Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

Sayonara Game

Sayonara Game

[Anzeige, da Rezensionsexemplar]

Sayonara Game ist ein Boys-Love-Einzelband von Yuu Minaduki, die in Deutschland vor allem durch das hier zuerst veröffentlichte Werk Love Nest bekannt ist.

Der bereits bekannte Titel, Love Nest, gehört zum gleichen Universum wie Sayonara Game und ist ein Spin-off der Reihe sowie des Sequels, welches in einigen Monaten auf dem deutschen Markt folgen wird.
Veröffentlicht wurde Sayonara Game im Jahr 2016 in der Dear+ von Shinshokan Publishing. In Japan kann er Titel auf einige Erfolge zurückblicken und erfreute sich hoher Beliebtheit. Hierzulande wird der Einzelband bei Egmont Manga herausgebracht, welche auch die anderen Werke der Mangaka in ihrem Sortiment haben.

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Story&Zeichnungen: Yuu Minaduki | Originaltitel: Sayonara Game | Genre: Boys Love | Verlag: Egmont Manga | Preis: 8,50 € | In einem Band abgeschlossen | Weitere Informationen zum Titel

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Inhalt

Arimura möchte, dass seine kleine Schwester ihr Examen besteht. Als der eigentlich geplante Nachhilfelehrer ausfällt, sorgt er für Ersatz und Yosuke, der einige Jahre zuvor mit Arimura in einem Baseball-Team gespielt hat, nimmt sich der Schwester an. Yosuke wird zunächst verschlossen, bald muss er aber feststellen, dass da vielleicht etwas anderes dahintersteckt.

Wie war’s?

Arimura Ikuo blickt auf eine gute Karriere zurück und war schon in seiner Highschool-Zeit beliebt. Dort zog er als Vize-Kapitän des Baseballteams die Blicke auf sich und auch Jahre später ist er von den weiblichen Kolleginnen in seinem Unternehmen geschätzt. Doch in Sachen Liebe gelingt Arimura nicht viel und eine lange Beziehung hatte er noch nicht. Auch die schöne und liebeswürdige Morikawa, eine Kollegin, die er sehr mochte, weist er von sich und schlägt ihr einen seiner Rivalen vor.

Unter diesen Umständen trifft er Yosuke Ito, der ebenfalls ein früheres Mitglied des Baseball-Teams war und nun seiner kleinen Schwester Nachhilfe geben soll.
Während seine Schwester sich sofort in ihn verliebt, hat Yosuke eigentlich nur Augen für Arimura, in den er sich schon in der Schulzeit verliebt hatte.

Was die Mangaka in Sayonara Game liefert, ist das klassische Muster vieler Boys-Love-Romanzen: Ein Mann stellt fest, dass ein anderer Mann in ihn verliebt ist. Der neugierige Arimura akzeptiert das und verliebt sich schließlich selbst in diesen Mann. Gelingen tut das aber dennoch, da die Mangaka die Leserschaft mit ihren Charakteren mitfühlen lässt und sie mit ausreichend Tiefe ausstattet.

In ihrer Beziehung müssen die Charaktere sich zunächst gegenseitig verstehen, ihre Gefühle akzeptieren, um dadurch ihre Liebe zu festigen. Während Yosuke schon lange in Arimura verliebt ist, muss Arimura erst bis dahin kommen. Er war noch nie in einen Mann verliebt, weiß noch nicht einmal, ob er jemals wirklich verliebt war. Es ist seine Beziehung zum Gefühl der Liebe, die im Mittelpunkt steht. Arimura hatte zwar Beziehung, aber die waren nie von aufrichtiger Liebe seinerseits gekennzeichnet, weshalb sie auch in die Brüche gingen.

Während er seine Chance mit Morikawa bereitwillig verstreichen lässt, sind die Gedanken an Yosuke durch tiefere Gefühle gekennzeichnet. Mit Yosuke scheint Arimura derjenige zu sein, der die ersten Schritte in der Beziehung macht und versucht, aufrichtig seine Gefühle zu zeigen, auch wenn es zu Beginn für die Beiden nicht immer glatt läuft.

Mit der Schwester von Arimura gibt es einen weiblichen Nebencharakter, der eine große Rolle in der Story spielt. Weibliche Rollen können in Boys Love-Titeln immer etwas heikel sein, doch der Mangaka gelingt es, hier einen guten Charakter zu zeichnen. Kanna zeigt ihrerseits auch Gefühle wie Eifersucht, überwindet die aber und sie wird es sein, die den beiden Hauptcharakteren letztendlich die Augen öffnet. Weitere Nebencharaktere kommen zwar vor, haben aber nur eine kleine, unterstützende Rolle.

Die Baseball-Thematik greift die Mangaka in ihrem Einzelband immer wieder gekonnt auf und verwendet diese nicht nur in den Kapitelüberschriften. Es ist eine nette Metapher, die vor allem Baseballkenner*innen ansprechen dürfte, aber auch von Laien durch Redaktionsanmerkungen zu verstehen sein dürfte.

Yuu Minadukis Zeichenstil ist klar mit feinen Linien. Der Fokus liegt vor allem auf den Charakteren, so dass die Hintergründe eher einfacher gehalten sind. Dadurch wird die sanfte Atmosphäre in weiten Teilen des Bandes noch einmal unterstützt. Für Texturen als auch Schattierungen arbeitet sie viel mit Rasterfolie. In der Panelgestaltung setzt sie viel auf größere Panels. Ebenso schenkt sie der Mimik ihrer Charaktere besondere Aufmerksamkeit.

Mit 8,50 Euro bezahlt man für Sayonara Game etwas mehr als den üblichen Manga-Preis, bekommt aber mit 230 Seiten sehr viel Lesestoff geboten. Herausgegeben wird der Titel im Standard-Taschenbuchformat. Als Extra gibt es eine Farbseite.

Fazit

Sayonara Game ist eine Boys-Love-Romanze, die sich in den üblichen Mustern abspielt, aber durchaus durch die Charaktere und die Frage nach wirklicher Liebe überzeugen kann. Der Zeichenstil der Mangaka passt dabei sehr gut zur Thematik.

Nun heißt es gespannt warten, wie die Geschichte in Change World fortgesetzt werden wird und wie die beiden Charaktere in ihrer Beziehung noch wachsen werden.

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Bei diesem Manga handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir freundlicherweise von Egmont Manga zur Verfügung gestellt worden ist. Vielen Dank dafür!

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