Hell's Paradise - Band 2 und 3

Yuij Kaku’s Hell’s Paradise ist eine Manga-Reihe, die wunderschön, bizarr, und actionreich zugleich ist. Wer erwachseneren Shonen lesen möchte, könnte hier sicherlich fündig werden.

Nachdem mich Band eins der Reihe wirklich positiv überrascht hatte, stand für mich außer Frage, dass ich diese Reihe weiterverfolgen möchte. Inzwischen sind in Japan elf Bände erschienen, es wurde aber bereits angekündigt, dass die Serie nicht mehr lange gehen wird und somit für mich mit einer ansprechenden Bandanzahl endet. In Deutschland erscheint der Manga bei KAZÉ-Manga. Seine Debüt-Reihe hierzulande war 2015 Fantsama.

In der Rezension versuche ich, auf große Spoiler zu verzichten, bedenkt aber bitte, dass ich manchmal auch wichtige Teile der Handlung erzählen muss, um meine Meinung verständlich zu reflektieren. Wollt ihr sicher gehen, nicht gespoilert zu werden, interessiert euch aber für die Reihe, schaut in meine Rezension zu Band eins rein.

ECKDATEN ZUM MANGA
Text & Zeichnungen
: Yuji Kaku
Originaltitel: Jigokuraku
Kategorie: Shonen | Genre: Action, Mystery
Verlag: KAZÉ-Manga
Preis: 6,95€

Weitere Informationen & Leseprobe

Worum geht’s?

Gabimaru der „Seelenlose“ ist ein gefürchteter Ninja und hat die Todesstrafe erhalten. Doch nachdem alle Versuche scheitern, ihn zu töten, wird Scharfrichterin Sagiri hinzugezogen. Die erkennt hinter dem leeren Blick des Auftragskillers mehr und macht mit ihm einen Deal. Er soll sie auf eine gefährliche Insel begleiten und das “Elixier der Unsterblichkeit” finden. Im Gegenzug wartet die Begnadigung auf ihn. Auf der Insel aber stellt sich schnell heraus, dass die Aufgabe deutlich schwieriger ist, als es zunächst den Anschein hat.

Wie war’s?

Nachdem der Leser im ersten Band einen kleinen Vorgeschmack bekam, verdichtet sich in Band zwei und drei die Handlung. Die Verurteilten sind auf der Insel angekommen und die Gefahren, auf die Gabimaru und Sagiri dort stoßen werden mit einem Schlag deutlich: Nicht nur müssen sie sich gegen Angriffe von mysteriösen Ungeheuern auf der Insel wehren, sondern auch von anderen Verbrechern.
Aber auch dem Geheimnis um das Elixier scheinen sie einen Schritt näher zu kommen, als sich herausstellt, dass auf der Insel Leben zu existieren scheint. Und nicht nur das, sondern auch eine Gruppe von mysteriösen, offenbar unsterblichen Wesen, von denen eine große Gefahr für die ausgesetzten Paare ausgeht.

Der zweite Band nimmt sich viel Zeit, um uns die anderen Paare neben Gabimaru und Sagiri vorzustellen. Dabei ist die Charakterisierung auch hier wieder sehr gelungen und man erhält genug verschiedene Figuren, die einen unterschiedlichen Antrieb haben. Zu Gabimaru und Sagiri stößt die Kunoichi Yuzuriha, die zwei Bewacher an ihrer Seite hat. Darüber hinaus lernen wir auch Chobe, den Sohn eines Ronin-Samurai kennen, der zu einem Banditen wurde und der es satthat, dass die Sünden seines Vaters an ihn und seine Schwester Toma weitergegeben wurden sowie Nurugui, ein androgynes Mädchen, das in einem rebellischen Bergstamm aufwuchs.

Gleichzeitig wird tiefer in Sagiris Geschichte und Persönlichkeit geblickt, die dabei sehr gut aufgebaut ist. Auch auf der Insel steht sie Vorurteilen gegenüber, weil sie als Frau ein Schwert schwingt. Das einzige, was die Samurai um sie herum wahrzunehmen scheinen, ist ihr Geschlecht und nicht ihre Begabung. Dennoch steht sie ihre Frau und lässt sich nicht so leicht unterkriegen.

Während der zweite Band vor allem dazu dient, den Leser mehr in die Welt und die Charaktere einzuführen, nimmt der dritte Band eine Schlüsselrolle ein. Wir erfahren mehr über das Elixier und der Antagonist der Geschichte hat seinen ersten Auftritt. Es stoßen zudem zwei weitere Charaktere dazu, die ebenfalls eine größere Rolle in der Handlung einnehmen könnten: das Mädchen Mei und Hoko, eine Art Baummensch und wie Mei ein Inselbewohner. Insbesondere hinter Mei scheint eine größere Geschichte zu stecken. Sie wirkt auf den ersten Blick wie ein normales Mädchen, scheint jedoch ungemeine Kräfte zu verbergen.

Die Action steht auch in diesen beiden Bänden im Fokus und wir bekommen packende Kämpfe geliefert, dennoch verpasst es der Mangaka nicht, seinem Publikum auch leichtere Szenen zu liefern, in denen trotz allem einiges an Symbolkraft steckt: So etwa die Szene, in der Mei zum ersten Mal in ihrem Leben badet oder ein Flashback von Gabimaru und seiner Frau.

Wie schon im Auftaktsband kann Yuji Kaku mit einem beeindruckenden Artwork den Leser völlig in den Bann ziehen. Seine Zeichnungen sind detailliert, haben aber dennoch in Kampfszenen, die gewisse Dynamik, die es braucht, um Bewegungen und Schnelligkeit gut dazustellen. Hell’s Paradise verbindet Body-Horror mit einer sanften Schönheit. Seinen Höhepunkt dieses Element sicherlich im finalen Kampf im dritten Band, in dem Gabimaru einem der Tensen ausgeliefert ist, gottähnlichen Wesen mit nahezu unbegrenzter Regeneration und Ausdauer.

In der Ausstattung liefert KAZÉ-Manga als Extra ein Ausklapp-Poster. Der Umschlag wurde matt gehalten, während der Titel und der Farbklecks hinter der Bandanzahl mit Spottlack überzogen sind und sich durch Reliefdruck leicht vom Rest absetzen.

Fazit & Bewertung

Der zweite Band von Hell’s Paradise hatte mir ein wenig zu viel Input über die Charaktere, konnte aber insbesondere zum Ende wieder Fahrt aufnehmen. Band drei hat mich dann wieder gänzlich überzeugt und ich freue mich wirklich darauf, bald den vierten Band der Reihe lesen zu können.

Die Reihe vereint eine tiefe Story, gute Charaktere sowie Body-Horror und Action und spricht damit vor allem das ältere Publikum an, welches von seichter Shonen-Action gelangweilt sein konnte.

Weitere rezensierte Bände der Serie:
Band 1

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