Rezension - Berserk (Band 2 und 3)

Berserk begibt sich in den Bänden zwei und drei aus der Gegenwart in die Vergangenheit von Guts: Aufgewachsen ohne Liebe verbringt er seine Kindheit als Söldner in diversen Kriegen, bis er schließlich auf einen weißhaarigen und geheimnisvollen Ritter trifft.

Die Serie des Mangaka Kentaro Miura erscheint seit 1989 und zählt mittlerweile 40 Bände. Die Sammelbände zwei und drei der Ultimative Edition umfassen in der regulären Ausgabe die Bände drei bis sechs. Berserk spielt in einer Fantasy-Welt und gehört zum Genre Dark Fantasy. Vor Brutalität wird in der Reihe nicht zurückgeschreckt, weshalb Berserk vor allem für ein älteres Publikum zu empfehlen ist.

In der Rezension versuche ich, auf große Spoiler zu verzichten, bedenkt aber bitte, dass ich manchmal auch wichtige Teile der Handlung erzählen muss, um meine Meinung verständlich zu reflektieren. Wollt ihr sicher gehen, nicht gespoilert zu werden, interessiert euch aber für die Reihe, schaut in meine Rezension zu Band eins rein.

ECKDATEN ZUM MANGA

Text&Zeichnungen
: Kentarou Miura
Originaltitel: Berserk
Kategorie: Seinen | Genre: Action, Fantasy, Horror
Verlag: Panini Manga
Preis: 19,99€ | Großformat

Mehr Informationen und Leseprobe

Worum geht’s?

Mit dem zweiten Band beginnt ein Rückblick auf die Vergangenheit von Guts, die alles andere als rosig ausfällt. Schon in jungen Jahren erlebt er nur Leid und muss sich als Teil von Söldnertruppen durchschlagen. Eines Tages trifft er durch einen Zufall auf “Die Falken”, eine Gruppe von jungen Söldnern, die von einem weißen Ritter mit dem Namen Griffith angeführt werden und schließt sich ihnen an. Nichts ahnend, dass es seine Zukunft nachhaltig prägen wird.

Wie war’s?

In den zwei Bänden passiert so einiges: Der Kampf mit dem Grafen endet und die beiden Konkurrenten landen durch den Behelith in der Welt der sogenannten “God Hand”. Guts steht nun zum ersten Mal wieder seinem größten Feind Griffith gegenüber, einer der fünf mächtigen Dämonen. Nach dem Kampf wird der Leser aus der Gegenwart in die Vergangenheit von Guts geworfen. Wir lernen den jungen Guts kennen und erfahren, welches Leid er bereits in jungen Jahren erleiden musste. Auch wird sein Aufeinandertreffen und seine Beziehung zu Griffith gezeigt. Die beiden Charaktere begegnen sich zufällig in ihren Jugendjahren, sind aber schnell fasziniert von der Kampfesstärke des anderen, weshalb Guts schließlich auch zum Mitglied der “Falken”, einer von Griffith angeführten Söldnertruppe, wird und mit ihnen umherstreift.

Während im ersten Band noch vieles unklar war, werden nun viele Dinge ausführlicher behandelt. Wir lernen Griffith in seiner dämonischen als auch menschlichen Form kennen und bekommen einen tieferen Einblick in die besondere Beziehung, die er und Guts zueinander zu haben scheinen. Bisher geht es vor allem um die gute Zeit, die die Charaktere miteinander verbringen, man kann aber schon Züge in Griffith erkennen, die andeuten, dass er Menschen zu seinen Gunsten benutzt und sich durch seinen Ehrgeiz immer mehr verändert. Auch wird erklärt, was es mit dem Brandmal an Guts Hals auf sich hat.

Durch die ausführliche Rückblende, die wohl auch noch einige Kapitel andauern wird, versteht der Leser zudem besser, wieso Guts zu dem Mann wurde, den wir heute kennen. Viele seine Verhaltensweisen lassen sich erklären, wenn man tiefer in die Vergangenheit des Hauptcharakters geschaut hat. Denn Guts Kindheit und Jugend war alles andere als leicht und in gewisser Weise ging es für ihn immer ums nackte Überleben. Vertrauen wurde stetig missbraucht und so scheint es auch nicht verwunderlich, dass er sich auf niemand außer sich selbst verlässt.

Während Guts sehr viel mehr Charaktertiefe erhält und man erkennt, dass in ihm nicht nur Böses und Berechnendes steckt, werden in den Rückblenden einige neue Charaktere eingeführt. Über Guts Ziehvater, bis hin zu den Kumpanen in der Söldnergruppe “Die Falken.” Besonders wichtig sind aus diesem Kreis Griffith und Kjaskar. Griffith ist der Anführer der Falken und wird später zum großen Gegenspieler von Guts werden. Er scheint zu einem gewissen Grad einen Sinn für Gerechtigkeit zu haben, schreckt aber auch nicht davor zurück andere Menschen für seine Zwecke zu nutzen oder einen Konkurrenten durch Mord aus dem Weg zu räumen. Kjaskar indes ist die einzige Frau in der Söldnertruppe. Sie ist eine taffe Frau und weiß sich unter den Männern zu behaupten. Mit Guts kommt sie zunächst nicht wirklich zurecht und ist ihm gegenüber misstrauisch, man merkt jedoch über die beiden Bände, wie sich die beiden Figuren immer mehr annähern.

Der Welt Leben eingehaucht wird durch Miuras Zeichenstil. Der Stil des Mangakas ist insgesamt ziemlich düster gehalten, aber im großen Teil des Mangas sehr detailliert und fein ausgearbeitet. Er schreckt nicht davor zurück, all die Brutalität seiner Geschichte in seinen Bildern zu zeigen. Die Kämpfe sind dabei sehr dynamisch gezeichnet und kommen ohne viel Gerede aus. Nicht selten sind dabei große Panels, die das Geschehen mit all dem Detailreichtum perfekt einfangen können.

Fazit & Bewertung

Berserk kann sich in den Bänden zwei und drei der Ultimative Edition deutlich steigern und dadurch, dass der Leser mehr Hintergrundinformationen erhält, bekommt die Geschichte mehr Tiefe. Auch das Handeln von Guts selbst kann durch den Blick in seine Vergangenheit deutlich besser nachvollzogen werden.

Ich für meinen Teil bin jetzt gespannt, wohin die Reise von Guts in den kommenden Bänden gehen wird.

Vielen Dank an Panini Manga für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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