The Anthem of the Heart

Jun ist ein fröhliches Mädchen, bis eine unbedachte Äußerung die Ehe ihrer Eltern scheitern lässt. Sie will von nun an nicht mehr sprechen und als sie mit drei anderen Schüler*innen in das Organisationskomitee für das Schulfest berufen wird, steht sie vor einer großen Hürde.

Der Manga The Anthem of the Heart adaptiert den gleichnamigen Film, der im September 2015 in Japan erschien und ein Jahr später durch peppermint in Deutschland lizenziert wurde. Der Manga ist von Makoto Akui gezeichnet und erschien in der Ura Sunday, dem Online-Manga-Magazin des Verlags Shogakukan. Auf Deutsch wird der Titel von Egmont Manga veröffentlicht und soll monatlich erscheinen.

Text: Chou Heiwa Busters | Zeichnungen: Makoto Akui | Originaltitel: Kokoro ga Sakebitagatterunda.| Verlag: Egmont Manga | Zielgruppe: Shonen | Genre: Romance, Drama | Preis: 7,00€ | In vier Bänden abgeschlossen | Weitere Informationen

Inhalt

Jun Naruse ist eine Plaudertasche, deren Leben von Märchen und Happy Ends geprägt ist. Als kleines Kind ist sie jedoch so naiv und vertrauensselig und ohne es zu wissen, zerstört sie mit ihren Worten die Familie, als sie die Affäre ihres Vaters aufdeckt. Naruse ist für ihr Leben gezeichnet, nachdem sie für die Scheidung ihrer Eltern verantwortlich gemacht wird. In all ihrer Verzweiflung begegnet sie einem verwunschenen Ei, welches sie mit einem Fluch belegt, der Sprechen unmöglich macht. Falls sie es jedoch versucht, bekommt sie dadurch starke Bauchschmerzen.

Selbst in der Highschool redet sie noch nicht. Obwohl sie nicht in der Lage ist, ihre Gedanken in Worte zu fassen, wird sie unerwartet ausgewählt, um zusammen mit drei anderen Schülern das Organisationskomitee für das Schulfest zu bilden.

Wie war’s?

The Anthem of the Heart wählt in der Mangaversion einen neuen Ansatz für den Auftakt. Die Mangaka entscheidet sich dazu, den Leser*innen zunächst die wichtigsten Charaktere in Einzelepisoden in der nahen oder etwas ferneren Vergangenheit vorzustellen. Dabei wählt sie einschneidende Erlebnisse, die die Charaktere zu dem gemacht haben, wie man sie später in der Gegenwart kennenlernt.

Der Ansatz ist spannend und bietet insbesondere für diejenigen neuen Input, die den Film bereits kennen. Hier hat man etwas Neues und einen Anreiz, sich den Manga zuzulegen, um etwas mehr von seinem Lieblingscharakter zu erfahren. Andersherum birgt der Ansatz aber auch die Gefahr, dass diejenigen, die den Film nicht kennen, schon abspringen, ehe die Geschichte wirklich begonnen hat. Denn erst zum letzten Kapitel steigt die Mangaka dort ein, wo die Filmvorlage beginnt. Ein roter Faden ist zu diesem Punkt noch nicht wirklich erkennbar und dürfte so einige abschrecken, da der Manga durch die intensive Voranstellung der Charaktergeschichten episodisch wirkt.

Nach einer kurzen Einleitung, wird in einem Kapitel zunächst Takumi vorgestellt. Er ist ein ruhiger Junge, der nicht besonders heraussticht und sich angewöhnt hat, nicht auszusprechen, was er wirklich auf dem Herzen hat. Er neigt dazu, einfach nur mitzuschwimmen, und tut so, als seien viele Dinge ihm einfach egal, weil es die einfachste Lösung ist. Direkt im Anschluss folgt man Natsuki, deren Vergangenheit eng mit der von Takumi verknüpft ist und die einen Fehler in seiner Umgebung als ihr großes Laster ansieht. Sie ist nicht mutig genug, um auszudrücken, was sie wirklich fühlt. Daiki seinerseits ist jemand, der völlig vernarrt ist in Baseball und ein sehr großes Selbstbewusstsein in seine sportlichen Fähigkeiten hat. Gleichzeitig aber ist er auch jemand, der seine Emotionen nur schwer unter Kontrolle hat und dadurch häufig aneckt.

Jun, die die wichtigste Figur in der Handlung ist, wird ganz zum Ende ausführlich in den Fokus gerückt. Wie viele der anderen Figuren hat auch bei ihr ein Erlebnis in der Vergangenheit dazu geführt, dass sie sich verändert hat. Jun war als junges Kind geschwätzig, doch als sie etwas ausplaudert, was sie gesehen hat, sorgt sie damit dafür, dass die Beziehung der Eltern in die Brüche geht. In ihrer Fantasywelt flüchtet sich das Mädchen zu einem mysteriösen Ei, welches sie mit einem Fluch belegt, durch den sie nie wieder ein Wort sagen sollte. Wenn sie es doch tut, bekommt sie Bauchkrämpfe.

Der Mangaka gelingt es, durch die ersten Episoden dafür zu sorgen, dass man die Charaktere und ihre Eigenschaften gut kennenlernt. Als sie schließlich im letzten Kapitel nominiert werden, gemeinsam das Klassenprojekt für das Schulfestival zu organisieren, ist klar, dass hier grundlegend verschiedene Charaktere aufeinanderstoßen werden. Zum einen ist da die nach Außen selbstbewusste Natsuki, die stille Jun sowie Takumi und Daiki, die ebenfalls wenig vereint.

Das Artwork im Manga ist nahe an dem des Films angelehnt. Der Stil ist sehr deutlich und besteht aus klaren Linien. Die Hintergründe in den einzelnen Panels sind zwar einfach gehalten, aber durchaus reichlich vorhanden. Auch Rasterfolie wird zahlreich verwendet, um durch Schattierungen Tiefe zu schaffen. Die Mimik und Gestik sind gut getroffen und die Emotionen lassen sich sehr gut ablesen.

Fazit

The Anthem of the Heart beginnt im ersten Band ruhig und dadurch, dass die Mangaka sich im Auftaktsband zunächst auf Einzelepisoden der jeweiligen Charaktere konzentriert, gelingt ein anderer Ansatz als bei der Filmvorlage. Gleichzeitig führt das aber auch dazu, dass Nicht-Kenner des Films es schwerer haben dürften, einen Zugang zum Titel zu finden. Hier empfiehlt es sich auf jeden Fall, bis zu Band zwei dranzubleiben, da sich erst dort der rote Faden herauskristallisieren dürfte.

Das Artwork an sich ist gelungen und ähnelt sehr demjenigen des Films, was bei Liebhaber*innen des Animationsstils auf Zuspruch treffen dürfte.

Andere Meinungen zum Band

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Vielen Dank an Egmont Manga für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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