Berserk Band 8 - Rezension

Berserk ist seit Jahrzehnten fester Bestandteil der Manga-Szene und gehört zu den bekanntesten Serien der Community. Bei Panini ist der Titel inzwischen mit der Ultimative Edition in einer weiteren Sammelband-Edition erhältlich. Band acht möchte ich euch heute vorstellen.

Seit nun mehr 31 Jahren erscheint die Reihe Berserk nun schon und in Japan zählt die Reihe im Dark Fantasy-Genre mittlerweile 40 Bände. Auf Deutsch erscheint die Serie seit 2001 bei Planet Manga und inzwischen hat es der Klassiker auf drei verschiedene Editionen gebracht. Neben der normalen Ausgabe im Taschenbuchformat, gibt es die Max-Ausgabe sowie die Ultimative Edition im Großformat mit Plastik-Umschlag. Die Max-Edition wie auch die Ultimative Edition sind jeweils 2-in-1-Editionen. Der hier vorliegende Band beinhaltet die Bände 15 und 16 der normalen Ausgabe.

Der Manga erhielt zudem mehrere Adaptionen im Anime-Format.

In der Rezension versuche ich, auf große Spoiler zu verzichten, bedenkt aber bitte, dass ich manchmal auch wichtige Teile der Handlung erzählen muss, um meine Meinung verständlich zu reflektieren. Wollt ihr sicher gehen, nicht gespoilert zu werden, interessiert euch aber für die Reihe, schaut in meine Rezension zu Band eins rein.

Text/Zeichnungen: Kentarou Miura | Originaltitel: Berserk | Verlag: Panini Manga | Kategorie: Seinen | Genre: Action, Fantasy | Preis: 19,99€ | Großformat | Mehr Informationen und Leseprobe

Inhalt

Auf seiner Jagd nach den Aposteln ist Guts in einer kleinen Stadt gelandet, die immer wieder von Elfen-Schwärmen angegriffen wird. Angriffe, die viele Menschenopfer fordern. Guts ist schnell klar, dass es sich um keine wirklichen Elfen handelt, sondern sie es mit etwas weit aus schrecklicherem zu tun haben. Das Mädchen, welches er im letzten Band kennenlernt, beschließt Guts, in das Tal des Nebels zu begleiten, nachdem eine der Elfen sich als ihre frühere Freundin herausstellt …

Wie war’s?

Im achten Band der Ultimative Edition findet der kurze Arc rund um das Tal des Nebels und die verschwundenen Kinder bereits sein Ende und stellt damit so etwas wie einen Handlungsübergang dar. Guts befindet sich auf einem Rachefeldzug gegen die Wesen der Finsternis und nimmt es im sagenumwobenen Tal des Nebels mit der „Königin der Elfen“ auf, die in Wahrheit nichts anderes als ein Apostel ist.

Der kurze Arc kann nicht mit der vorangegangenen Handlung rund um die Falken mithalten. Miura gelingt es dennoch, eine gute Geschichte aufzubauen, die sich in diesen Bänden wieder voll auf Guts Rachefeldzug gegen die Apostel und seinen damit verbundenen Hass auseinandersetzt. Man bekommt einen Blick auf den „neuen“ Guts, der aus der Sonnenfinsternis hervorging. Einen viel dunkleren und gewalttätigeren Mann, als man ihn aus den vorherigen Bänden kannte. Sein Durst nach Rache ist eine eigene, andauernde Tragödie, da die Gewalttaten, die er bei der Verfolgung seines Ziels begehen muss, nun den Kern seiner Identität ausmachen. Trotzdem gibt es auch in diesem Band immer wieder Momente, die zeigen, dass da noch einen Funken Menschlichkeit in ihm bleibt. Guts ist ein Held, der von Wut getrieben ist.
Puck an seiner Seite stellt das Gegenteil dar und muss einmal mehr für viele heitere Momente herhalten, die von all dem Blut und der Gewalt nur bedingt ablenken können. Dennoch wird klar, dass sich zwischen den beiden Charakteren eine immer intensivere Bindung entwickelt, was sich auch dadurch zeigt, dass Guts beginnt ihn mit seinem Namen anzusprechen.

