Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

Blade of the Immortal - Band 2

Blade of the Immortal (Band 2)

Auf der Suche nach den Mördern von Rins Eltern treffen Manji und Rin auf so manchen schwierigen Gegner. Einer davon bringt Rins bisheriges Weltbild ins Schwanken und sorgt dafür, dass sie einen folgenschweren Fehler begeht.

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Blade of the Immortal gehört zu den Klassikern in der Mangacommunity, dem nun durch Manga Cult in einer Perfect Edition neues Leben eingehaucht wird. Geplant ist eine Umsetzung in 15 hochwertigen Doppelbänden.

Im Original erschien der Manga 1993 und 2013 im Afternoon-Magazin des Verlagshauses Kodansha. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Live-Action- und Anime-Adaptionen. 1997 erhielt der Titel beim Japan Media Arts Festival den Excellence Prize.

In der Rezension versuche ich, auf große Spoiler zu verzichten, bedenkt aber bitte, dass ich manchmal auch wichtige Teile der Handlung erzählen muss, um meine Meinung verständlich zu reflektieren. Wollt ihr sicher gehen, nicht gespoilert zu werden, interessiert euch aber für die Reihe, schaut in meine Rezension zu Band eins rein.

Text/Zeichnungen: Hiroaki Samura | Originaltitel: Mugen no Juunin | Verlag: Manga Cult | Zielgruppe: Seinen | Genre: Fantasy, Historisch, Action | Preis: 25,00€ | Großformat | Weitere Informationen & Leseprobe

Inhalt

Japan 1782: In der Tokugawa-Zeit wandert der Schwertkämpfer Manji durch’s Land und ist in so manchen Kampf verwickelt. Nach einer Begegnung mit einer mysteriösen 800 Jahre alten Nonne ist er mit „Blutwürmern“ infiziert, die jede Verletzung reparieren und ihn unsterblich machen. Nach einem Schicksalsschlag entscheidet sich Manji, dass er als Buße für all seine Morde gegen gute Menschen von nun an 1.000 böse Männer töten muss, um vom Fluch des Blutwurms befreit zu werden und sterben zu dürfen. Eine gute Gelegenheit ergibt sich, als Rin, ein junges Mädchen, dessen Familie ermordet wurde, ihn aufspürt und anstellt, um sie bei ihrer Rache zu unterstützen.

Wie war’s?

Der zweite Band setzt an der Stelle an, an der wir Rin und Manji verlassen haben. Sie sind auf der Suche nach Anotsu, um ihn zu töten und damit den Tod von Rins Eltern zu rächen. Im ersten Band der Perfect Edition sind sie dabei auf eine Handvoll von Anotsus Gefolgsleuten gestoßen. Von diesem Schema wendet sich der Mangaka auch im zweiten Band nicht ab.

Zu Beginn stößt das Paar ein weiteres Mal auf die geheimnisvolle Frau, die für Anotsu arbeitet. Sie möchte sich ihrem Herrn beweisen, indem sie Manji tötet. Es entwickelt sich ein hochspannender Kampf, bei dem die junge Frau Makie tatsächlich die Überlegene zu sein scheint. Der Ausgang des Kampfes ist dabei durchaus überraschend und weiß mit neuen Impulsen zu überzeugen. Rin ihrerseits stößt durch einen Zufall auf Anotsu, der ihr mit aller Härte vor Augen führt, wie ungeschickt sie im Kampf ist und wie fraglich ihre Rache-Motive sind. Ein Gespräch, welches Rin sichtbar beschäftigt, als sie mit Manji bei einem Fest einem der Mörder ihrer Eltern begegnet. Erschwerend kommt hinzu, dass dieser ein Kind an seiner Seite hat, welches Rin schnell ins Herz schließt. Sie bekommt Zweifel, ob ihre Rache wirklich einen Sinn hat und ob sie den Mann töten möchte. Denn sie möchte nicht, dass der Junge das gleiche Schicksal wie sie erleidet.

Während der erste Teil des Bandes seinen Fokus auf den Kämpfen hat, stellt der zweite Teil einen kleinen Höhepunkt in der Entwicklung von Rin da. Rin ist zum ersten Mal nicht sicher, ob sie den richtigen Weg gewählt hat. Durch das Gespräch mit Anotsu hat sie neue Denkanstöße erhalten, sieht die Ereignisse aus verschiedenen Blickwinkeln und wird sich bewusst, dass auch ihre Gegner Gründe für ihre Taten hatten. Als sie beim Fest auf einen der Mörder ihrer Eltern trifft, wählt sie einen anderen Weg als die Konfrontation mit dem Schwert. Sie sucht den Mann auf, der passenderweise als Maskenmacher arbeitet, und vorgibt, nun ein komplett anderer sein zu wollen. Niemand weiß von seiner Vergangenheit und schon gar nicht soll sein Sohn erfahren, für welche Taten er verantwortlich ist. Rin möchte seine Geschichte hören, um zu entscheiden, was sie tun möchte. Es folgt ein packender Showdown, bei der es der Mangaka schafft, auch mit dem moralischen Kompass der Leser*innen zu spielen und sie mit einer unvorhersehbaren Wendung zurücklässt.

Während Blade of the Immortal im Auftaktband doch recht schwierig zu verfolgen war, da die Timelines im ersten Teil recht durcheinander schienen, geht das Geschehen nun vor allem linear vonstatten und die Handlung lässt sich leichter verfolgen. Der Mangaka bleibt dem Schema zwar treue, dass das Paar auf einem Gegner nach dem anderen trifft, den es gilt zu besiegen, verpackt dieses aber gekonnt mit neuen Wendungen und Blickwinkeln, die auch bei der Leserschaft zum Nachdenken anregen. Somit stellt der Band eine Steigerung da, auch weil zum ersten Mal der große Gegner auftaucht und wir mehr über ihn und seine Beweggründe erfahren.
Damit bleibt Hiroaki Samura auch dem treu, was sich schon im ersten Band gezeigt hat. Die Gegner werden mit einer großen Hintergrundgeschichte ausgestattet, wodurch sie nicht nur als bloßes Beiwerk gelten, sondern ebenfalls Tiefe besitzen und sich ihre Handlungen nachvollziehen lassen.

Zeichnerisch bleibt der Stil ansprechend. Er ist realistisch angehaucht, geht aber besonders ist Kampfszenen sehr ins skizzenhafte, wenn der Mangaka viel mit Kontrasten und vielen Linien arbeitet, um die schnellen Bewegungen auf das Papier zu bringen. Zudem wendet Samura häufig größere Panels ein, die bestimmte Szenen noch deutlicher in den Vordergrund rücken. In Kampfszenen eingebettet sind häufig Splashseiten, die noch einmal mehr Raum für Details geben.

Fazit

Blade of the Immortal hatte für mich im ersten Band noch Luft nach oben. Es war ein schwieriger Start, bei dem man mit voranschreiten des Bandes aber gespürt hat, dass hier etwas Größeres aufgebaut wird. Im Storytelling steigert sich die Serie ebenfalls. Die Storyline verläuft nun vor allem linear, wodurch sich das Geschehen leichter verfolgen lässt.
Im zweiten Band konnte mich die Reihe inzwischen überzeugen und der Mangaka brachte neue Impulse in die Handlung ein, die das Ganze interessant machen.

Weitere rezensierte Bände der Serie

Band 1

Bei diesem Manga handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir freundlicherweise von Manga Cult zur Verfügung gestellt worden ist. Vielen Dank dafür!

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