Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

World's End and Apricot Jam

World’s End and Apricot Jam

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World’s End and Apricot Jam hat mich vor allem durch die lebendigen Cover angesprochen, die nach einer leichten Geschichte für zwischendrin aussahen und so stand der Titel schon länger auf meiner Liste. Die Shojo-Reihe wurde von Rira Kirishima gezeichnet und ist in sechs Bänden abgeschlossen.

Eine deutsche Veröffentlichung gibt es bisher noch nicht, auf Englisch ist die Reihe bei Kodanasha im E-Book-Format erschienen.

ECKDATEN ZUM MANGA

Story&Zeichnungen
: Rira Kirishima
Originaltitel: Sekai no Hashikko to Anzu Jam
Zielgruppe: Shojo | Genre: Romance
Verlag: Kodansha
Preis (Ebook-Version): 9,49€ | Printausgabe: – (da auf engl. Manga keine Preisbindung besteht, kann der Preis variieren)

Worum geht’s?

Nachdem sie in Anzu Shinoharas Wohnung eindringt und aus Versehen sein Keyboard zertrümmert, steht Hina Sakata in seiner Schuld. Während sie für ihn kleine Gefälligkeiten erledigt, um ihm das Geld zurückzuzahlen, findet Hina heraus, dass Anzu ein Sänger in einer Band ist und taucht in eine ihr unbekannte und faszinierende Welt ein.

Wie war’s?

Die Teenagerin Hina, deren Familie ein Apartmentkomplex verwaltet, ist genervt vom lauten Bewohner der Wohnung 304. Als sie in die Wohnung geht, um einer Sache nachzugehen, zerstört sie aus Versehen das Keyboard eines Jungen namens Anzu und gerät in seine Schuld. Shojo-Leser*innen werden hier vielleicht zusammenzucken, aber anstatt daraus eine ungesunde Abhängigkeits-Beziehung zu entwickeln, in der das Mädchen durch Erpressung zu etwas gezwungen wird, sind es lediglich kleinere Gefallen und Botengänge, die Anzu von ihr verlangt. Einer dieser Gefallen endet damit, dass sie ihm Essen in einen lokalen Club bringt, und das führt dazu, dass sie entdeckt, dass er in einer Band spielt. Nach und nach merkt Hina, dass sich hinter den albernen und scheinbar unverantwortlichen Mann von Zimmer 304 mehr verbirgt, als es zunächst den Anschein hat.
Von da an entwickelt sich eine Comedy-Romanze, bei der ihr Beharren auf eine rein platonische Beziehung schnell mit ihren aufkeimenden Gefühlen für Anzu kollidiert.

World’s End and Apricot Jam ist ein Shojo-Manga, der sich in den Bahnen der doch bekannten Shojo-Romanzen bewegt und kann über die sechs Bände nicht mit neuen, frischen Ideen punkten. Die Beziehung entwickelt sich nach dem üblichen Schema und auch das Thema des berühmten Musikers wird doch eher stereotypisch gelöst. Dabei war an dieser Stelle durchaus Potential vorhanden gewesen, welches der der Manga letztendlich nicht völlig nutzen können.

Die Charaktere sind ebenso nicht wirklich neu und dürften vor allem denjenigen, die häufig Shojo lesen bekannt sein. Wir haben Hina, die für ihren Vater alleine die Verantwortung für einen großen Wohnkomplex übernimmt und durch eine ungeschickte Handlung in der Schuld eines Jungen gerät. Sie wirkt nach Außen selbstbewusst, über die Bände lässt sich aber auch ihre Verletzlichkeit und Suche nach Geborgenheit erkennen. Anzu seinerseits wirkt nach Außen unbekümmert, verbirgt aber ein Geheimnis, welches ihn für sein Leben gezeichnet hat und durch das er sich zunächst nicht wieder fest an jemand binden möchte.

Zwischen den beiden Charakteren gibt es zudem einen doch recht großen Altersunterschied, der leider kaum thematisiert wird. Es fehlt die kritische Auseinandersetzung mit dieser Thematik.

Wie in vielen Shojo-Romantik-Mangas sind die weiblichen Charaktere niedlich sowie die männlichen Charaktere gutaussehend und schlank gezeichnet. Gelungen sind aber insbesondere die Szenen auf der Bühne, in denen sie den Charakteren und der Szenerie sehr viel Dynamik und Ausdruck verpasst, mit denen sie die Leser*innen mitziehen kann. Rira Kirishima arbeitet wenig mit Hintergründen und setzt den Fokus gänzlich auf die Figuren. Zudem findet vermehrt Rasterfolie ihre Anwendung, sei es zur Schattierung als auch zur Ausschmückung der einzelnen Panels.

Fazit & Bewertung

World’s End and Apricot Jam ist ein Shojo-Manga, der vor allem den großen Romance-Fans zu empfehlen ist. Wer eine romantische Liebesbeziehung lesen möchte, in denen die Charaktere trotz der Hürden zueinander finden, der dürfte an der Reihe sicherlich seine Freude finden.

Wer allerdings auf der Suche nach einem klischeefreien Shojo-Manga ist, für den dürfte die Kurzreihe weniger sein, denn der Mangaka ist es nicht ganz gelungen, sich von diesen Mustern zu lösen. So ist World’s End and Apricot Jam zwar ein Titel, der für einige abwechslungsreiche Lesestunden sorgt, aber dann doch nicht nachhaltig im Gedächtnis bleiben kann.

World’s End and Apricot Jam ist im umfassenden Katalog der Online-Comic-Plattform izneo enthalten. Auf Izneo findest du ein großes Angebot an europäischen & amerikanischen Manga, Graphic Novels sowie Comics, welche du über verschiedene Endgeräte, wie Smartphone, Tablet oder sogar die Nintendo Switch lesen kannst. Dort, wie auch hier unter dem Beitrag, steht euch auch eine kostenlose Leseprobe zur Verfügung. So könnt ihr in Ruhe in den Titel hereinschnuppern.

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