Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

Look Back - Manga Rezension

Look Back

Tatsuki Fujimoto ist vor allem für seine erfolgreichen Manga-Serien Fire Punch und den Megahit Chainsaw Man bekannt, dessen Anime-Adaption derzeit im Herbst-Lineup läuft.

Nach dem ersten Arc von Chainsaw Man legte der Mangaka eine Pause in der Veröffentlichung der Reihe ein. Eine Zeit, in der er aber weiterhin kreativ gearbeitet hat und in der unter anderem mehrere Kurzgeschichten entstanden sind.

Eine davon ist Look Back. Der Oneshot erschien am 19. Juli 2021 im Onlinemagazin Shonen Jump+ des Verlagshauses Shueisha.

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Story&Zeichnungen: Tatsuki Fujimoto  | Originaltitel:  Look Back | Zielgruppe: Shonen| Genre: Drama, Slice-of-Life | Verlag: Egmont Manga | Preis: 10,00 € | In einem Band abgeschlossen | Weitere Informationen zum Titel

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Wie war’s?

Look Back folgt zwei Teenager-Mädchen, die sich zufällig treffen und durch ihre gemeinsame Liebe zum Zeichnen zu Freundinnen werden. Ayumu Fujino zeichnet Manga für die Schülerzeitung und wird dafür von ihren Mitschüler*innen mit Lob überschüttet. Eines Tages bittet der Lehrer sie, auch einer Schülerin, die nicht zur Schule kommt, etwas Platz für ihren Manga zu geben, und sie stimmt zu. Doch als sie die Schülerzeitung in den Händen hält, muss sie plötzlich feststellen, dass die andere Schülerin viel besser zeichnet als sie selbst. Nachdem sie über Monate versucht, ihre Fähigkeiten zu verbessern, um ihre Konkurrentin zu übertreffen, gibt Fuijno schließlich auf und lässt das Zeichnen hinter sich. Dann jedoch bittet der Lehrer sie, zum Haus ihrer Rivalin zu gehen und ihr das Abschluss-Diplom zu überreichen. Fujino willigt widerwillig ein.

Es stellt sich heraus, dass Fujinos Arbeit Kyomoto inspiriert hat, die ebenfalls die meiste Zeit damit verbrachte, zu zeichnen und zu versuchen, sich zu verbessern, um das Niveau von “Fujino-sensei” zu erreichen. Die beiden werden Freundinnen und beginnen schließlich, gemeinsam zu zeichnen. Während sie wachsen, wird ihr Talent immer deutlicher und sie bekommen sogar ein Angebot, ihren Manga in Serie zu bringen. Fujino nimmt das Angebot freudig an, doch Kyomoto überrascht sie, indem sie sagt, sie wolle auf eine Kunstschule gehen und ihre Fähigkeiten verbessern. Ein Einschnitt, mit dem sich der Weg der beiden Freundinnen trennt.

Im Gegensatz zu Fujimotos anderen Serien ist Look Back eine sehr geerdete Geschichte, die sich auf die Beziehung zwischen einer aufstrebenden Mangaka und einer zurückgezogen lebenden Künstlerin konzentriert. Die übermäßig selbstbewusste Fujino und die verschlossene Kyomoto könnten unterschiedlicher nicht sein, aber die Liebe zum Manga-Zeichnen bringt die beiden Kleinstadtmädchen zusammen.

Fujimoto gelingt ein emotionaler Oneshot über Minderwertigkeitskomplexe, Depression und Freundschaft. Außerdem geht es um Trauer und das Weiterleben danach. Auf wenigen Seiten schafft er es, eine ergreifende Geschichte über das Erwachsenwerden und das Weitermachen zu erschaffen.

Was als eine warme und emotionale Geschichte über Freundschaft beginnt, hat auch eine tiefere Bedeutung über Künstler und ihre Kunst. Nach dem Schicksalsschlag wird Fujino mit der harten Realität konfrontiert und stellt sich die Frage, wieso sie überhaupt zeichnet und immer weiter macht.

Erzählt wird die Geschichte auch durch ein hohes künstlerisches Können. Die Gestaltung der Panels, die Liebe zum Detail und die Mimik Charaktere sind Dinge. Fujimoto nutzt das alles, um uns einen tiefen Einblick in die Charaktere zu gewähren.

Etwa ein Drittel des Buches kommt ohne Dialoge aus und verlässt sich auf Nahaufnahmen oder große Panels, um bestimmte Gefühle zu vermitteln. In Panels, in denen wir den Mädchen dabei zusehen, wie sie einfach nur zeichnen und zusammen sind, ist Fujimoto in der Lage, verschiedene Atmosphären einzufangen. Eine Geschichte, ohne Worte zu erzählen, ist eine Fähigkeit, die nicht viele Mangaka beherrschen und die diesem Manga noch einmal Tiefe verleiht.

Der Oneshot Look Back lässt durchaus auch Parallelen zu realen Ereignissen erkennen, auf die sich der Mangaka beziehen könnte, auf die ich aufgrund von Spoilern aber nicht zu sehr eingehen möchte. Einige Nuancen in den Geschehnissen sprechen für eine Theorie, dass sich Fujimoto auf ein tragisches Ereignis in der Künstlerszene Japans bezieht.

Interessant zu erwähnen ist auch, dass die Namen der Protagonisten, Fujino und Kyomoto, Fujimoto ergeben.

Fazit

Ich habe mich damals geärgert, dass ich regelrecht verschlafen habe Look Back in der MangaPlus-App zu lesen und als es mir wieder einfiel, der Titel nicht mehr im Katalog war. Umso glücklicher bin ich, den Oneshot nun zu meiner Sammlung hinzufügen zu können.

Nach dem Lesen bin ich begeistert. Toll gezeichnet, emotional, mitreißend mit einer Botschaft, die vielleicht auch zwischen den Zeilen liegt. Auf wenigen Seiten schafft es der Mangaka, eine zutiefst emotionale Geschichte zu erzählen.

Dir hat Chainsaw Man nicht gefallen? Das sollte dich nicht daran hindern Look Back zu testen, da der Manga einen anderen Ton anschlägt.

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Bei diesem Manga handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir freundlicherweise von Egmont Manga zur Verfügung gestellt worden ist. Vielen Dank dafür!

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