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Don’t Lie to Me: Paranormal Consultant (Band 1) Manga Rezension

Don’t Lie to Me: Paranormal Consultant (Band 1)

Mit Don’t Lie to Me startete jüngst eine neuer Shojo-Reihe bei Carlsen Manga. Wieso sich der Titel auch für Shojo-Muffel lohnt, erfahrt ihr in meiner Rezension zu Band eins.

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Mit Don’t Lie to Me: Paranormal Consultant startet im Juni eine neue Shojo-Reihe bei Carlsen Manga. Die Serie stammt aus der Feder von Mangaka Ritsu Miyako und erschien vom Juni 2012 bis zum März 2018 im Bessatsu Hana to Yume-Magazin von Herausgeber Hakusensha.

Hakusensha veröffentlichte die Reihe zudem in zehn Sammelbänden.

Don’t Lie to Me ist für die Mangaka das Debüt auf dem deutschen Markt.

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Story&Zeichnungen:  Ritsu Miyako | Originaltitel: Usotoki Rhetoric | Übersetzung: Antje Bockel| Genre: Mystery| Demografische Zielgruppe: Shojo| Verlag: Carlsen Manga | Preis: 5,00€ (Bis 01.01.2023, dann 7,00€, alle übrigen Bände 7,00€) | Weitere Informationen zum Titel

Wie war’s?

Kanoko Urabe weiß, wenn jemand lügt. Sie kann das am Klang der Stimme hören. Als sie als junges Mädchen die Lügen der anderen Dorfbewohner aufdeckt, wird sie deshalb geächtet. Schließlich wird sie dazu gezwungen, ihr Heimatdorf zu verlassen und versucht, in der Stadt Tsukumoya im Japan der 1920er Jahre einen Platz für sich zu finden und möglichst nicht aufzufallen.

Bei einer zufälligen Begegnung trifft Kanoko auf Soma Iwai, einen begabten, aber mittellosen Detektiv. Und obwohl sie sich vorgenommen hat, ihre Gabe nicht öffentlich zu machen, wird sie schließlich durch eine lebensbedrohliche Situation dazu gezwungen, ihre Fähigkeit unter Beweis zu stellen. Kanoko befürchtet schon, dass sie erneut weiterziehen muss, doch Soma findet ihre Fähigkeit erstaunlich und möchte sie unbedingt als Assistentin an seiner Seite.

Die Detektei Iwai macht sich bald einen Namen, indem sie ihren Kunden mit Somas scharfen Verstand und Kanokos Fähigkeiten hilft, Fälle zu lösen.

Don’t Lie to Me konzentriert sich im ersten Band auf die Einführung der Protagonisten und ihr Aufeinandertreffen. Diesem Kapitel folgen Mini-Arcs von unterschiedlichen Fällen, die die beiden gemeinsam lösen. Die Rätsel variieren von banalen Dingen bis hin zu größeren Aufträgen und Mordfällen.

Obwohl die Fälle alle unabhängig voneinander betrachtet werden können, so ist es keinesfalls ein rein episodischer Manga. Die beiden Figuren entwickeln sich über die Kapitel und insbesondere Kanoko merkt man an, dass sie sich in ihrer neuen Umgebung mit der Zeit immer wohler zu fühlen scheint. Auch die Beziehung der beiden Charaktere macht eine Veränderung durch. Von Romantik kann man zum frühen Zeitpunkt der Handlung noch nicht sprechen, aber es gibt genug Andeutung darauf, dass sich eine besondere Bindung zwischen den beiden Hauptcharakteren zu entwickeln scheint.

In Bezug auf den Mystery-Faktor liefert der Titel solide Spannung ab und kann mit vielen Werken aus der Shonen-Demografie mithalten. Auch hier gelingt es Mangaka Ritsu Miyako, eine gute Dynamik zwischen den Figuren zu schaffen. Mit Kanoko hat er zwar einen menschlichen Lügendetektor an seiner Seite, doch dass heißt nicht, dass die Fälle einfach zu lösen sind. Soma sammelt Beweise, um seine Theorie zu festigen und kommt dadurch zu einer Lösung des Falls.

