Rezension Blue Giant Supreme (Band 1)

Blue Giant Supreme war für mich eines der Neustarts in diesem Jahr, auf den ich mich wirklich gefreut habe. Die Ansprüche an die Reihe waren hoch, ob sie im ersten Band erfüllt wurden, erfahrt ihr in meiner Rezension.

Blue Giant Supreme ist von Shinichi Ishizuka gezeichnet und eigentlich der zweite Teil einer Reihe um den japanischen Jazzmusiker Dai. Der Vorgänger Blue Giant erhielt in Japan den Shougakukan Manga Award und umfasst zehn Bände. Blue Giant Supreme wird in elf Bänden abeschlossen sein und auch ein Nachfolger ist bereits in Planung.

Worum geht’s?

Dai zieht es von seiner Heimat in die große Welt und er bricht nach München auf. Als Ziel hat er sich gesetzt, zu einem der größten Jazzmusiker zu werden. Doch schnell muss er feststellen, dass er sich das Ganze viel einfacher vorgestellt hat, als es am Ende wirklich ist und Dai bekommt von einem Lokal nach dem anderen eine Absage.

Eckdaten zum Manga

Story&Zeichnungen:
Shinichi Ishizuka
Originaltitel: Blue Giant Supreme
Zielgruppe: Seinen | Genre: Slice of Life, Musik
Verlag: Carlsen Manga
Preis: 8,00€

In elf Bänden abgeschlossen

Weitere Information & Leseprobe

Meine Meinung

Blue Giant Supreme legt einen ruhigen Auftakt vor und im ersten Band war die Story für mich schlüssig erzählt und nachvollziehbar. Bereits jetzt lässt sich aber erkennen, dass die Reihe wohl eher einen Slice-of-Life-Charakter haben wird und deshalb wohl nicht für jeden etwas ist.

Aber ich bin ehrlich, ich hatte oft während des Bandes das Gefühl, dass mir etwas fehlt. Eine Information oder besser gesagt, mehr Informationen. Für mich war zu spüren, dass das Prequel fehlt und an dieser Stelle finde ich die Veröffentlichungsreihenfolge von Carlsen ungeschickt. Da ich den Vorgänger nicht kenne, weiß ich nicht, wie genau dort erklärt wird, warum Dai ausgerechnet nach Deutschland geht, gehe aber mal davon aus, das es angesprochen wird. Ebenso wäre es schön, seinen bisherigen Werdegang und die ersten Schritte in der Jazz-Szene verfolgt zu haben. Zudem erwähnt er auch ab und an seine Freunde, mit denen er offensichtlich gemeinsam gespielt hat. Da wäre es schon nett gewesen, ein Gesicht vor Augen zu haben.

So war es dann doch schwer, das Flair der Reihe aufzuziehen und sie konnte für mich noch nicht die Tiefe entwickeln, die ich mir erhofft hatte. Die fehlenden Informationen führten dazu, dass auch Dai als Charakter für mich noch relativ oberflächlich bleibt. Nichtsdestotrotz kommt man auch ohne das Prequel in die Reihe rein und kann sie sicherlich genießen, ohne Blue Giant zu kennen. Übrigens: Das Prequel ist von Carlsen bereits lizenziert worden, es gibt nur noch kein konkretes Veröffentlichungsdatum. Der Verlag hatte Blue Giant Supreme vorgezogen, da man sich durch den Schauplatz München eine größere Leserschaft erhofft.

Sehr gut gefallen hat mir der Zeichenstil des Mangakas. Der Stil von Shinichi Ishizuka ist sehr realistisch und fein ausgearbeitet, was Hintergründe angeht. Die vielen verschiedenen Nationalitäten, die er im ersten Band aufgreift, sind gut erkennbar und auch die eingeführten Charaktere lassen sich ohne große Schwierigkeiten auseinanderhalten.

Die Sprachbarrieren, auf die Dai bei seiner Ankunft in Deutschland trifft, werden von der Übersetzung aus dem Japanischen nicht übergangen und bleiben auch im Deutschen erhalten und sorgen dafür, dass die Reihe sehr realitätsnah wirkt. Durch die Verwendung von realen Orten dürfen sicherlich auch Jazz-Liebhaber und München-Fans ihre Freude an der Reihe haben.

Carlsen hat seiner Reihe eine schöne Aufmachung gegönnt. Der Umschlag ist matt gehalten und es gibt einen Spottlack-Effekt. Innen gibt es zudem einige Farbseiten.

Fazit & Bewertung

Blue Giant Supreme hat es für mich im ersten Band noch nicht geschafft, meine hohen Erwartungen an die Serie zu erfüllen, was besonders daran liegt, dass mir die Vorgeschichte zu dem Hauptcharakter fehlt. So konnte Dai einfach noch keine Tiefe bekommen. Daneben aber hat die Reihe für mich ein gutes Potential und ich werde sicher noch in die nächsten Folgebände hineinsehen.

Die Reihe ist vor allem Musikliebhabern und Fans von Slice-of-Life-Manga zu empfehlen. Wer große Action erwartet, könnte hingegen bei Blue Giant Supreme an der falschen Adresse sein.

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