Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

Rezension Blue Period 4

Blue Period (Band 4)

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Blue Period gehörte zu den Titeln, die im Manga-Jahr 2020 besonders herausstechen und frische Impulse auf den Markt bringen konnten. Blue Period nutzt bekannte Züge von Battle-Shonen, kann sich aber durch die Herangehensweise an das Thema als auch den Zeichenstil von der Masse absetzen. Auf dem japanischen Markt ist kürzlich der neunte Band der Reihe erschienen, die 2020 mit dem renommierten Kodansha-Award ausgezeichnet wurde. Für Mangaka Tsubasa Yamaguchi ist es die erste längere Reihe, an der sie arbeitet. Kurz vor ihrem Debüt mit Blue Period war hierzulande der Einzelband She and her Cat bei Egmont Manga erschienen. Dort ist sie als Zeichnerin für Makoto Shinkais Kurzgeschichte verantwortlich.

In der Rezension versuche ich, auf große Spoiler zu verzichten, bedenkt aber bitte, dass ich manchmal auch wichtige Teile der Handlung erzählen muss, um meine Meinung verständlich zu reflektieren. Wollt ihr sicher gehen, nicht gespoilert zu werden, interessiert euch aber für die Reihe, schaut in meine Rezension zu Band eins rein.

Text/Zeichnungen: Tsubasa Yamaguchi | Originaltitel: Blue Period | Verlag: Manga Cult | Kategorie: Seinen | Genre: Drama, Slice-of-Life | Preis: 10,00€ | Großformat | Weitere Informationen & Leseprobe

Inhalt

Die Aufnahmeprüfungen an der berühmten Geidai-Universität in Tokio rücken immer näher und so langsam wird die Nervosität im Vorbereitungskurs von Yatora größer. Auch an Yatora geht das Ganze nicht einfach so vorbei und in seinem Kopf beginnen einmal mehr, die Gedanken zu kreisen, ob er pünktlich zu den Prüfungen wirklich alles aufholen kann, woran es ihm noch mangelt …

Wie war’s?

Die Anspannung bei den Schülern wächst immer mehr an, umso näher die Aufnahmeprüfung an der renommierten Geidai rückt, die für ihre hohe Durchfallrate bekannt ist und auch an Yatora geht die Sache nicht einfach so vorbei. Wirkt er nach außen für viele doch gelassen, kämpft er, umso näher die Prüfung rückt, mit Selbstzweifel und auch seinem Körper ist der psychische Stress langsam anzusehen.

Als dann die Aufnahmeprüfung ansteht, glaubt Yatora erst, dass er das gestellte Thema leicht lösen kann, doch umso mehr er über die Aufgabe nachdenkt, desto mehr merkt er, dass auch hinter einer zunächst leicht scheinenden Aufgabenstellung so viel mehr stecken kann. Dann kostet ihm das Missgeschick eines Mitprüflings kostbare Zeit, sollte sich aber als Wink des Schicksals herausstellen.

Tsubasa Yamaguchi zeigt auch im vierten Band, dass sie eine große Stärke dafür hat, ihre Charaktere lebendig und menschlich wirken zu lassen. Sie schafft es, den psychischen Stress zu verdeutlichen, in dem die Prüflinge stecken und lässt dabei auch Schwäche zu. Yatora hat sich zwar in den letzten Bänden als Überflieger und Kämpfer gezeigt, doch all das ändert nichts daran, dass auch er angesichts dieser so wichtigen Prüfung ins Hadern gerät. Sei es davor oder im Prüfungssaal selbst. Ihr gelingt es zu zeigen, dass unterschiedliche Persönlichkeiten ganz anders mit einer Situation umgehen. Da sind diejenigen, die an der Prüfung fast zerbrechen zu scheinen und diejenigen, die die Prüfung locker angehen und einfach Freude daran haben, ein Werk zu schaffen.

Der Fokus liegt in diesem Band vor allem auf Yatora und die anderen Schüler in seiner Vorbereitungsgruppe. Trotzdem verpasst es die Mangaka nicht, den Leser*innen auch einen kleinen Seitenblick auf Ryuji zu können. Wir können bisher nur erahnen, dass er momentan vor einer Wand steht und mit etwas Großem zu kämpfen hat. Was genau, darüber hüllt sich die Mangaka bis auf weniger Andeutung in Schweigen.

So lebendig wie die Charaktere, erscheinen auch die Illustrationen. Tsubasa Yamaguchi gelingt es, eine ganz besondere Atmosphäre zu schaffen und ihr Zeichenstil hebt sich von der Masse auf den Mangamarkt ab. Besonders gelungen sind im vierten Band die Kapitel der Aufnahmeprüfung, bei denen die Leser*innen die besondere, aufgeheizte, angespannte Atmosphäre regelrecht spüren können. Die Proportionen mögen dabei manchmal eigentümlich wirken, dennoch gelingt es ihr, den Bildern Emotionen und Ausdruckskraft zu verleihen. Die Figuren sind unterschiedlich gezeichnet und niemand gleicht dem anderen.

Ihr Panelsystem besteht aus rechteckigen, in sich abgeschlossenen Panels, die durch einen schwarzen Rand begrenzt sind. Auffällig ist, dass der Großteil davon sogenannte Tachikiri-Panels sind. Bei ihnen handelt es sich um Panel, die bewusst über den Randabschnitt hinaus gezeichnet werden. Die Panelgröße und Anzahl variieren von Seite zu Seite, je nachdem, welches Tempo oder welcher Fokus angestrebt wird. Wichtigen Szenen wird wie gewohnt viel Raum gegeben und so finden sich auch in diesem Band einige Splash-Panels.

Fazit

Blue Period setzt den Weg von Yatora in einem guten Tempo fort und die Figuren stehen mit dem ersten Teil der Aufnahmeprüfung vor einem wichtigen Meilenstein auf ihrer Reise zum Künstler. Tsubasa Yamaguchi gelingt es dabei aus meiner Sicht gut, sowohl die besondere Atmosphäre der Prüfung als auch ihren Effekt auf das Seelenleben der Prüflinge zu zeigen.

Die Reihe beschäftigt sich zwar viel mit Kunst, ist aber auch für Leser*innen ohne großes Kunstverständnis lesbar und besitzt in meinen Augen eine besondere Anziehungskraft, die mich jedes Mal wieder dem nächsten Band entgegenfiebern lässt. In der Summe war Band vier einer der bisher besten Bände der Reihe.

Weitere rezensierte Bände der Serie

Band 1 | Band 2 | Band 3 

Andere Meinungen zum Band

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Bei diesem Manga handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir freundlicherweise von Manga Cult zur Verfügung gestellt worden ist. Vielen Dank dafür!

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