Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

Links Manga Rezension

Links

[Anzeige, da Rezensionsexemplar]

Natsuki Kizu ist auf dem deutschen Markt bereits durch ihren Boys-Love-Titel Given bekannt. Mit Links bringt Egmont Manga nun ein weiteres Werk der Mangaka auf den hiesigen Markt.

Links erschien in Japan im Jahr 2014 unter dem gleichen Titel im Boys-Love-Magazin Be x Boy GOLD von Libre Publishing.

Kizu versuchte sich zunächst im Doujinshi-Bereich. Ihr erstes offizielles Werk Yukimura-sensei to Kei-kun erschien 2013 als Sammelband beim Libre Shuppan Verlag. Diesem Einzelband folgte 2014 Links. Given ist ihre erste längere Mangareihe.

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Text & Zeichnungen: Natsuki Kizu | Originaltitel: Links | Übersetzung: Monika Hammond| Verlag: Egmont Manga | Genre: Boys Love, Drama | Preis: 8,00€ | Einzelband | Weitere Informationen & Leseprobe

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Wie war’s?

Natsuki Kizu betrachtet in dem Einzelband “Links” vier Paare mit ihrer eigenen Liebesgeschichte, die sie jedoch alle auf die eine oder andere Weise miteinander verbindet.

Sekiya ist ein Radiomoderator, der für seine Ratschläge an die Hörer bekannt ist, aber selbst alles andere als positiv auf sein Leben schaut. Seit einiger Zeit wird er immer wieder von Shibata angesprochen, einem fröhlichen jungen Mann, den er nur schwer einschätzen kann, aber der in ihm neue Gefühle weckt.

Akiha ist ein junger Cafébesitzer, dem es schwerfällt, sich auf eine Beziehung einzulassen, während Yahiko, der ihn innig liebt, darauf wartet.

Kameda hingegen hat eines Tages einen jungen Mann zusammen mit einer Katze bei sich aufgenommen. Seitdem kümmern er und Ogikawa sich gemeinsam um das Tier und verbringen so ihre Tage miteinander.

Nakajo und Sado scheinen ein sehr ungewöhnliches Paar zu sein: Obwohl sie eine Beziehung führen und manchmal sagen, dass sie ein Paar sind, streiten sie sich oft und scheinen sich manchmal sogar zu hassen.

Der Band beginnt nach dem gängigen Schema. Schnell jedoch stellt sich für die Leserschaft heraus, dass wir es hier nicht mit einem klassischen Kurzgeschichtenband zu tun haben. Es wird klar, dass die Nebenfiguren eines Kapitels zu den Hauptfiguren eines anderen werden und umgekehrt. Dadurch entsteht nach und nach eine Verbindung zwischen den verschiedenen Figuren und wir finden langsam heraus, was in ihnen vorgeht.

Durch den gewählten Erzählstil werden aber auch die sozialen Beziehungen und Emotionen, die die verschiedenen Figuren miteinander teilen, hervorgehoben. Auch der Unterschied zwischen der Realität und dem äußeren Schein wird gezeigt. Das gilt vor allem für das Paar Sado und Nakajo. Sie treten früh als Nebenfiguren auf und wirken nach außen wie ein gewöhnliches Paar, das sich häufig streitet. Als die beiden Männer jedoch in den Fokus gerückt werden, bekommt die Leserschaft einen tiefen und emotionalen Blick in eine Beziehung, die auf einem tragischen Ereignis aufgebaut wurde. So klammern sie sich aneinander, um nicht in den Abgrund ihres Elends zu stürzen.

Mit ihrer Geschichte ist die von Akiha verstrickt, der den Menschen, den er über alles liebte, verliert und der seitdem damit hadert, sein Leben neu auszurichten und wieder Glück zuzulassen. Ein Teil dieser Kurzgeschichte konzentriert sich darauf, wie er im Alltag mit der Vergangenheit, die ihn verschlingt, und der Zukunft, die sich ihm mit einem anderen Mann bietet, zurechtkommt.

Mit den anderen zwei Paaren werden leichtere Liebesgeschichten geboten, die einen Hauch von Frische in die traurige und belastende Atmosphäre bringen.

Gemeinsam haben die vier Paare allerdings, die Schwierigkeiten, eine Beziehung zueinander aufzubauen, was in der Regel auf vergangene Schmerzen und Traumata zurückzuführen ist. Was Kizu zum Anlass nimmt, einige schwierige Themen aufzuarbeiten. Trauer, Schuldgefühle, das Gefühl, nicht normal zu sein oder das Konzept der Familie werden in den Storys aufgegriffen.

Was die Illustrationen betrifft überzeugt die Mangaka mit einem angenehmen, feinen Strich, der eine tiefe Atmosphäre vermittelt. In ihrem Zeichenstil liegt allerdings auch eine der großen Schwächen des Titels. Leider ähneln sich die Charaktere körperlich zu sehr. Insbesondere zu Beginn fällt es so schwer, die Figuren auseinanderzuhalten. Oft gibt es mit Tattoos, Brille und Bart nur winzige Unterscheidungsmerkmale. Was vor allem dadurch problematisch wird, da man es mit Kurzgeschichten zu tun hat, die auf irgendeine Weise zusammenhängen und aufeinander aufgebaut sind.

Außerdem kann es passieren sich inmitten von den Verbindungen zwischen den Charakteren zu verlieren, die doch durchaus komplex sein können (der eine ist der Nachbar des anderen, der der Chef wieder eines anderen ist usw.).

Egmont Manga bringt den Titel im Taschenbuchformat heraus. Als Extra können die Fans eine Farbseite erwarten, die eines der vier Paare zeigt.

Fazit

“Links” ist ein Kurzgeschichtenband, der die Leserschaft mit vier verschiedenen Lebens- und Liebesgeschichten empfängt, die mehr oder weniger tragische Schicksale zeigt. Die Erzählungen sind geschickt miteinander verworren und bieten so immer auch einen neuen Blick auf die Charaktere.

Dadurch, dass der Band ohne explizite Szenen auskommt, ist er ebenfalls für Einsteiger*innen in das Genre geeignet.

Ich bin zwiegespalten, was diesen Manga angeht. Links ist ein sehr schöner Manga mit einer komplexen und tiefgründigen Handlung, der durch atmosphärische Zeichnungen mit einem feinen Strich besticht. Für mich hat der Zeichenstil aber vor allem im Charakterdesign große Schwächen und ich habe sehr lange gebraucht, um die verschiedenen Figuren zu unterscheiden. Dadurch habe ich mich etwas in dem Band verloren und hatte das Gefühl, dass die Geschichte beginnt, an mir vorbeizulaufen.

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Bei diesem Manga handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir freundlicherweise von Egmont Manga zur Verfügung gestellt worden ist. Vielen Dank dafür!

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