Zu gefallen weiß auch, dass die Leser*innen mit Guts einen Helden vorfinden, der eben nicht unbesiegbar ist. Es gibt kaum einen Kampf, in dem er nicht auch einstecken muss und so hat er auch in diesem Band mit allerhand Wunden zu kämpfen. Auch die übrigen Charaktere in diesem Band sind gut durchdacht und ihr Handeln ist vor allem dann nachvollziehbar, wenn man ihre Vergangenheit und ihre persönlichen Sehnsüchte erfährt. Insbesondere die Hintergrundgeschichte rund um Rosine weiß in diesem Band durch Ideenreichtum zu überzeugen.

Miuras unverkennbaren Zeichenstil mit fesselnden und dynamischen Panels sowie detaillierten Illustrationen ist vom ersten Band bis hier her deutlich gewachsen. Dies merkt man insbesondere am Charakterdesign, welches detaillierter geworden ist. Auch der Kampf ist einmal mehr packend dargestellt und man fliegt geradewegs durch die Seiten. Miura gelingt es, in seinen Kämpfen genau die richtige Länge zu finden, ohne es zu lange hinauszuzögern oder zu kurz abzuhandeln. Er spart wie gewöhnlich nicht an gewalttätigen Darstellungen und in diesem Band gibt es eine Szene, die doch viele Leser*innen hart schlucken lassen dürfte, wenn man das Kriegsspiel der “Elfenkinder” verfolgt. Es ist eine Darstellung, die aber trotz allem den Ton der Geschichte trifft, wenn sich auch darüber streiten lässt, ob sie so explizit hätte dargestellt werden müssen. Die Kinder ahmen hier etwas nach, was ein in der brutalen erwachsenen Welt erlerntes Verhalten ist. Aus diesem Grund ist auch unbedingt darauf zu achten, die Reihe nicht in die Hände von zu jungen Lesern zu geben.

Die Leser*innen an der Stange hält das offene Ende in diesem Band. Zwar wird der begonnene Arc abgeschlossen, gleichzeitig aber auch ein neuer Handlungsstrang begonnen. Bevor Guts, dem Dämon den finalen Schlag versetzen kann, schreiten die berüchtigten Ritter der heiligen Kette ins Geschehen ein und schaffen es Guts in ihre Gewalt zu bringen.

Fazit

Wenn auch dieser kurze Arc nicht mit dem vorherigen rund um die Falken mithalten kann, gelingt es Miura, dennoch eine Handlung mit vielen Emotionen und einer durchdachten Hintergrundgeschichte zu liefern, die mit einem packenden Höhepunkt endet. Rosines Vergangenheit hat mir sehr gut gefallen, ebenso wie die von Jill. Beide brachten sehr viel Leid mit, welches aber ihr Handeln nachvollziehbar machte.

Auch scheint es zwischen Puck und Guts langsam eine intensivere Bindung zu geben, in der sich Guts dem kleinen Elf langsam emotional öffnet. Hier kann man auf jeden Fall gespannt sein, wie sich das Ganze weiterentwickelt.

Gleichwohl ist noch einmal zu betonen, dass dieser Titel keinesfalls in junge Hände gehört. Auch zartbesaitete Leser*innen sollten Abstand von Berserk nehmen. Denn hier kommen insbesondere Fans der Dark Fantasy und des Splatters auf ihre Kosten.

Weitere rezensierte Bände der Serie

Band 1 | Band 2&3 | Band 4&5 | Band 6&7

Andere Meinungen zum Band

Du hast den Manga auch besprochen? Gib mir einfach über die Kommentarfunktion oder über Email Bescheid. Ich verlinke Deine Rezension dann gerne hier.

Vielen Dank an Panini Manga für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.