Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

Parasite in Love (Band 2)

Parasite in Love (Band 2)

[Anzeige, da Rezensionsexemplar]

Parasite in Love erscheint auf dem deutschen Markt monatlich und so heißt es auf die neuen Ausgaben der dreibändigen Reihe nicht lange warten. Nachdem der Auftakt im April auf den deutschen Markt kam, folgte im Mai Band zwei der Manga-Reihe.

Parasite in Love erschien in der Roman-Vorlage 2016 beim japanischen Verlag ASCII Media Works. Die Manga-Adaption folgte zwischen Juli 2018 und Dezember 2019 im Shonen Ace-Magazin von Kadokawa. Hierzulande liegt die Lizenz bei Egmont Manga, die erneut Roman und Manga nach Deutschland bringen. Der Manga erscheint von April bis zum Juni 2021. Im Juni wird dann auch die Romanfassung veröffentlicht.

Die Geschichte stammt aus der Feder von Sugaru Miaki, von dem auf dem deutschen Markt bereits Ich habe mein Leben für 10.000 Yen pro Jahr verkauft erschienen ist. Für die Zeichnungen ist Yuki Hotate zuständig.

In der Rezension versuche ich, auf große Spoiler zu verzichten, bedenkt aber bitte, dass ich manchmal auch wichtige Teile der Handlung erzählen muss, um meine Meinung verständlich zu reflektieren. Wollt ihr sicher gehen, nicht gespoilert zu werden, interessiert euch aber für die Reihe, schaut in meine Rezension zu Band eins rein.

Text: Sugaru Miaki | Zeichnungen: Yuki Hotate | Originaltitel: Koisuru Kiseichuu | Verlag: Egmont Manga | Zielgruppe: Shonen | Genre: Romance, Drama | Preis: 7,50€ | In drei Bänden abgeschlossen | Weitere Informationen & Leseprobe

Wie war’s?

Nachdem sich Kengo Kosaka und Hijiri Sanagi im vorherigen Band nähergekommen waren, erhält Kengo von Izumi eine schockierende Nachricht: Man glaubt, dass sich in seinem Kopf eine neue Art von Parasiten eingenistet hätte und dieser dafür sorgt, dass er Sanagi liebt.

Nachdem Sugaru Miaki im ersten Band einen romantischen Ansatz für seine Geschichte gewählt hat, beginnt der zweite Band mit einem großen Twist und stellt damit alle vorsichtigen Annäherungen infrage, die wir beim Auftakt in die Kurzreihe erleben durften. Der Grund für die Liebe zwischen den beiden Hauptcharakteren sei keine normale Zuneigung, sondern die gegenseitige Anziehungskraft gehe von einem Parasiten aus, der sich in ihren Gehirnen befindet. Es gibt also eine rein wissenschaftliche Erklärung für all das, was Kengo empfunden hat.

In einigen darauffolgenden Rückblicken wird von anderen Menschen berichtet, die infiziert wurden und erklärt, wie sich daraufhin ihre Beziehung zu ihrem Umfeld verändert hatte. Sie seien ihrer Fähigkeit beraubt worden, in der Gesellschaft zu leben sowie soziale Bindungen aufzubauen. Der Autor nähert sich diesen einzelnen Geschichten mit viel Gefühl und liefert berührende Sequenzen ab, die er geschickt in die Haupthandlung einbettet und den Leser*innen im gleichen Zug das Verhalten der eigenartigen Parasiten näherbringt. Das hilft, den ganzen neuen Informationen zu folgen, insbesondere weil es in diesen Abschnitten einen recht großen Textanteil und eine regelrechte Flut an neuen Erkenntnissen gibt.
Seine Stärke aber zeigt Miaki in der zweiten Hälfte des Bandes, in der er seine Figuren einen enormen psychischen Druck aussetzt. Während sich Kengo einer speziellen Therapie unterziehen möchte, um den Parasiten zu entfernen, hat Sanagi Angst und verweigert eine Therapie. Sie möchte, dass ihre Gefühle nicht enden.

Der Manga stellt sich die Frage nach der Freiheit und dem eigenen Gedanken. Sind sie so wertvoll, wenn wir danach nicht mehr glücklich sind? Ist es besser, glücklich in der Illusion zu leben oder sich von ihr zu befreien?

Sanagis Verlustangst sorgt dafür, dass sie sich und Kengo in eine lebensgefährliche Situation bringt. Sie möchte ihn unbedingt dazu überreden, der Therapie nicht zuzustimmen, denn sie ist sich sicher, dass sie mit dem Parasiten in ihrem Kopf viel glücklicher ist und einzig ihn braucht. Egal, was die Leute von außerhalb sagen.

Gelüftet wird im zweiten Band auch das Geheimnis um Izumi, welcher Kengo im ersten Band der Reihe aufgesucht hatte, damit er Kontakt mit Sanagi aufnimmt. Seine Vergangenheit wird offengelegt und seine Beweggründe gezeigt, wieso er sich letztendlich dazu entschieden hat, Kengo zu einem Deal zu überreden.

Das Artwork von Yuki Hotate sticht auch im zweiten Band der Reihe wieder hervor und zeigt sich als gute Wahl für diese Art von Titel. Insbesondere in dunklen Szenen und Winter-Szenerien schöpft er sein ganzes Können aus und liefert durch seinen Schraffur-Stil Bilder mit einer bedrückenden Atmosphäre, die eine Sogwirkung entwickeln. Besondere Szenen werden durch Panel hervorgehoben, die die ganze Seite füllen.

Freuen dürfen sich Fans von Extras in diesem Band wieder über einige Farbseiten.

Fazit

Die Reihe ließ sich im ersten Band vor allem im Romance-Genre verorten, nun aber bekommen viele Szenen daraus eine Doppeldeutigkeit und werden durch die neuen Erkenntnisse in ein anderes Licht gerückt. Wie schon in Ich habe mein Leben für 10.000 Yen pro Jahr verkauft wirft Autor Sugaru Miaki Fragen in Bezug auf das Leben und das Glück auf, die auch nach dem Zuschlagen des Mangas noch nachklingen.

Noch ist nicht abzusehen, welche Richtung der Titel gehen wird und so bleibt es auch im Abschlussband interessant, der im Juni erscheint. Im gleichen Monat wird auch der Roman veröffentlicht, der als Vorlage für den Manga diente.

Weitere rezensierte Bände der Serie

Band 1 

Bei diesem Manga handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir freundlicherweise von Egmont Manga zur Verfügung gestellt worden ist. Vielen Dank dafür!

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