Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

Mushishi - Band 3

Mushishi (Band 3)

[Anzeige, da Rezensionsexemplar]

Mushishi hat mich seit dem ersten Band mit seiner besonderen Atmosphäre verzaubert und die bisherigen Bände doch jeweils weit oben in meiner Favoritenliste. Noch aber sind wir erst beim dritten von insgesamt zehn Bänden und so kann noch viel passieren.
In Japan ist dieser bereits 2002 erschienen, in Deutschland kommen wir durch Manga Cult in diesem Jahr zum ersten Mal in den Genuss der besonderen Reihe, die in Japan einige Preise einheimsen konnte.

ECKDATEN ZUM MANGA

Text&Zeichnungen: Yuki Urushibara
Originaltitel: Mushishi
Kategorie: Seinen | Genre: Fantasy, Mystery
Verlag: Manga Cult
Preis: 15€ | Großformat

In zehn Bänden abgeschlossen
Weitere Informationen & Leseprobe zum Band

Worum geht’s?

Die Mushi werden etwas tödlicher und wir erfahren mehr über Ginkos Vergangenheit in diesem Band von Mushishi. Unser rauchender Held durchstreift die Hügel und Täler Japans und versucht, denjenigen Trost zu spenden, deren Leben von dieser fast unsichtbaren Lebensform beeinflusst wurde. Aber kann er jemals seinen eigenen Frieden bringen?

Wie war’s?

Der dritte Band gewehrt dem Leser erstmals tiefere Einblicke in Ginkos Vergangenheit. Behandelt wird diese im Schlusskapitel “Einäugige Fische”, welches die längste Episode des Bandes ist. Worum es darin genau geht, werde ich aber aufgrund zu großer Spoiler nicht verraten. Obwohl der große Wendepunkt in der Geschichte ziemlich schnell zu erahnen ist, bekommt man doch auch Antworten auf einige Dinge, zum Beispiel, wieso Ginko nur ein Auge hat. Die Geschichte hat einen doch sehr melancholischen Unterton und gehört zu denen, in denen Ginko machtlos gegenüber den Mushi ist und nur zusehen kann.

Der Rest, der im Band enthaltenden Geschichten, folgt im Wesentlichen dem bekannten Muster der vorigen Bände: Ginko wandert in ein von Mushi betroffenes Dorf oder eine Familie, beschreibt die Gewohnheiten der Mushi und bemüht sich um eine Lösung. In “Die Stimme des Rosts” zieht die einzigartige Stimme einer jungen Frau Mushi an und bringt dadurch Unglück über das Dorf. “Jenseits des Meeres” berichtet über einen Mann, dessen Frau seit drei Jahren auf See vermisst wird, nachdem sie beide eigenartige Wesen im Wasser gesehen haben. “Schwere Körner” erzählt die Geschichte eines Dorfes, das in Zeiten der Hungersnot eine satte Ernte einfährt, dafür aber einen Preis zahlen muss. In “Das Weiß im Tuschreibstein” muss Ginko kranken Kindern helfen.

Jedes der Kapitel kann dabei wieder völlig alleinstehend gelesen werden, ohne, das großes Wissen über die Serie erforderlich ist. Alle Kapitel bieten aber genug Abwechslung. Einige Geschichten gehen eher in die dramatische Richtung, bei einigen gibt es hingegen leichte Horror-Elemente. Generell fällt in diesem Band aber auf, dass die Mushi allesamt gefährlicher und tödlicher scheinen, als in den vorherigen Bänden. Keine der Begegnungen geht ohne Opfer einher. Neben Ginko und den Mushi tritt hier zum ersten Mal auch ein weiterer Charakter erneut auf, nämlich Doktor Adashino. Er war bereits im ersten Band Teil einer Episode und scheint zu Ginko eine Art Freundschaft zu verbinden, wenn es auch immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten kommt.

Während einige Themen wiederkehrend sind und es sich auch in diesem Band wieder viel um die Bedeutung von Leben und Tod geht, geht es in der dritten Geschichte des Bandes auch um Moral. Ginko und der Protagonist in dieser Kurzgeschichte ringen darin um die perfekte Lösung und auch um den moralischen Konsequenzen eines Handelns. Die Auflösung entspricht dabei nicht unbedingt dem, was man als Leser erwartet hat.
Auch die Thematik, dass oft nichts Gutes dabei herauskommt, wenn Menschen zu sehr mit den Mushi interagieren und sie benutzen, kommt hier zum Vorschein. Insbesondere bei “Schwere Körner” und “Das Weiß im Tuschreibstein” kommt es erst zu einem Unglück, da etwas verwendet wird, was man hätte besser ruhen lassen sollen.
Insgesamt bietet der Band erneut eine hohe Qualität des kreativen Erzählens und es hängt eine mystische Atmosphäre über den einzelnen Episoden.

Der Zeichenstil von Urushibara bleibt dabei interessant. Es gibt zwar deutliche Verbesserung, ab und an wirkt er aber weiterhin sehr skizzenhaft und unsauber. Auch haben die anderen Charaktere neben Ginko nicht immer unbedingt viele neue Eigenschaften im Aussehen und sind sich sehr ähnlich. Da es sich um Kurzgeschichten handelt, fällt das aber nicht unbedingt negativ auf oder führt zu Schwierigkeiten, wenn es darum geht, Figuren auseinanderzuhalten. Die Mangaka arbeitet viel mit abgeschlossenen, durch Linien begrenzte Panels, bricht diese starren Muster aber auch auf und es gibt ebenso Panel, die ohne Rand funktionieren. Diese sind in den anderen Panels eingebettet und wirken dadurch wie eine weitere Ebene. Besondere Szenen hebt sie durch große Panels hervor. Die Wahl der verschiedenen Panel-Arten und Größen fällt dabei sehr ausgewogen aus und dem Geschehen kann ohne stockenden Lesefluss gefolgt werden.

Fazit & Bewertung

Mushishi entführt die Leser*innen auch im dritten Band wieder in mystische Geschichten rund um die Mushi und den Protagonisten Ginko. Zum ersten Mal bekommt man auch tieferen Einblick in Ginkos Vergangenheit, was mir sehr gut gefallen hat. Aber auch die übrigen Geschichten konnten einmal mehr durch eine dichte Atmosphäre überzeugen.

Ich bin schon sehr gespannt, was der kommende Band für die Leser*innen bereithält und kann Mushishi vor allem Fans des Fantasy- und Slice-of-Life-Genre ans Herz legen.

bewertung 5 5 Manga

Vielen Dank an Manga Cult für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Weitere rezensierte Bände der Serie:
Band 1
Band 2

No Comments

Schreibe einen Kommentar