Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

Hell’s Paradise: Jigokuraku (Band 6)

Hell’s Paradise: Jigokuraku (Band 6)

[Anzeige, da Rezensionsexemplar]

Ich musste zwar erst überredet werden, Hell’s Paradise zu lesen. Doch die Serie hatte sich im letzten Jahr schnell zu meinen Favoriten hochgearbeitet und ich freue mich auf jeden neuen Band.

In Japan erschien Hell’s Paradise im Online-Magazin Shonen Jump + des Shueisha-Verlags. Dort fand der Titel Ende Januar 2021 mit dem 127. Kapitel sein Ende und wird so in der Summe 13 Bände umfassen. Auf dem deutschen Markt erscheint Hell’s Paradise bei KAZÉ-Manga, welche 2015 bereits die dreibändige Reihe Fantsama von Yuij Kaku veröffentlichten. In diesem Jahr ist von der Reihe ein Komplettset zu erwerben.

Mit dem Ende der Manga-Reihe wurde gleichzeitig eine Anime-Adaption angekündigt.

In der Rezension versuche ich, auf große Spoiler zu verzichten, bedenkt aber bitte, dass ich manchmal auch wichtige Teile der Handlung erzählen muss, um meine Meinung verständlich zu reflektieren. Wollt ihr sicher gehen, nicht gespoilert zu werden, interessiert euch aber für die Reihe, schaut in meine Rezension zu Band eins rein.

Text/Zeichnungen: Yuji Kaku | Originaltitel: Jigokuraku | Verlag: KAZÉ Manga | Kategorie: Shonen | Genre: Action, Mystery | Preis: 6,95€ | abgeschlossen in 13 Bänden |  Weitere Informationen

Inhalt

Gabimaru der „Seelenlose“ ist ein gefürchteter Ninja und hat die Todesstrafe erhalten. Doch nachdem alle Versuche scheitern, ihn zu töten, wird Scharfrichterin Sagiri hinzugezogen. Die erkennt hinter dem leeren Blick des Auftragskillers mehr und macht mit ihm einen Deal. Er soll sie auf eine gefährliche Insel begleiten und das “Elixier der Unsterblichkeit” finden. Im Gegenzug wartet die Begnadigung auf ihn. Auf der Insel aber stellt sich schnell heraus, dass die Aufgabe deutlich schwieriger ist, als es zunächst den Anschein hat. Die einzelnen Teams treffen auf kuriose Wesen und eine große Macht, die ihnen nach den Leben trachtet.

Wie war’s?

Im letzten Band verlor Gabimaru seine Erinnerungen, nachdem er sein Tao aufgebraucht hatte, während Sagiri und ihre Crew einen der Tenzen besiegten. Im neuen Band treffen Gabimaru und Aza Chobe aufeinander. Gabimaru leidet allerdings weiterhin unter dem übermäßigen Gebrauch von Tao, aber auch unter dem Gedächtnisverlust und gerät insbesondere dadurch an seine Grenzen. Aber auch Chobe steckt in Schwierigkeiten, als er plötzlich von einer Kraft in ihm drin übermannt wird und die Kontrolle über sich und seinen Körper verliert.

Der Kampf hält einiges an Action für die Leser*innen bereit, wird von Mangaka Kaku aber auch genutzt, um Chobes Charakter zu vertiefen und vielschichtiger zu formen. Bisher war Chobe jemand, der sich genommen hat, was er wollte. Er hat sich das Tan derer genommen, die er getötet hat, und sich den Gräueln der Insel furchtlos gestellt. In dem Kampf mit Gabumaru aber muss er erkennen, dass er, anders als er selbst bislang geglaubt hatte, etwas hat, was er nicht verlieren möchte: seinen Bruder. Diese Erkenntnis macht ihn noch stärker und hilft ihm, die Kontrolle über die Kraft in ihm drin zu behalten und in Stärke und in seinem Charakter zu wachsen. Er ist bereit, alles Nötige zu tun, um zu seinem Bruder zurückzukehren, als sie getrennt werden, auch eine enge Verbindung mit den Tenzen einzugehen.

Die Kraft, die damit einher kommt, jemand zu verlieren, spielt auch im späteren Band noch einmal eine Rolle, als Gabimaru wieder mit der Gruppe um Sagiri vereint wird und sie nicht nur vor der Aufgabe stehen, die Verwundeten zu retten, sondern auch stärker zu werden, um gegen die Tenzen und neue Gegner zu bestehen. Diese landen zum Ende des Bandes auf der Insel und versprechen noch mehr Action in den nächsten Bänden.

Bei dem Wiederaufeinandertreffen der beiden Gruppen konzentriert sich Kaku vor allem auf Gabimaru und Sagiri und darauf, wie sich ihre Verbindung seit dem ersten Tag auf der Insel verändert hat. Hier wird es spannend sein, wie sie das für sich nutzen können. Gleichzeitig steht das, einmal mehr, im Kontrast mit dem Weg den Chobe an dieser Stelle wählt, was für weitere Spannungsmomente sorgt.

Wie in den Bänden zuvor bringt Kaku auch hier wieder den Leser*innen näher, wie die Insel funktioniert. Es wird mehr über die Tenzen erzählt und es gibt eine große Enthüllung, die die Handlung beeinflussen könnte und die Hoffnungen der Charaktere stärkt, dass es möglich ist, die Insel zu verlassen. Diese Stellen könnten einige Leser*innen abschrecken, da es doch auf der Hut zu sein gilt, um die Informationen richtig zu verstehen und einzuordnen. Sie erdrücken aber niemals die Handlung.

Wie schon in den vorherigen Rezensionen zu der Reihe erwähnt, kann Kaku auch durch seinen Zeichenstil überzeugen. Die Illustrationen sind detailliert, haben eine tolle Dynamik in den Kämpfen, sodass er die Bewegungen und Schnelligkeit gut darstellen kann. Hell’s Paradise verbindet Body-Horror mit einer sanften, bizarren Schönheit.

In der Ausstattung liefert KAZÉ-Manga als Extra ein Ausklapp-Poster. Der Umschlag wurde matt gehalten, während der Titel und der Farbklecks hinter der Bandanzahl mit Spottlack überzogen sind und sich durch Reliefdruck leicht vom Rest absetzen. Ein wenig schade ist, dass im sechsten Band leider ein Produktionsfehler aufritt. Aufgrund eines Problems bei der Übertragung der Schriftarten zur Druckerei wurden hn-Buchstabenfolgen in eine 1/2 gewandelt. Dieses kann insbesondere zu Beginn stören, später aber überliest man das schnell.

Fazit

Hell’s Paradise hat auch im sechsten Band sein Ziel fest vor Augen. Es gibt wieder einige Erklärungen, wie die Insel überhaupt funktioniert, Kaku schafft es aber, diese nicht trocken wirken zu lassen und sauber in seine Handlung einzubauen. In Bezug auf die Charaktere liegt der Fokus in diesem Band vor allem auf Gabimaru und Chobe und es weiß wieder zu beeindrucken, wie gut Kaku es gelingt, die beiden Wege gegenüberzustellen.

Wer ein neues Shonen-Abenteuer lesen möchte, welches mit erwachseneren Zügen daherkommt und auch eine Portion Body-Horror und Action liefert, für den bleibt Hell’s Paradise auf jeden Fall eine perfekte Wahl.

Weitere rezensierte Bände der Serie

Band 1 | Band 2 & 3 | Band 4 | Band 5

Bei diesem Manga handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir freundlicherweise von KAZÉ-Manga zur Verfügung gestellt worden ist. Vielen Dank dafür!

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