Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

My Home Hero (Band 1) - Rezension

My Home Hero (Band 1)

[Anzeige, da Rezensionsexemplar]

My Home Hero stammt vom Duo Naoki Yamakawa (Story) und Masashi Asaki (Zeichnungen) und erscheint seit dem Mai 2017 im Young Magazine-Magazin von Kodansha. Auf dem japanischen Markt sind bisher 17 Bände erschienen.

Autor Naoki Yamakawa ist hierzulande auch für die Story von I’m Standing on a Million Lives bekannt, welcher ebenfalls bei Manga Cult erscheint.

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Text: Naoki Yamakawa | Zeichnungen: Masashi Asaki | Originaltitel: My Home Hero| Übersetzung: Sascha Mandler | Verlag: Manga Cult| Zielgruppe: Seinen| Genre: Thriller, Action | Preis: 10,00€ | Großformat |  Weitere Informationen & Leseprobe

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Wie war’s?

Tetsuo Tosu ist 47 Jahre alt und ein unbeschriebenes Blatt. Er arbeitet als Verkäufer bei einem Spielzeughersteller, ist verheiratet und hat eine Tochter, die gerade aus dem Elternhaus ausgezogen ist. Sein Leben ist langweilig und abgesehen von seiner Arbeit, seiner Familie und seiner Leidenschaft für Kriminalromane hat er kaum andere Interessen. Alles ändert sich an dem Tag, an dem er die Entscheidung trifft, seine Tochter zu schützen, indem er einen Mann tötet.

Wie kann ein Familienvater mit einem ruhigen Leben in die Rolle eines Mörders schlüpfen und versuchen, das perfekte Verbrechen zu begehen, noch dazu in einer völligen Improvisation? Das ist die ungewöhnliche Situation, in die die Leserschaft im ersten Band von My Home Hero geworfen wird.

Tetsuo ist zu Beginn ein einfacher Mann, der nie in Kämpfe oder dunkle Machenschaften verwickelt. Dennoch zögert er nicht, sich selbst in Gefahr zu bringen, indem er zwielichtigen Leuten auf der Straße folgt. Ebenso verliert er trotz Einschüchterungen sein Ziel nicht aus den Augen: seine Familie zu beschützen, koste es, was es wolle.

Genau diese Motivation führt schließlich dazu, dass er zu einem Mörder wird und das nicht von irgendeinem Mann, sondern einem zwielichtigen Verbrecher, der Verbindungen zum Yakuza-Milieu hat. Tetsuo findet sich in einer schwierigen Situation wieder und hier erweisen sich seine Recherchen, die er für seine Romane angestellt hat, als nützlich. Seine Fähigkeit, vorausschauend zu denken und unter Druck schnell zu reagieren, rettet ihm nicht nur einmal das leben.

Er ist ein ausgeglichener Charakter, der sich trotz seiner Ängste angesichts der Risiken für ihn und seine Familie nicht unterkriegen lässt: Er ist entschlossen, alles zu tun, damit diejenigen, die er liebt, sicher sind.

Durch den Mord, der aus einer Notlage und im Affekt passiert, setzt sich etwas in Gang. Tetsuo findet sich urplötzlich in einem Katz-und-Maus-Spiel mit den Yakuza wieder. Das Ergebnis ist ein ziemlich effektiver Thriller, der viel Spannung parat hält. Der Autor spart auch nicht mit düsteren Szenen, in denen Tetsuo uns seine Entschlossenheit offenbart.

Dennoch vermeidet der Titel Gore oder eine Überbetonung der Gewalt. Der Mord, der in diesem Band passiert wird nicht gezeigt und das Ergebnis ist auch nicht übermäßig blutig dargestellt. Die Gewaltdarstellung scheint vielmehr subtil zu sein. Zu betonen ist auch, dass der Autor hier einiges an Recherche betrieben haben muss, denn es werden einige Methoden zur Leichenbeseitigung offenbart, die unser Home Hero Tetsuo anwendet.

Neben dem Protagonisten weiß im ersten Band vor allem seine Frau zu überzeugen. Auch sie wirkt sehr pragmatisch, als sie vor die Wahl gestellt wird und es darum geht, ihre Familie zu beschützen. Etwas blass und naiv wirkt indes die Tochter des Paares.

Die Illustrationen des Bandes haben einen sehr realistischen Stil. Die Figuren sind individuell gezeichnet. Die Hintergründe sind zumeist einfacher gezeichnet, können aber auch detaillierter daherkommen. Darüber hinaus werden die theoretischen Ausführungen manchmal von Schemata und anderen erklärenden Zeichnungen begleitet, um es der Leserschaft verständlicher zu machen.

Nicht immer treffen die Gesichtsausdrücke jedoch ins Schwarze. Ab und an wirkt die Mimik des Protagonisten zu überzeichnet, so dass man ihm die Emotionen nicht ganz abnehmen möchte.

Manga Cult bringt den Titel im üblichen Großformat. Farbseiten gibt es im ersten Band keine.

Fazit

My Home Hero legt einen guten Start in und im ersten Band wird der Grundstein für die Handlung in den Folgebänden gelegt. Tetsuo ist ein interessanter Charakter, der im ersten Band bereits eine Wandlung durchmacht und dem man anmerkt, dass er alles für seine Familie tun möchte.


Obwohl die Thriller-Elemente spannend sind, bin ich dennoch noch ein wenig skeptisch. Die Reihe hat in Japan bereits 16 Bände und läuft noch. Eine Länge, die für mich nach Band eins nicht ganz nachzuvollziehen ist. Dennoch bin ich gespannt, wohin uns der zweite Band führen wird.

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