Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

My Perfect Lover - Rezension

My Perfect Lover

[Anzeige, da Rezensionsexemplar]

Nachdem Egmont Manga im August 2021 bereits den Kurzgeschichtenband Forever Girls aus dem Girls-Love-Genre auf den deutschen Markt veröffentlicht hatte, folgt nun mit My Perfect Lover ein weiterer Titel von Gido Amagakure.

Bei My Perfect Lover handelt es sich um einen Boys-Love-Einzelband. Der Titel erschien in Japan unter Boku no Kanpeki na Koibito im Magazin Dear + des Verlags Shinshokan.

International bekannt ist die Mangaka vor allem durch ihre Seinen-Reihe Sweetness & Lightning, welche eine Anime-Adaption erhielt.

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Text & Zeichnungen: Gido Amagakure | Originaltitel: Boku no Kanpeki na | Übersetzung: Jan-Christoph Müller | Verlag: Egmont Manga | Genre: Boys Love, Drama | Preis: 7,50€ | Einzelband | Weitere Informationen & Leseprobe

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Wie war’s?

Durch eine zufällige Begegnung in der Bar trifft Haruma Torahime eines Tages auf Ryoichi Hakui, genannt Haku, der ihn einen Nebenjob anbietet. Nachdem Haruma schon schlimmes befürchtet, muss er schnell feststellen, dass es sich keinesfalls um schmutzige Geschäfte handelt, sondern kleinere Gelegenheitsjob.

Haruma macht die Arbeit Spaß und er lässt sich nach einiger Zeit fest von der Firma, bei der Haku arbeitet, anstellen. Umso mehr Zeit Haruma mit Haku verbringt, desto mehr scheint sich der Student zu seinem Arbeitskollegen hingezogen zu fühlen. Doch noch ehe Haruma sich über den nächsten Schritt Gedanken machen kann, erfährt er in der Uni schlimme Gerüchte über Haku. Er soll mit den Gefühlen anderer Leute spielen und es sei ihm dabei völlig egal, ob es sich dabei um einen Mann oder eine Frau handelt.

Haruma wird dadurch verunsichert, dennoch stimmt er freudig zu, als Haku ihn nach einem heiteren Abend zu zweit fragt, ob sie nicht beste Freunde werden wollen und muss sich eingestehen, dass er sich gerne noch etwas mehr wünschen würde.

Gido Amagakure erzählt in ihrem Einzelband eine recht gradlinige Geschichte über zwei Charaktere, die zum ersten Mal erfahren, was Liebe eigentlich ist.

Auf der einen Seite ist da Haruma. Ein schüchterner Student, der bisher in seinem Leben eigentlich noch nie richtig verliebt war. Haruma ist unbeholfen in Sachen Liebe und scheint regelrecht durch seinen Alltag zu stolpern. Immer wieder fragt er sich, was eine Beziehung eigentlich ausmacht und wie Haku das Thema sieht. Auch in Sachen sexueller Beziehung scheint Haruma unerfahren, was zu manchen unbeholfenen Verhaltensweisen beim jungen Mann sorgt.

Haku auf der anderen Seite ist zwar viel erfahrener als Haruma und blickt auf einige Beziehungen zurück, dennoch ist es keinesfalls so, als hätte Haku eine Antwort darauf, was diese Liebe eigentlich ist. Schon seit er ein kleines Kind ist, kämpft Haku damit, dass er von allen Personen um sich herum gemocht werden möchte. Er ist freundlich zu allen und schafft es nicht, Wünsche anderer auszuschlagen. Dadurch kommt es nicht nur einmal zu Situationen, in denen er die anderen Menschen eigentlich vor den Kopf stößt, weil er die Gefühle nicht richtig zuordnen kann. Erst durch Haruma scheint in ihm ein neues Gefühl zu entfacht zu werden. Er scheint die Person zu sein, die er auf keinen Fall teilen möchte und bei der er sich geborgen fühlt.

Amagakure erzählt die Geschichte der beiden Charaktere in unaufgeregten, leichten Tönen. So gibt es durchaus die typischen Entwicklungen eines Boys-Love-Einzelbandes mit Verunsicherung, Eifersucht und Streitereien, da diese aber leicht verpackt sind und schnell gelöst werden, bleibt die insgesamt leichte Atmosphäre bestehen.

Ähnliches gilt für die Charaktere. Haruma und Haku können sich nicht vollständig von üblichen Mustern aus dem Boys-Love-Genre lösen, dennoch verzeiht man das der Mangaka, da ihr dennoch solide und liebenswürdige Figuren gelungen sind. Neben ihnen gibt es in dem Manga einige Nebenfiguren, von denen aber vor allem der Kindheitsfreund und Chef von Haku mehr Raum bekommt. Er ist ein aufbrausender, zunächst furchteinflößend wirkender Charakter, doch es wird schnell klar, dass er Haku besser kennt als jeder andere und nur sein Bestes möchte.

Zur leichten Atmosphäre des Titels trägt auch der Zeichenstil von Gido Amagakure bei. Sie besitzt einen sehr feinen, aber sauberen Stil mit hellen Tönen. Die Hintergründe sind in eher sparsam eingesetzt und einfach gezeichnet, dafür verfügen die Charaktere allerdings über ein großes Spektrum an Emotionen, bei denen Amagakure auch auf einfachere Zeichnungen zurückgreift.

Vom Verlag wird eine Altersfreigabe von 16 Jahren empfohlen, explizite Sexszenen gibt es in dem Band jedoch nicht. Die erotische Szene gibt es erst zum Ende der Geschichte, bei der vom Genitalbereich der beiden Figuren allerdings gar nichts bis wenig gezeigt wird. Entsprechend dürfte das Werk auch Einsteiger in das Genre ansprechen.

Egmont Manga bringt den Titel im normalen Taschenbuchformat. Als Extra gibt es eine Farbseite zu Beginn des Bandes, die die beiden Protagonisten zeigt.

Fazit

Mit My Perfect Lover präsentiert Gido Amagakure zwar keinen außergewöhnlichen und neuartigen Boys-Love-Manga, aber einen Einzelband, der durch eine leichte und unaufgeregte Atmosphäre überzeugen kann.

Der Einzelband empfiehlt sich durch einen geringen Erotik-Anteil auch für die jüngere Leserschaft und Neueinsteigern in das Boys-Love-Genre.

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Bei diesem Manga handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir freundlicherweise von Egmont Manga zur Verfügung gestellt worden ist. Vielen Dank dafür!

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