Blue Giant Supreme Band 2 - Rezension

Dai Miyamoto hat sein Heimatland Japan verlassen, um sich den Traum zu erfüllen, ein erfolgreicher Jazzmusiker zu werden. Nach einem Aufenthalt in München führt ihn seine Reise im zweiten Band von Blue Giant Supreme in den Norden Deutschlands.

Blue Giant Supreme ist ein Manga, der bereits in Band eins bewiesen hat, dass er eine der Perlen ist, die nicht unbedingt die Aufmerksamkeit der großen Masse auf sich ziehen, aber durch eine besondere, einzigartige Stimmung begeistern können. Es ist ein ruhiger Ton, mit dem Mangaka Shinichi Ishizuka uns in die Welt des Jazz entführt. Blue Giant Supreme ist eigentlich der zweite Teil einer Reihe um den japanischen Jazzmusiker Dai. Der Vorgänger Blue Giant erhielt in Japan den Shougakukan Manga Award und umfasst zehn Bände. Blue Giant Supreme ist ebenfalls abgeschlossen und wird insgesamt auf elf Bände kommen. Ein Nachfolger ist bereits in Bearbeitung.

In der Rezension versuche ich, auf große Spoiler zu verzichten, bedenkt aber bitte, dass ich manchmal auch wichtige Teile der Handlung erzählen muss, um meine Meinung verständlich zu reflektieren. Wollt ihr sicher gehen, nicht gespoilert zu werden, interessiert euch aber für die Reihe, schaut in meine Rezension zu Band eins rein.

ECKDATEN ZUM MANGA

Story&Zeichnungen:
Shinichi Ishizuka
Originaltitel: Blue Giant Supreme
Zielgruppe: Seinen | Genre: Slice of Life, Musik
Verlag: Carlsen Manga
Preis: 8,00€

In elf Bänden abgeschlossen

Weitere Information & Leseprobe

Worum geht’s?

Der junge Dai möchte einer der bekanntesten Jazz-Saxophonisten der Welt werden. Um sich diesen Traum zu erfüllen reist er von Japan nach Deutschland, um dort mehr Erfahrungen zu sammeln. In seiner Ankunftsstadt München tut sich Dai zunächst schwer und es gilt kulturelle und sprachliche Hürden zu überwinden. Doch dank einer zufälligen Begegnung mit Chris, der ihn bei sich aufnimmt, fasst Dai schnell Fuß und feiert erste Erfolge. Jetzt hat der Japaner das nächste Ziel vor Augen und schaut sich nach passenden Bandmitgliedern um, denn gemeinsam macht Jazzmusik schließlich noch viel mehr Spaß.

Wie war’s?

Blue Giant Supreme bestätigt im zweiten Band den Eindruck, dass es eine Reihe ist, die vor allem Fans des Slice-of-Life-Genres ansprechen dürfte. Hektik oder Drama sucht man bislang in der Reihe vergeblich. Stattdessen begleiten wir Dai auf seiner Reise durch Deutschland. Nachdem er in München Fuß gefasst hat, wird er unruhig und möchte unbedingt Neues entdecken. Außerdem hat er sich als Ziel gesetzt, eine Jazz-Band zu gründen. Die Mitglieder-Suche dafür fällt allerdings nicht so einfach aus, wie zunächst gedacht. Dann jedoch scheint er genau die richtige Person zu finden. Um sie von seiner Idee zu überzeugen, bricht er alle Zelte in München ab und reist ans andere Ende Deutschlands nach Hamburg.

Es wird deutlich, dass Dai in seiner bisherigen Zeit in Deutschland schon mehr Selbstvertrauen gefasst hat, gleichzeitig gibt es für den jungen Japaner immer wieder Neues zu entdecken. So zeigt er sich beispielsweise über Straßenmusiker fasziniert, die ihr Geld mit öffentlicher Musik verdienen. Wie schon in München trifft Dai auch hier auf Gastfreundschaft und kann die Menschen durch seine Musik und seine Leidenschaft von sich überzeugen und ins Boot holen. Ein älterer Besitzer eines Instrumentengeschäfts setzt für Dai zum Beispiel alle Hebel in Bewegung und ist es letztendlich, der den Japaner den Traum von einer Band einen Schritt näherbringt.

Während es im Auftaktsband vor allem um die ersten Tage von Dai in Deutschland ging und Verständnisprobleme an der Tagesordnung waren, geht es in diesem Band mehr um das große Ziel von ihm. Er ist angekommen und von nun an scheint sich der rote Faden der Reihe zu finden: Dai möchte eine Band zusammenstellen und erfolgreichen Jazz spielen.

Das Gefühl, das etwas fehlt, bleibt jedoch. Dass das Sequel vor dem Prequel erschien, lässt sich auch in Band zwei nicht komplett verleugnen, wenn auch Dai als Charakter mehr Tiefe entwickeln konnte. Es gibt einige Situationen, da hatte man eine leise Vermutung, dass dies vielleicht in Blue Giant ein Thema gewesen ist. Auch als Dai von seinem Bruder redet wird deutlich, dass wir seine Charaktereigenschaften eigentlich kennen dürften und daher mit dem Vergleich mehr anfangen können.

Die Erzähltechnik in diesem Band war sehr gelungen. Der Mangaka scheut nicht davor zurück, nur die Bilder wirken zu lassen. Manchmal braucht es einfach nicht viele Worte, um einer Situation Tiefe zu verleihen. Der Mangaka wendet das Stilmittel bei Konzerten an, besonders beeindruckend aber in den letzten Tagen von Dai in München. Knapp zwanzig Seiten wird kein einziges Wort gesprochen und alles wird durch Gestik und Mimik dennoch verständlich gezeigt. Auch vom Zeichenstil weiß Shinichi Ishizuka zu überzeugen. Er hat einen sehr feinen, skizzenhaften Stil, der sehr realitätsnah ist. Die Hintergründe sind ebenso detailliert ausgearbeitet und so kann die Atmosphäre wirklich aufgesaugt werden. Die Charaktere sind unterschiedlich gestaltet und man hat keine Probleme, sie beim Lesen auseinanderzuhalten.

Die Panelgestaltung ist dabei typisch für die demografische Gruppe Seinen. Der Mangaka setzt auf rechteckige, abgeschlossene Panels. Deren Größe und Anzahl variiert allerdings jeweils. Besondere Szenen werden viel Raum eingeräumt.

In der Ausstattung kann der zweite Band abermals mit vielen Farbseiten überzeugen. Diese finden sich dieses Mal in der Mitte und zum Ende des Bandes. Da die Seiten auf einem speziellen Papier gedruckt sind, kommen die Farben noch einmal besonders zur Geltung und insbesondere der abendliche Sonnenuntergang in Hamburg lädt zum Verweilen ein.

Fazit & Bewertung

Blue Giant Supreme weiß auch im zweiten Band mit einer ruhigen Erzählweise zu überzeugen. Auch weiß der Mangaka gekonnt seine Geschichte auch ohne Text in Szene zu setzen.

Zu empfehlen ist der Manga vor allem den Fans erwachsenerer Manga-Literatur, die sich gerne abseits vom Mainstream austoben. Wer allerdings Action braucht, um die Handlung voranzutreiben, dürfte bei diesem Manga an der falschen Stelle sein.

Weitere rezensierte Bände der Serie:
Band 1

Vielen Dank an Carlsen für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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