Auch wenn es ein übernatürliches Element gibt, ist das reine Mystery-Element in diesem Manga das dominierende. Die Rätsel sind nicht so komplex, dass man den Weg zur Auflösung nicht nachvollziehen kann, aber auch nicht zu einfach, als dass man direkt auf die vollständige Antwort des Falles kommt.

Getragen wird der Manga auch durch seine interessanten Charaktere, deren Reaktionen und Interaktionen gut ausgearbeitet sind und die eine gute Chemie aufweisen. Soma hat eine frohe Natur und auch wenn er zuweilen nur auf Geld aus zu sein scheint und ein wenig oberflächlich wirkt, so stellt sich schnell heraus, dass er für diejenigen, die ihm nahestehen, viel unternimmt, um ihr Glück zu gewährleisten.

Die Protagonistin ist aufrichtig und gutherzig. Gleichzeitig aber besitzt Kanoko durchaus auch die Fähigkeit, für ihre Werte einzustehen und insbesondere mit der Zeit ist sie gegenüber Soma immer offener. Auch die Nebenfiguren sind gut aufeinander abgestimmt und bringen der Handlung einen Mehrwert.

In den Genre-Mix aus Mystery und seichter Romance fließt auch Comedy ein. Die ist bislang außerordentlich gut gesetzt. Der Titel wird immer wieder durch leichte Elemente aufgeheitert, ohne dass sie zu viel werden und die anderen Elemente der Reihe zu Erdrücken drohen.

Ritsu Miyako haucht dem Manga mit ihren Illustrationen Leben ein. Ganz im Zeichen des Shojo-Mangas haben ihre weiblichen Charaktere große Augen und sie arbeitet viel mit Panels, die ohne Begrenzung auskommen oder sich mit anderen überschneiden. Die Panels pro Seite haben bei Miyako vergleichsweise aber eine doch recht große Anzahl und sie arbeitet mit detaillierten Hintergründen.

Viele Verzierungen der Panels mit Blumen oder Sternen findet man ebenfalls nicht, was mitunter auch daran liegt, dass der Mystery-Anteil klar im Fokus steht. Die Aussagen, in denen Kanako Lügen erkennt, sind für die Leser*innen so unterlegt, dass sie auch für sie direkt zu erkennen sind. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang auch, dass der Textanteil in der Reihe vergleichsweise hoch ist.

Carlsen Manga bringt die Serie im normalen Taschenbuch heraus. Farbseiten sind im ersten Band nicht erhalten. Als besonderes Extra wird die Serie mit einem Rückenbild ausgestattet. Hier hat sich der Verlag dazu entschlossen, auch den Titel der Reihe in das Rückenbild einfließen zu lassen. Dieses hat den Vorteil, dass man ein recht großes Bild wählen konnte. Birgt aber auch den Nachteil, dass insbesondere Band eins und zwei im Regal noch nicht sofort der Reihe zuzuordnen sind, da sich auf dem Buchrücken nur der Name der Mangaka befindet.

Fazit

Don’t Lie to Me: Paranormal Consultant bietet der Leserschaft einen interessanten Genre-Mix aus Mystery, historischem Manga sowie Comedy und einem Hauch von Romantik. Der Manga dürfte sich dabei auch für diejenigen lohnen, die der Shojo-Demografie normalerweise ausweichen. Der Romance-Anteil ist mehr als gering und in Band eins befinden sich lediglich Andeutungen in diese Richtung.

Auch trifft man auf eine durchaus reife Protagonistin, die beim Anblick des Protagonisten nicht direkt ins Stottern verfällt und beschämt zu Boden schaut.

Aus meiner Sicht liefert der erste Band eine gute Unterhaltung ab und ich bin gespannt, wohin sich der Manga noch entwickeln wird.

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Bei diesem Manga handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir freundlicherweise von Carlsen zur Verfügung gestellt worden ist. Vielen Dank dafür!

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