Rezension - More then a Doll 2

Die Cosplay-Romanze um Gojo und Marin geht in die nächste Runde und die beiden stehen vor ihrem ersten großen Event. Kann Gojo seiner Klassenkameradin das Kostüm zaubern, was sie sich so sehr wünscht, oder ist das Projekt zum Scheitern verurteilt?

More than a Doll hatte mich im ersten Band positiv überrascht, vor allem, was die realistische und ehrliche Beziehung zwischen den beiden Hauptcharakteren angeht. So stand es für mich außer Frage, mir auch Band zwei der frischen und erwachsenen Romance-Reihe anzuschauen, um herauszufinden, wohin der Weg des ungleichen Pärchens führen wird.

More than a Doll ist eine Seinen-Reihe von Mangaka Shinichi Fukuda, für die es zugleich der erste Titel auf dem deutschen Markt ist. In Japan läuft sie seit 2018 im Young Gangan-Magazin und des wurden bislang sechs Sammelbänden veröffentlicht. Hier hat sich jüngst Egmont Manga die Lizenz für den Titel gesichert.

ECKDATEN ZUM MANGA
Text&Zeichnungen: Shinichi Fukuda
Originaltitel: Sono Bisque Doll wa Koi o Suru
Zielgruppe: Seinen | Genre: Romance, Slice of Life
Verlag: Egmont Manga
Preis: 7,50 €

Weitere Informationen & Leseprobe

Inhalt

Wakana Gojo steht vor einer Prüfung, die jeder Cosplayer mindestens einmal durchmacht: Ein Outfit in einem viel zu kurzen Zeitrahmen fertigzustellen. Er hatte keine Ahnung, dass in zwei Wochen ein Cosplay-Event ansteht, bis Marin Kitagawa es aus dem Stegreif erwähnte. Der Schüler arbeitet unter Hochdruck an dem Kostüm und kommt dabei nicht nur an seine körperlichen Grenzen.

Wie war’s?

Wakana wächst alles über den Kopf: Er muss das Kostüm innerhalb von zwei Wochen zu einem Cosplay-Event fertigbekommen, dann stehen auch noch Prüfungen an und zu allem Überfluss muss sein Großvater wegen Rückenproblemen ins Krankenhaus.
More than a Doll beschäftigt sich im ersten Teil vorwiegend mit Wakanas Unsicherheit und seiner aufkeimenden Verzweiflung, wirklich alles zu schaffen, was er sich in dem kleinen Zeitraum aufgehalst hat. Er möchte auf jeden Fall ein guter Freund sein und Marin das schönste Outfit gestalten, zweifelt aber schnell an seinen Fähigkeiten.
Einzig Marins Leidenschaft, aber auch die Hingabe seines Großvaters für die Herstellung der Puppen halten ihn aufrecht und so schafft es Wakana schließlich das Cosplay doch noch fertigzustellen. So interessant dieser Aspekt auch ist, heißt es hier, ein Auge zuzudrücken. In der Realität scheint es doch eher unmöglich, dass ein Neuling das neben all diesen Aufgaben schaffen könnte, auch wenn Wakana sicherlich Vorkenntnisse durch die Herstellung von Puppen hat.

Während Wakana im ersten Teil im Fokus steht, geht es im zweiten Teil vermehrt um Marin und der Frage danach, was sie eigentlich für ihren Cosplay-Partner empfindet. Ein Kommentar von Wakana bringt sie völlig aus der Bahn und Marin realisiert immer mehr, dass sie für Wakana mehr als nur Freundschaft empfindet. In ihrer typischen Marin-Art flippt sie innerlich auch gleich aus, als sie die Puzzleteile zusammensetzt und man darf gespannt sein, wie sich der Titel in diesem Bereich entwickeln wird.

Die Serie funktioniert vor allem, weil sie gut ausgewogene Charaktere wie Wakana und Marin bietet. Beide bleiben sich ihrer Persönlichkeit treu, ergänzen sich dadurch aber gut. Zum Ende hin scheint es, als würde sich eine dritte Person in das Cosplay-Duo zwängen wollen. Auch hier wird man den nächsten Band abwarten müssen, ob die Dynamik dadurch zerstört wird oder es der Serie Antrieb gibt.
Neben der charakterlichen Dynamik geht es auch im zweiten Band viel um Leidenschaft und dass man auch bei Dingen die man liebt, Augenblicke hat, in denen man viel Herzblut, Arbeit und Zeit hineinstecken muss, damit es gelingt.

Etwas negativer aufgefallen sind im Hinblick zum ersten Band die Fanservice-Momente. Sie waren anders als im Band zuvor nicht immer gut in die Handlung eingewebt und waren mehrfach nicht nötig gewesen.

Der Zeichenstil von Shinichi Fukuda passt sehr gut zur Thematik der Reihe. Es ist ein eher feiner, filigraner Stil, der einen Hang zum Niedlichen hat. Der Fokus liegt auf den Charakteren und die Hintergründe sind eher einfach gehalten. Auch arbeitet die Mangaka viel mit Rasterfolie, um Schattierungen und Textur auf’s Papier zu bringen. Auch weisen ihre Panels einige Verzierungen auf.

Fazit & Bewertung

More than a Doll wurde im zweiten Band vor allem durch die Dynamik zwischen den beiden Charakteren getragen und es bereitet weiterhin viel Freude, den Beiden beim Wachsen zuzusehen. Etwas negativer aufgefallen ist der Fanservice, der hier nicht immer gut in die Handlung integriert war und an einigen Stellen unnötigerweise Anwendung fand, was aber sicherlich auch im Auge des Betrachters liegt.

In der Summe war es ein solider Band, wenn er auch nicht ganz mit dem Auftakt mithalten konnte. Nun bleibt abzuwarten, in welche Richtung die Reihe sich entwickelt, wo weitere Personen zu dem Duo stoßen könnten.

Vielen Dank an Egmont Manga für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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