auf den Markt. Auf Extras wie Farbseiten müssen die Fans allerdings verzichten.

Fazit

Idol x Me ist ein lustiger Body-Swap-Manga mit einem witzigen Sinn für Humor. Junko weiß genau, wie ernst oder nicht ernst jede Situation zu nehmen ist.

Junko versteht definitiv, dass einer der großen Reize einer guten Body-Swap-Geschichte nicht nur darin besteht, dass zwei Charaktere als der jeweils andere agieren müssen, sondern auch darin, dass es am Ende viel über das wahre Selbst der Charaktere verrät.

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Bei diesem Manga handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir freundlicherweise von KAZÉ-Manga zur Verfügung gestellt worden ist. Vielen Dank dafür!

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