Rezension - Somali und der Gott des Waldes - Band 1

In einer Welt in der die Menschen vertrieben, gejagt und nahezu ausgelöscht sind, stößt ein Golem eines Tages auf das Menschenmädchen Somali und trifft eine Entscheidung: Gemeinsam mit dem Mädchen macht er sich auf die Suche nach ihren Eltern.

Das ist die Grundprämisse, die den Auftakt in die Fantasy-Reihe von Mangaka Yako Gureishi gibt. Somali und der Gott des Waldes ist eine Online-Manga-Reihe, die seit April 2015 im Webmagazin Zenyon des Verlages Tokuma Shoten erscheint. In physischer Form umfasst die Reihe inzwischen sechs Bände, auf dem deutschen Markt sind fünf Bände erschienen.

Der Manga erhielt Anfang 2020 zudem eine Anime-Adaption.

ECKDATEN ZUM MANGA

Text&Zeichnungen
: Yako Gureishi
Originaltitel: Somari to Mori no Kamisama
Kategorie: Seinen | Genre: Fantasy, Slice of Life
Verlag: Manga Cult
Preis: 10,00€ | Großformat

Mehr Informationen & Leseprobe

Worum geht’s?

Vor langer Zeit herrschte Krieg zwischen Menschen und den sogenannten Anderswesen. Die Menschen unterliegen in dem Krieg und werden seither gejagt und sind inzwischen nahezu ausgelöscht. Tief in einem Wald jedoch trifft ein Golem auf ein junges Mädchen mit dem Namen Somali. Der Golem setzt sich als Ziel, die letzten Menschen zu finden …

Wie war’s?

Somali und der Gott des Waldes ist definitiv kein Manga für die großen Action-Liebhaber. Geliefert bekommt man feinsten Slice-of-Life in einer Fantasy-Welt voll von magischen Wesen. Auch wenn ein großer Krieg der eigentlichen Geschichte voranging, schwebt bislang nichts wirklich Bedrohliches über der Handlung und in Kämpfe werden die Beiden auf ihrer Reise in Band eins nicht verwickelt.

Der Manga beschäftigt sich mit anderen Themen und konzentriert sich vielmehr auf den Golem und Somalis Reise und all den Personen und Dingen, die sie auf dieser begegnen. Gureishi hat zudem einen Schlusspunkt gesetzt. Dadurch, dass schon früh klar wird, dass der Golem nur noch eine begrenzte Zeit zu leben hat, wird deutlich, dass die Beiden nicht jahrelang umherreisen werden auf der Suche nach Somalis Eltern. Fraglich ist nur, ob sich ihre Eltern überhaupt finden lassen. Denn Somali wird mit Ketten um ihren Hals und den Beinen gefunden, was darauf schließen lässt, dass sie von Anderswesen gefangen gehalten wurde. Ein wichtiger Hinweis auf Menschen wird im ersten Band mit einem Buch in einer von Hexen betriebenen Bibliothek gefunden, doch so leicht scheint das Ganze dann doch nicht und das Buch droht in der finalen Szene des Bandes von magischen Wesen, die eine Fischgestalt haben, zerstört zu werden.

Das Hauptaugenmerk in diesem Band liegt vor allem auf dem Golem. Er ist der Hüter eines Waldes, der diesen aber verlässt, um Somalis Zuhause zu finden. Im Verlauf des Bandes, sagt er immer wieder, dass ein Wesen wie er, keinerlei Gefühle besäße, doch so leicht ist die Sache nicht. Nur zu oft bekommt man als Leser genau das Gegenteil mit. Sei es um seine Besorgnis um Somali oder anderweitige Dinge. Schon alleine die Tatsache, dass er seine Position als Wächter aufgibt und damit das Wohl eines ganzen Waldes für das eines Kindes opfert, nur weil dieses ihn bei der ersten Begegnung mit “Papa” anspricht, widerspricht der These des Golems. Somali scheint in ihm Gefühle auszulösen, die er bisher allerdings noch nicht zu deuten weiß.

Somali scheint trotz der schlimmen Erlebnisse ihre Frohnatur nicht verloren zu haben und an der Seite des Golems wirkt sie während der Wanderung doch häufig unbeschwert und von kindlicher Neugier getrieben. Sie scheint aber auch eine gute Beobachtungsgabe zu haben. In ihrem Begleiter spürt sie die kleinsten Gefühlsregungen und auch bei einer Begegnung mit einem alten Mann, der sich in einem toten Wald versteckt, sagt sie bei der Abreiste zum Golem, dass der Mann sich nun sicher wieder einsam fühle.

Die mystische und geheimnisvolle Atmosphäre, die im ersten Band herrscht, wird vor allem durch den Zeichenstil von Yako Gureishi getragen. Gureishi hat einen unglaublich detaillierten Stil und aufwendige Zeichnungen von Häusern und Wäldern im Hintergrund entführen den Leser in eine fantastische Welt, die gleichzeitig aber auch der Menschenwelt sehr ähnelt und sich daher realistisch anfühlt. Die einzelnen Panels sind dabei klar strukturiert und man kann dem Geschehen sehr leicht folgen.

Fazit & Bewertung

Yako Gureishi schafft im ersten Band von Somali und der Gott des Waldes einen gelungenen Auftakt in ein Fantasy-Abenteuer um ein ungleiches Paar. Während hartgesottene Action-Fans an dem Manga wohl wenig Freude finden werden, kommen Fans von ruhigeren, fantastischen Geschichten hier voll auf ihre Kosten.

Ich zumindest freue mich schon, wie das Abenteuer weitergeht und ob es ihnen gelingen wird, vor Ablauf der Zeit, Somalis Eltern ausfindig zu machen

Vielen Dank an Manga Cult für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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