Rezension - Brother for Rent Band 2

Auf Kanami warten einige Veränderungen. Viele davon sind für die junge Schülerin positiv, doch die schlechten Erlebnisse im eigenen Haushalt kann Kanami einfach nicht abschütteln und so bestimmen Angst und Unsicherheit ihren Alltag.

Brother for Rent war einer der positiven Neustarts im Sommerprogramm und der erste Band der Reihe hatte mir sogar besser gefallen, als ich zunächst erwartet hatte. Somit war ich dann richtig gespannt auf den zweiten Band der insgesamt vierbändigen Reihe, die gleichzeitig das Debüt der Mangaka auf dem deutschen Markt darstellt.

ECKDATEN ZUM MANGA

Text&Zeichnungen: Hako Ichiiro
Originaltitel: Rental Onii-chan
Genre: Drama, Slice of Life
Verlag: Egmont Manga
Preis: 7,00 €

In vier Bänden abgeschlossen

Weitere Informationen zu Brother for Rent & Leseprobe

Worum geht es?

Kanami hat es in ihrem Leben nicht leicht. Nach dem Tod ihrer Eltern hat sich ihr Bruder völlig verändert und verhält sich gegenüber ihr nur noch abweisend. Auch in der Schule kann sie nicht so richtig Anschluss finden. Einzig ihr Leihbruder, für dessen Zeit sie bezahlt, kann für ein paar heitere Stunden sorgen. Nun will er ihr sogar seine Freunde vorstellen und ermöglicht ihr dadurch einen tieferen Einblick in sein Leben.

Wie war’s?

Brother for Rent bietet auch im zweiten Band der mit vier Bänden recht kurzen Reihe eine rundum gelungene Story. Dem Leser werden dieses Mal nicht nur Einblicke in das Leben der Schülerin und ihren Bruder gewährt, sondern auch in das ihres Mietbruders. Nachdem Kanami den Mut gefasst hat und sich langsam ihren Schulkameradinnen annähert, stellt Makoto sie ihren Freunden vor, damit sie sich mutiger in Umgang mit Erwachsenen und Fremden fühlt.

In diesen Kapiteln lernt der Leser nicht nur seine Freunde kennen, sondern erhält auch mehr Einblick in Makotos Vergangenheit und kann so nachvollziehen, wieso er Kanamis Situation so gut versteht und warum ihm so sehr daran gelegen ist, dem Mädchen zu helfen und ihr ein Lächeln auf’s Gesicht zu zaubern.

Kanami macht zum ersten Band eine große Entwicklung durch. Durch die geliehene Zeit bei Makoto lässt sie sich in ihren Umgang mit anderen nicht mehr von den schlechten Erfahrungen mit ihrem Bruder beeinflussen, sondern durch die enorme Hilfsbereitschaft und Güte ihres Leihbruders. Das führt schließlich auch dazu, dass sie durch ein mutiges Handeln in einer Situation endlich Anschluss in ihrer Klasse findet und auch einmal nur eine junge Schülerin sein kann. Auch im Umgang mit ihrem Bruder möchte sie stark sein und versucht alles, damit er sie wieder in sein Leben lässt. Kanami geht sogar so weit und verzichtet darauf, Makoto weiter zu mieten. Sie möchte stark sein, es immer wieder versuchen und schöpft auch Mut aus der Geschichte, die sie von Makotos Freunden gehört hat.

Die Gefühle von Kanami sind dabei gut dargestellt und man kann sich sehr gut in das Seelenleben von ihr hineinversetzen. Wie sie sich Mühe gibt und schließlich doch wieder eine große Enttäuschung hinnehmen muss, als all ihre Bemühungen nicht helfen zu scheinen. Sie kommt ihrem wahren Bruder einfach nicht näher und die Situation im eigenen Haus ist beängstigend und festgefahren.

Dadurch dass man in diesem Band auch über Makoto viel erfährt, kann man auch sein Handeln deutlich besser verstehen als noch im ersten Band. Man weiß, wieso ihm so viel daran liegt, dass es für Kanami gut ausgeht und das er auf eine ganz ähnliche Vergangenheit zurückblickt. Er schreckt auch vor eine Lüge nicht zurück, damit das Mädchen Hoffnung schöpft, wenn er ihr auch im späteren Verlauf gesteht, dass er nicht ganz die Wahrheit gesagt hat. Makoto möchte Kanami davor beschützen, dass sie sich letztendlich völlig verschließt und versucht, der Mensch für sie zu sein, die seine Freunde damals für ihn waren. Entsprechend ist auch sein Angebot zum Ende des Bandes sehr gut nachzuvollziehen, mit dem Makoto versucht, Kanami nicht aus den Augen zu verlieren.

Noch kein wirklicher Fortschritt ist hingegen bei Kanamis Bruder zu verzeichnen. Angesichts von noch zwei ausstehenden Bänden bleibt so die Frage, ob der Leser am Ende überhaupt ein glückliches Geschwisterpaar zu Gesicht bekommen wird. Auch bin ich weiter gespannt darauf, ob wir den Grund für seine plötzliche Abweisung gegen die jüngere Schwester erfahren werden.

Die große Bandbreite an Emotionen, auf die der Leser in dem Band trifft, kann die Mangaka durch ihre Zeichnungen gut umsetzen und vor allem durch die Augen der jeweiligen Charaktere werden ihre wirklichen Gefühle sichtbar, auch wenn sie in diesem Augenblick eine völlig gegenteilige Aussage machen. Ihr Stil ist auch in diesem Band wieder sehr klar. Zudem gibt es viele größere Panel, die ab über eine Seite oder Doppelseite gehen. Dadurch kann die Mangaka in diesen Szenen die Emotionen noch einmal deutlich besser darstellen.

In der Aufmachung erhält der Leser wieder eine Farbseite zu Beginn des Bandes, die dieses Mal Kanami und ihren Bruder zeigt.

Fazit & Bewertung

Der zweite Band der Reihe konnte für mich nahtlos an den Auftakt anknüpfen. Die Charaktere machen große Entwicklungen durch und auch die Mischung zwischen dunkleren und heiteren Momenten stimmt, wenn diese auch oft durch einen melancholischen Unterton durchzogen sind.

Der Band endet mit einer interessanten Situation und ich bin schon richtig gespannt, wie es im dritten Band weitergehen wird.

Vielen Dank an Egmont Manga für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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