Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

Tale of the Demon Hands

[Anzeige: Kooperation mit Izneo]

Tale of the Demon Hands hatte mich besonders durch die Cover angesprochen und da die Reihe bereits in drei Bänden abgeschlossen ist, wollte ich mich auch mal wieder an einen Manga aus der Kategorie Action-Shonen heranwagen. Gelesen habe ich den Titel als E-Book-Format bei Izneo.

In Japan erschien die Reihe, deren Original-Titel Mononote: Edo Kiketsu Ninja Emaki lautet von 2016 bis 2017 im Shounen Magazine (Weekly). Hierzulande sicherte sich Egmont Manga die Lizenz. Autor und Zeichner der Reihe ist Reiji Miyajima. Aktuell arbeitet er an Rental Girlfriend, welcher auf Deutsch bei Carlsen Manga erscheint.

Text/Zeichnungen: Reiji Miyajima | Originaltitel: Kimi ni Somaru Machi no Iro | Verlag: Egmont Manga | Kategorie: Shonen | Genre: Action, Historisch | Preis (Ebook-Version): 6,49€, Printausgabe: 7,50€ | Weitere Informationen

Inhalt

„Hüte dich vor der dämonischen Bestie, die hier ihr Unwesen treibt!“ Dieses Gerücht wird Kota erzählt, als sie auf ihrer Reise in der Großstadt Edo ankommt. Doch ihren Spaß möchte sie sich dadurch nicht nehmen lassen. Als sie jedoch bei einem Überfall gefangen genommen wird, steht sie dem sagenumwobenen Monster schon bald gegenüber und muss feststellen, dass es sich dabei um kein Tier, sondern um einen Menschen handelt …

Wie war’s?

Gerade erst in der Großstadt Edo angekommen, erfährt die junge Frau Koto von Gerüchten rund um eine Bestie, die dort ihr Unwesen treiben soll. Dadurch aber möchte sie sich ihren Spaß an der Reise nicht vermiesen lassen. Doch dann gerät sie nach einem Überfall in die Klauen von skrupellosen Banditen und muss feststellen, dass sich hinter den Gerüchten um die Bestie kein Tier, sondern ein junger Samurai verbirgt. Ein Samurai, den sie zuvor bereits kennengelernt hat und von dessen Händen sie fasziniert war: Hitatsuras linker und rechter Arm ist vertauscht. Was andere verabscheuend finden, zieht sie in den Bann und sie setzt sich ein Ziel: Sie möchte mit ihm gemeinsam reisen und Ärztin werden.

Hitatsura hält davon zunächst nichts, da Kota ihn aber durch ihre Rettung Geld schuldet, nimmt er sie kurzerhand doch mit auf die Reise und führt sie in die Welt der Samurai ein.

Gerade als Kota sich beginnt heimisch zu fühlen, holt sie jedoch ihre Vergangenheit ein und sie muss gemeinsam mit Hitatsura ausgerechnet in dem Dorf einen Auftrag ausführen, indem sie zwangsverheiratet werden sollte, ehe sie sich auf die Flucht begab.

Tale of the Demon Hands ist ein Action-Shonen, der es gerade einmal auf drei Bände bringt und es lässt sich aus einigen Kapiteln durchaus herauslesen, dass das, was die Leser*innen hier bekommen nur der Auftakt zu etwas größerem sein sollte. Dennoch muss man darauf hinweisen, dass die Reihe durchaus ein zufriedenstellendes Ende liefert, wenn man auch den Charakteren gerne länger gefolgt wäre.

Der Manga liefert trotz der nur drei Bände eine gute Charaktertiefe. Man erfährt schnell über die Ziele der beiden Hauptcharaktere Kota und Hitatsura, ihre Charaktereigenschaften und auch die Vergangenheit kommen nicht zu kurz. Dadurch gelingt es schnell, dass man eine gute Beziehung zu den Figuren aufbauen kann und mit ihnen mitfühlt. Insbesondere die Hintergrundgeschichte von Hitatsura kann mit viel Tragik überzeugen, bei der das eine oder andere Auge nicht trocken bleiben dürfte. Auch in den Action-Sequenzen weiß die Reihe zu überzeugen und bietet gut durchdachte Kämpfe, bei denen insbesondere der finale Schwertkampf mit viel Spannung mitzuziehen weiß. Nicht lösen kann sich Tale of the Demon Hands vom in vielen Action-Shonen-Manga typischen Fanservice. Insbesondere im ersten Band wird dieser doch häufig verwendet, um für eine Prise Humor zu sorgen. Nicht immer gelingt das und oft wirkt die Szene dadurch mehr aufgesetzt, als wirklich witzig. Sicherlich kommt es hier aber auch auf den Humor der jeweiligen Leser*innen an. In den Folgebänden nimmt der Fanservice deutlich ab.

Nicht zu kurz kommt in der Reihe die Romantik, die insbesondere in den Bänden zwei und drei eine große Rolle in den getroffenen Entscheidungen der Charaktere wirkt.

Der Zeichenstil von Reiji Miyajima weiß zu überzeugen. Der Mangaka hat einen detaillierten Stil und beeindruckt insbesondere durch ausdrucksstarke Hintergründe in vieln Panels. In der Panelsetzung fällt auf, dass Miyajima auf viele große Panels setzt und auch Splash-Pages gerne eingesetzt werden, um bestimmte Szenen noch mehr in den Vordergrund zu setzen. Das Charakterdesign ist sehr individuell und so gibt es keinerlei Schwierigkeiten, die handelnden Figuren auseinanderzuhalten. In den Action-Szenen wendet Miyajima einen sehr dynamischen Stil an, wodurch diese sehr lebendig wirken.

Fazit

Tale of the Demon Hands schafft es zwar nicht, sich von anderen Titeln seines Genres abzusetzen, kann aber insbesondere für eine kurze Reihe von nur drei Bänden ordentlich Tiefe mitbringen. Auch das eher offen gehaltene Ende fällt nicht unbedingt negativ ins Gewicht, da der hier aufgemachte Handlungsstrang zufriedenstellend abgeschlossen wird.

Mir persönlich gefiel der Fanservice insbesondere in den ersten Bänden nicht unbedingt, was aber immer auch vom persönlichen Geschmack der Leser*innen abhängig ist. In der Summe aber gelingt es Reiji Miyajima mit diesem Titel eine runde Geschichte für zwischendurch zu schaffen, die insbesondere Fans von Fighting-Shonen unterhalten könnte.

Tale of the Demon Hands ist im umfassenden Katalog der Online-Comic-Plattform izneo enthalten. Auf Izneo findest du ein großes Angebot an europäischen & amerikanischen Manga, Graphic Novels sowie Comics, welche du über verschiedene Endgeräte, wie Smartphone, Tablet oder sogar die Nintendo Switch lesen kannst. Dort, wie auch hier unter dem Beitrag, steht euch auch eine kostenlose Leseprobe zur Verfügung. So könnt ihr in Ruhe in den Titel hereinschnuppern.

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