Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

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Mushoku Tensei - Rezension - Band 1

Mushoku Tensei: In dieser Welt mach ich alles anders (Band 1)

[Anzeige, da Rezensionsexemplar]

Ursprünglich handelt es sich bei Mushoku Tensei um eine von Rifujin na Magonote geschriebene Webroman-Reihe. Das erste Kapitel wurde am 22. November 2012 hochgeladen. Im November 2013 kündigte der Autor an, dass sein Werk als Light Novel von Media Factory veröffentlicht werden sollte; dennoch erklärte er seine Absicht, seine Kapitel auch weiterhin online zu veröffentlichen.

Im Jahr 2014 wurde eine Manga-Adaption beschlossen und ein Wettbewerb zur Auswahl des Mangaka veranstaltet, welchen schließlich Yuka Fujikawa gewann. 2021 erhielt die Reihe eine Anime-Adaption. Die Lizenz für den deutschen Markt sicherte sich Panini Manga.

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Text: Rifujin na Magonote | Zeichnungen: Yuka Fujikawa | Originaltitel: Mushoku Tensei | Zielgruppe: Shonen| Genre: Isekai, Action | Verlag: Panini | Preis: 10,00 € | Großformat |  mehr Informationen bei Panini

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Wie war’s?

In unserer Welt war der Hauptcharakter ein Versager an allen Fronten. Er hat in seinem Job nichts erreicht, ist zurückgezogen und ein Nerd, der sich nicht einmal im Geringsten anstrengt. Er wird von seiner Familie verstoßen, nachdem er nicht zur Beerdigung seiner Eltern geht. Sein 34-jähriges Leben auf der Erde war eine reine Katastrophe, dann aber kommt es zu einem kurzen Akt der Tapferkeit: Er rettet eine Jugendliche davor, von einem Lastwagen überfahren zu werden, auch wenn es seinen eigenen Tod bedeutet. Als er sich von seinem Leben verabschiedet, ist er voller Bedauern und wünscht sich eine zweite Chance.

Tatsächlich wird er als Baby in einer Fantasiewelt voller Magie wiedergeboren. Unter dem Namen Rudeus Greyrat (er wird von allen Rudi genannt) wächst er bei liebevollen Eltern auf und lernt nach und nach die Künste des Kampfes und der Zauberei, wobei er sich schon in jungen Jahren als erstaunlich talentiert erweist.

Das Element eines “Verlierer-Helden”, der in eine andere Welt geworfen wird, ist keinesfalls neu und findet sich im Isekai-Genre häufig wieder. Dennoch hat die Welt von Rifujin na Magonote einiges zu bieten, vor allem wegen der Entscheidung, den Charakter als Baby in die neue Welt zu schicken, in der er nun also sein Leben quasi von ganz vorne beginnt. Im ersten Band sehen wir ihn als Säugling, dann als Dreijährigen, Fünfjährigen und schließlich als Siebenjährigen.

All diese Zeitabschnitte sind von unterschiedlichen Entwicklungs- und Lernphasen durchzeichnet. Sein tägliches Leben mit seinen Eltern und ihrem Dienstmädchen Lilia, seine Entdeckung einer Magie, das Erlernen des Schwertkampfes in Begleitung seines Vaters sowie die Ankunft von Roxy, einer erfolgreichen Zauberlehrerin, die zu einer zentralen Figur in diesem Band werden soll.

Eine wichtige Rolle nimmt auch Sylph, die erste Freundin des Hauptcharakters, ein, die sich als liebenswert und schüchtern erweist. Die Begegnung mit ihr wird vom Autor zugleich dazu genutzt, um den Leser*innen zu zeigen, dass in dieser Welt die Menschen der Dämonenart mit Misstrauen begegnen.

Der erste Band beginnt ruhig, dennoch gelingt bereits ein solides Worldbuilding, in dem kleine Informationen offenbart werden. So etwa der Status der Dämonen in der Welt oder die Ursprünge der Magie.

Der Ansatz, der Hauptfigur durch ihre Lebensjahre zu folgen, ist reizvoll und sorgt dafür, dass sich die Reihe von anderen Titeln des Genres absetzen kann. Ferner schafft es der Autor auch, das Traumata seiner Hauptfigur in die neue Welt zu übertragen. Obwohl Rudi gewillt ist, ganz neu anzufangen, wird er durch verschiedene Situationen an Ängste erinnert, die ihm in seinem vorherigen Leben begleitet haben und die es erst abzustreifen gilt, um weiter zu wachsen.

Auch wenn der Aufbau sehr vielversprechend ist, gibt es doch einige Momente, die einige Leser*innen verunsichern könnten. Der Autor wählt den Ansatz, auch eine der negativen Eigenschaften seines Hauptcharakters in die neue Welt zu übernehmen. So hat Rudi einige perverse Züge, welches zu Fanservice-Momenten führt, die die Leserschaft spalten dürfte.

Für die Zeichnungen ist Yuka Fujikawa verantwortlich. Der Stil ist sauber und geht eher in die einfachere Richtung. Der Großteil der Panels ist mit Hintergründen ausgestattet, von denen einige auch durchaus in die detaillierte Richtung gehen. Darüber hinaus gibt es zu Beginn gut gestaltete Farbseiten.

Panini Manga bringt den Titel in einem Großformat für den marktüblichen Preis von 10 Euro. Das Papier ist zwar ein wenig dunkler, aber hat eine ausreichende Dicke, so dass nur bei viel Licht Linien von der anderen Seite durchscheinen.

Fazit

Mushoku Tensei – In dieser Welt mach ich alles anders ist ein interessanter Isekai, der mit einer neuen Prämisse überzeugen kann und die Leser*innen im ersten Band in eine spannende Welt einführt. Der erste Band konzentriert sich vor allem darauf, die Charaktere und die Welt vorzustellen.

Auch wenn der Band viel richtig macht, könnten für diejenigen, die wenig Freude an Fanservice haben, einige Szenen zu viel des Guten sein. Bei mir war es leider der Fall, weshalb ich noch ein wenig unsicher bin, ob ich die Reihe weiterverfolgen werde. Für Isekai-Fans, die sich an Fanservice nicht stören, ist Mushoku Tensei auf jeden Fall einen Blick wert.

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Bei diesem Manga handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir freundlicherweise von Panini Manga zur Verfügung gestellt worden ist. Vielen Dank dafür!

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