Innocent - Manga Rezension

Mit Innocent habe ich zuletzt mal wieder einen Manga mit historischen Kontext gelesen. Die Reihe spielt in den Vorwehen der Französischen Revolution. Wie mir die ersten sechs Bände gefallen haben, erfahrt ihr in meiner heutigen Rezension.

Aufmerksam geworden bin ich auf Innocent durch die atemberaubenden Cover. Die haben etwas an sich gehabt, dass einen sofort in den Bann zog und ich wusste, dass ich diese Reihe irgendwann unbedingt auch lesen muss. Die Reihe ist in neun Bänden abgeschlossen und bei Tokyopop erschienen. Gezeichnet wurde sie von Shin’ichi Sakamoto, von dem es die erste Reihe auf dem deutschen Markt ist.

Die Reihe beruht auf zahlreichen realen historischen Begebenheiten und Figuren, was ihn für mich sehr interessant machte.

ECKDATEN ZUM MANGA

Text&Zeichnungen: Shin’ichi Sakamoto
Originaltitel: Innocent
Zielgruppe: Seinen | Genre: Drama, Historisch
Verlag: Tokyopop
Preis (Ebook-Version): 7,99€ , Printausgabe: 9,95€

In neun Bänden abgeschlossen

Worum geht es?

Die Manga-Reihe im 18. Jahrhundert, wenige Jahre vor der Französischen Revolution. Charles-Henri ist sein Schicksal vorherbestimmt und nach dem Ableben seines Vaters soll er einmal die Position des Henkers von Paris übernehmen. Die Familie wird vom Volk geächtet und verurteilt und zunächst möchte Charles nichts mit dem ihm auferlegten Schicksal zu tun haben, muss aber schnell feststellen, dass es kein Entrinnen gibt und fügt sich seiner Aufgabe.

Meine Meinung

Die Handlung des Mangas folgt im wesentlichen Punkten der Historie. Sowohl Charles-Henri Sanson als auch viele weitere Charaktere, die in dem Manga aufgegriffen werden, haben tatsächlich existiert und die Scharfrichter-Familie Sanson hat große Memoraren hinterlassen, aufgrund derer sich viele Eigenheiten der Familie nachverfolgen lassen. Dennoch hat sich Sakamoto die Freiheit genommen, einige Kleinigkeiten abzuändern, um den Manga dramatischer zu gestalten. Die Hauptevents und die zum Teil hingerichteten Personen stimmen aber mit den realen Gegebenheiten überein.

Bisher hat mir die Story von Innocent gefallen und es gibt einige interessante Handlungsstränge. Es gab aber auch einige Momente, da waren mir die Zeitsprünge zu groß und es wirkte eher wie aneinandergereihte Episoden.

Hauptcharakter der Reihe ist Charles-Henri. Wir begleiten ihn in den ersten sechs Bänden, wie er von einem unsicheren jungen Mann, zu einem gnadenlosen und bestimmenden Familienoberhaupt der Scharfrichterfamilie Sanson heranwächst. Seine Entwicklung ist beeindruckend, wenn ich sie zu Beginn auch etwas zu schnell fand. Ich hätte gerne mehr über Charles in seinen jungen Jahren erfahren.

Allerdings konnte ich zu ihm irgendwie nur zu Anfang eine Bindung aufbauen, später tat ich mich schwerer seine Handlungen und Charakterentwicklungen nachzuvollziehen, die sich oft aufgrund kurzer Szenen und Momente völlig veränderten.

In späteren Bänden rückt dann auch seine Schwester Marie immer mehr in den Vordergrund. Anders als ihr älterer Bruder hatte sie schon als ein kleines Mädchen eine große Begeisterung für den Tod und hat sich ein für die damalige Zeit großes Ziel gesetzt. Sie möchte sich nicht in die gesellschaftlichen Normen hineinquetschen lassen und arbeitet daraufhin als Scharfrichterin anerkannt zu werden. Marie ist ein starker weiblicher Charakter mit viel Kühle, aber auch einem zerbrechlichen Kern. Für mich war sie der Charakter, deren Handlungsstränge ich am spannendsten fand.

Neben diesen Beiden treten auch zahlreiche weitere Charaktere auf. In den ersten Bänden nehmen so unter anderem der Vater und die Großmutter eine große Rolle ein, was die Entwicklung von Charles und Marie anbelangt. Ab Band fünf rückt dann auch Marie-Antoinette, die spätere Königin Frankreichs, immer mehr in den Mittelpunkt.

Bis auf Marie und Charles blieben die Charaktere für mich aber doch eher oberflächlich und blass. Da hätte ich mir ein wenig mehr gewünscht.

Was einem zuerst in den Blick fällt, wenn man den Manga öffnet, ist dieser atemberaubende Zeichenstil. Shin’ichi Sakamoto zeichnet die Reihe in einem großartigen Detailreichtum, der einen sofort in die damalige Zeit versetzt. Sei es bei den Hintergründen oder den Kostümen. Auch besitzt er eine unglaubliche Bildsprache mit viel Metaphorik, die er vor allem in den Hinrichtungsszenen verwendet. Auch streut er ab und an Zitate aus der Bibel oder aber den Memoraren der Sansons ein. Ich finde aber auch, dass ihm ab und an das Detailreichtum und das “Streben nach Schönheit” zum Verhängnis wird. Es gibt ein paar Szenen, die einen als Leser erschrecken und anwidern sollen, die bei mir aber irgendwie nicht ankamen.

Nicht unterschätzen darf man die Gewalt in dem Manga. Nicht umsonst wird Innocent ab Band zwei mit 18+ eingestuft. Die vollzogenen Hinrichtungen als auch Folterungen werden unverblümt gezeigt, wenn auch Sakamoto durch Bildvergleiche dafür sorgt, dass sie nicht splitterhaft wirken.

Fazit

Innocent ist ein Manga für all diejenigen, die nach etwas suchen, was sich von der üblichen Mainstream-Masse abhebt und keine Probleme mit historischen Bezügen haben. Vor Gewaltszenen allerdings sollte man als Leser nicht zurückschrecken, denn die sind in den ersten sechs Bänden reichlich vorhanden. Es gab zwar ein paar Schwächen aus meiner Sicht, insgesamt war es aber ein gutes Lesevergnügen mit neuer Thematik.



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