Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

Neu anfangen und glücklich sein - Manga Rezension

Neu anfangen und glücklich sein

[Anzeige, da Rezensionsexemplar]

Nachdem im letzten Jahr der erste Boys-Love-Band von Mangaka Cocomi auf Deutsch erschien, gibt es nun für die Fans der Mangaka Nachschub: Im Februar folgte mit neu anfangen und glücklich sein die Fortsetzung des ersten Bandes.

Restart wa Onaka wo Sukasete, wie der Titel auf Japanisch heißt, erschien 2020 in der Zeitschrift Canna vom Verlag Shuppan. Während der erste Band der Reihe durchaus auch Einzelband gelesen werden kann, empfiehlt es sich, bei diesem Band den vorherigen zu kennen, da auf den Geschehnissen aufgebaut wird.

trennliniene 1 Manga

Text & Zeichnungen: Cocomi | Originaltitel: Restart wa Onaka wo Sukasete | Übersetzung: Melania Schmitz| Verlag: Egmont Manga | Genre: Slice-of-LifeBoys Love| Preis: 8,00€ | In einem Band abgeschlossen (Es gibt ein Prequel)| Weitere Informationen & Leseprobe

trennliniene 1 Manga

Wie war’s?

Mitsuomi und Yamato haben sich vor vier Jahren kennengelernt und vor drei Jahren hat der eine dem anderen seine Liebe gestanden. Seitdem haben die beiden Männer, die mittlerweile fast 30 Jahre alt sind, ihr Leben im Dorf fortgesetzt. Sie sind unzertrennlich geworden. Doch obwohl es keinen Zweifel an der Stärke ihrer Beziehung gibt, fragen sich alle, einschließlich der Betroffenen selbst: Was genau ist das für eine Beziehung? Denn ein offizielles Paar sind die beiden nie geworden.

Genau das beschäftigt Mitsuomi. Sind sie ein Liebespaar? Oder sind sie einfach nur Freunde, die quasi miteinander verschmelzen? Sind sie Liebende, wie sie die Gesellschaft sieht? Oder etwas ganz anderes? Das Wesen dieser Beziehung zu verstehen, wird vor allem für Mitsuomi zu einem wichtigen Punkt in seiner Entwicklung.

Während es in dem ersten Band heimkehren und neu anfangen darum ging, wie sich zwischen den beiden Charakteren mehr als nur Freundschaft entwickelt, steht im zweiten Band die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten im Mittelpunkt. Denn während sich die Beziehungsgeflechte um sie herum ändern, fragt sich Mitsuomi immer mehr, was er eigentlich für eine Verbindung zu Yamato hat. Was erwartet er von der Zukunft? Reicht ihm das, was sie aktuell haben oder möchte er mehr?

Als er durch seine Mutter von der Möglichkeit erfährt, dass nun auch in ihrer Provinz ein Partnerschaftssystem existiert, glaubt er zunächst, dass sie ihre Beziehung nicht auf dem Papier bestätigt brauchen. Doch umso mehr er darüber nachdenkt, desto mehr kommt er in Schwanken und fragt sich, was Yamato wollen würde.

Nachdem die beiden Protagonisten im ersten Band ihren eigenen Weg im Leben gefunden haben, gilt es nun, den gemeinsamen Weg zu ebnen. Die Sanftheit aus dem ersten Band vermisst man auch im Folgeband nicht.

Die Mangaka schafft es, eine realistische Reihe zu entwickeln, die sich durch die Thematik in diesem Band doch deutlich von anderen Boys Love unterscheidet, in dem sie sich auf die Möglichkeiten der Beziehung konzentriert.

Es ist nicht einfach, für zwei Männer sich auf dem Land zu verlieben, das macht uns Cocomi von Anfang bis Ende klar. Die Mangaka lässt uns ihre unsicheren Schritte von einer inoffiziellen zu einer offiziellen Beziehung verfolgen. Es ist schön, zärtlich, rührend und kompliziert zugleich. Es ist für keinen der beiden einfach, diesen Weg zu gehen. Sie leben bereits seit mehreren Jahren in einer Beziehung, in der sie sich nicht unbedingt unwohl gefühlt haben. Also wie sollen sie den nächsten Schritt wagen?

Missverständnisse bleiben nicht aus und so geht es um männliche und weibliche Rivalen, Eifersucht, Gerüchte auf dem Land, das Partnerschaftssystem und Kinder. Sowohl auf der Beziehungsebene als auch auf der beruflichen Ebene müssen die Figuren Entscheidungen treffen.

Diese werden von der Mangaka gut in die Geschichte eingeflochten und wirken dadurch keinesfalls störend oder zu dick aufgetragen, so dass sie von dem eigentlichen Ziel des Mangas ablenken. Gefallen weiß dabei auch der Fokus auf das Umfeld der Protagonisten, die ihnen helfend zur Seite stehen und deutlich machen, dass sie immer an ihrer Seite sind und sie so akzeptieren, wie sie sind.

Darüber hinaus hat die Mangaka einen visuellen Stil, der sehr gut zu dieser eher ruhigen Atmosphäre passt. Sie verwendet vor allem helle Töne im Graubereich und die Hintergründe sind im Allgemeinen dezent, aber ausreichend, um die Umgebung abzubilden. Die Aufmerksamkeit liegt voll und ganz bei den Figuren und ihren Emotionen. Ihr Paneling ist flüssig gestaltet und oft wendet sie neben abgegrenzten Panels auch solche an, die ohne Begrenzungslinie auskommen und von den anderen Panels eingeschlossen werden.

Der Einsatz von Rasterfolie ist ebenfalls zurückhaltend und wird vor allem für Schattierungen und Texturen angewendet.


In der Umsetzung durch den deutschen Verlag können sich die Fans neben einer Farbseite zu Beginn des Bandes auch über eine Postkarte als Extra in der 1. Auflage freuen.

Fazit

Wie sein Vorgänger kann auch neu anfangen und glücklich sein mit einer stimmigen und sorgfältig ausgearbeiteten Geschichte voller Schlichtheit und Sanftheit überzeugen. Die Mangaka nährt sich schwierigen Themen in einer ruhigen Atmosphäre an und legt den Fokus auf die Beziehung der Protagonisten, ihren Familien und deren Ängsten.

Bei dem Titel handelt es sich um einen ruhigen Boys Love, der völlig ohne sexuelle Szenerien auskommt. Somit ist er auch für die jüngere Leserschaft, Boys-Love-Einsteiger*innen und diejenigen geeignet, die ruhigere Boys-Love-Geschichten bevorzugen.

trennliniene 1 Manga

Bei diesem Manga handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir freundlicherweise von Egmont Manga zur Verfügung gestellt worden ist. Vielen Dank dafür!

Schreibe einen Kommentar