QQ Sweeper

Kyousuke Motomi steht für mich für ungewöhnliche Manga im Shojo-Bereich. Nachdem ich Dengeki Daisy geliebt habe, bin ich natürlich auch um QQ Sweeper nicht herumgekommen und habe mir die dreibändige Reihe gegönnt.

Motomi steht für mich für abgefahrene Ideen, die es ziemlich wenig im Shojo-Bereich gibt. Abgesehen von Dengeki Daisy habe ich von ihr erst wenige Geschichten gelesen, die nicht irgendeine Komponente hatte, die man nicht erwartet hat. In QQ Sweeper nimmt sie sich dem Putzen an – ja, du liest richtig, dem Putzen. Du solltest aber keine Angst haben, es handelt sich keinesfalls um ein Putzmanga.

ECKDATEN ZUM MANGA

Text&Zeichnungen: Kyousuke Motomi
Kategorie: Shojo | Genre: Fantasy, Romance, Drama
Übersetzung: Manuel Chillagano
Verlag: Tokyopop
Seiten: 192
Preis: 6,95 €

Leseprobe 1. Band | Die 1. Auflage beinhaltet eine ShoCo Card.

Worum geht es?

Fumi Nishioka hat es in ihrem Leben nicht leicht. Ihre Familie hat sie von einen auf den anderen Tag in Stich gelassen und sie glaubt von einem Fluch besessen zu sein. Mit einem Umzug und Schulwechsel möchte sie neu anfangen. Auf der Suche nach einem Schlafplatz findet sie einen Raum in altem Gebäude der Schule, der vor Sauberkeit glänzt. Als sie am nächsten Tag aufwacht, trifft sie auf Kyutaro Horikita. Ein pingeliger Klassenkamerad, der dauerhaft zu putzen scheint.


Bald jedoch findet Fumi die Gründe für Kyutaros obsessiven Sauberkeitsfimmel heraus. Er putz nämlich nicht nur in der Schule, sondern gehört zu einer geheimen Organisation. Diese ist darauf spezialisiert, die dreckigen und dunklen Gedanken der Menschen zu reinigen. Als Fumi die Chance bekommt, ihm zu helfen, lässt sie sich nicht lange Bitten und wird zu seiner “Partnerin”.

Meine Meinung

Die Geschichte um Fumi beginnt wie ein typischer Romance-Manga aus der Kategorie Shojo. Fumi hat die Grundprämisse einen reichen Mann zu finden und ist eine etwas durchgedrehte Heldin. Dann aber rücken wir von dem Romantik-Thema ab und es wird deutlich dunkler. Für mich liegt in QQ Sweeper die Stärke klar neben dem Romantik-Teil. Im mit frischen Ideen gespickten Fantasy-Part werden Elemente der Psychologie integriert sowie sich mit doch eher düsteren Themen auseinandergesetzt.

Um etwas mehr ins Detail zu gehen: Zu den Aufgaben von Kyutaros Familie – zu der Fumi in den ersten Kapiteln des Mangas stößt – gehört es, die negativen Gedanken und Emotionen zu bekämpfen, die sich in den Köpfen und Häusern von Menschen einnisten. Diese Gedanken manifestieren sich dabei als Insekten. Über Wespen, Tausendfüßler bis hin zu Maden ist alles dabei. Es sind also die Insekten, die im Großteil der Leser Unwohlsein oder negative Emotionen hervorrufen.

Ich finde es sehr gut dargestellt, wie Motomi sich mit diesem Thema beschäftigt. Es wird gezeigt, wie schnell die menschliche Psyche ins Wanken geraten kann und schon kleine Dinge genügen können, um in negativen Gedanken zu versinken. Dabei stellt Motomi heraus, wie schon kleine Gesten – wie ein einfaches Zuhören oder eine kleine Umarmung – den Unterschied machen können. Das Fantasy- und Drama-Thema ist sehr düster, durch den für mich gekonnten Einsatz von Comedy gelingt es Motomi, das Ganze aber nicht ganz so schwer verdaulich zu gestalten.

In Bezug auf die Charaktere bedient sich Motomi einer Abwechslung vom Standardmodel. Fumi ist eine starke, einzigartige Persönlichkeit. Besonders zum Ende der kurzen Reihe macht sie eine große Entwicklung durch und zeigt Willensstärke. Trotzdem gibt es aber auch Augenblicke, in denen sie zweifelt und Unterstützung braucht. Ihren männlichen Gegenpart, Kyutaro, mochte ich etwas mehr. Er wirkt nach Außen unhöflich und schroff, ist aber eigentlich ein Softie, der einfach Probleme hat, mit Menschen zu kommunizieren, zu denen er keine innige Bindung hat. Seine Schwächen und Ängste werden offen gezeigt und auch er ist nicht durchweg der starke Retter.

Ein weiteres Merkmal, welches Motomi für mich vom Großteil der Shojo-Riege im Romantik-Bereich unterscheidet ist ihr eigenwilliger Zeichenstil. Wenn auch ihr Stil zu Dengeki Daisy deutlich sanfter geworden ist, ist sie ihrem eher skizzenhaften und rauen Stil treu geblieben. In QQ Sweeper schafft sie es, ihren Stil perfekt auf die jeweiligen Szenen abzustimmen. In Actionreichen und dunkleren Szenen gibt starke Kontraste und dunkle Farben. In romantischen und sentimentalen Szenen greift sie auf helle Farben zurück.

Leider, wie so oft in kurzen Reihen, wirkt es zum Ende hin ein wenig überstützt und man hatte das Gefühl, als würde sie diesen Part der Geschichte rund um Fumi (denn es gibt noch eine Fortsetzung) schnell zum Abschluss bringen können. Das Ende ist offengelassen und der Leser bleibt mit einer Vielzahl von unbeantworteten Fragen zurück.

FAZIT & BEWERTUNG

QQ Sweeper ist genau die richtige Reihe, für diejenigen, die einen Romance-Manga suchen, in dem auch dunklere Themen und Action einen Platz einnehmen. Was auf den ersten Blick wie ein Putzmanga wirkt, stellt sich als deutlich vielschichtiger heraus. Nachteil ist das offene und überstürzte Ende. Man muss damit leben können, oder aber man greift zur auf Englisch erschienen Fortsetzung (oder aber betet weiter, dass eine Deutsche kommt).

  • 8/10
    Cover - 8/10
  • 8.5/10
    Zeichenstil - 8.5/10
  • 8/10
    Story - 8/10
  • 7.5/10
    Charaktere - 7.5/10
8/10

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