Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

Vampire Knight - Pearls (Band 1) - Rezension

Vampire Knight – Pearls (Band 1)

Nachdem Carlsen Manga bereits den Shojo-Klassiker Fruits Basket eine Neuauflage in Doppelbänden gegönnt hatte, folgt mit Vampire Knight nun eine weitere Shojo-Neuauflage. Die Serie aus ursprünglich 19 Einzelbänden wird ihn zehn Bänden neuaufgelegt.

Vampire Knight erschien in Japan ab November 2004 bis zum Mai 2013 im Manga-Magazin LaLa. Seit Oktober 2006 war Vampire Knight im deutschen Manga-Magazin Daisuki von Carlsen zu lesen und wurde vom Verlag auch in Einzelbänden herausgebracht. Die Fortsetzung Vampire Knight – Memories erscheint ebenfalls bei Carlsen Manga.

Die Reihe erhielt darüber hinaus 2008 eine Animeserie.

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Story&Zeichnungen:  Matsuri Hino | Originaltitel: Vampire Knight | Übersetzung: Antje Bockel| Genre: Fantasy, Romance, Drama | Demografische Zielgruppe: Shojo| Verlag: Carlsen Manga | Preis: 11,00€ | Abgeschlossen in zehn Bänden | Weitere Informationen zum Titel

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Wie war’s?

Yuki Cross kann sich an nichts erinnern, als an den Tag vor zehn Jahren, an dem sie von dem reinblütigen Vampir Kaname Kuran vor einem Vampirangriff gerettet wurde. Jetzt ist Yuki zusammen mit ihrem Partner Zero Guardian an der Cross Academy, wo zwei Gruppen von Schülern, die Day Class und die Night Class, in relativer Harmonie leben. Der Rektor ist davon überzeugt, dass nicht alle Vampire bösartig und blutdürstig sind und möchte auf diese Weise die Koexistenz fördern. Dank Blutpillen sind die Vampire nicht auf lebende Opfer angewiesen, doch um dennoch nichts zu riskieren achten die Guardians darauf, dass sich die beiden Welten nicht zu sehr vermischen.

Doch nach und nach werden sie von ihrer Vergangenheit mit Vampiren eingeholt und die Ordnung an der Schule gerät ins Wanken.

Mit Vampire Knight erhält die Leserschaft ein Werk, welches sich durch bekannte Tropes und Codes eigentlich nahtlos in viele Romantasy-Geschichten der Neuzeit und zur Hochphase der Vampir-Fantasyliteratur einordnen kann. Ein fast naives, aber energisches Mädchen, ihr geheimnisvoller Jugendfreund, der ein dunkles Geheimnis verbirgt, und eine ganze Reihe junger und schöner Vampire, von denen der edelste und attraktivste das Hauptinteresse der Heldin darstellt.

Aus diesem Grund dürfte der erste Band nicht unbedingt bei jedem auf ein großes Interesse treffen und durch die vielen Klischees eine Hürde darstellen. Sowohl einige Handlungen in der Story als auch den Charakterentwicklungen ließen sich im ersten Band erahnen, da Mangaka Matsuri Hino storytechnisch bislang nicht wirklich Neues abliefert und aus der Reihe tanzt.

Lässt man die zum Teil abgenutzten Klischees bei Seite, so wird erzählerisch durchaus gut in die Welt eingeführt. Der erste Teil des Bandes ist eine Art Vorgeschichte, in der sich die Story der Vampire und der Charaktere allmählich entfaltet. Der Abschnitt konzentriert sich dabei vor allem auf die Verbindung zwischen Yuki und Zero und ihrem Verhältnis zu Vampiren. Während Yuki trotz ihrer Vergangenheit kein Problem mit ihnen hat und insbesondere zum Klassenvorstand und Präsident des “Mondpavillons” aufsieht, steht Zero den Schülern der Night Class feindselig gegenüber. Zero, dessen Vampirjägerfamilie von “diesen Bestien mit menschlichem Gesicht” abgeschlachtet wurde, träumt davon, sie auszurotten.

Im zweiten Teil der Doppelausgabe bekommt das idyllische Bild der Vampire Risse: Sie werden als arme Kreaturen, die ihren Instinkten nicht widerstehen können entlarvt, die ständig vom Geruch des Blutes angezogen werden und bei dem kleinsten Kratzer sofort aufspringen. Darüber hinaus gibt es eine große Enthüllung bezüglich eines der Charaktere, die die Handlung ins Rollen bringt.

Im Allgemeinen schwankt die Handlung zwischen Verlockung und Gefühlen, wobei Yuki von Kaname fasziniert ist, aber auch Zero sehr nahesteht und alles tut, um ihm zu helfen, als er vor einem großen Scherbenhaufen steht und keinerlei Ausweg mehr zu sehen scheint. Kaname umgibt etwas Geheimnisvolles. Viel erfährt man über ihn in den ersten Bänden noch nicht, außer, dass er ein reinblütiger Vampir ist und alle anderen Vampire der Night Class ihn respektieren und gehorchen. Gleichzeitig ist er immer um die Sicherheit von Yuki bemüht.


Während noch nicht ganz klar ist, in welche Richtung die Mangaka die Geschichte lenken möchte, wird die Story vor allem durch die Dreiecksbeziehung zwischen Yuki, Zero und Kaname getragen.

Die Zeichnungen in Vampire Knight spiegeln den Shojo-Manga-Stil der damaligen Zeit wieder. Die Geschichte sind spitz gezeichnet und die Charaktere – insbesondre die weiblichen – haben große, runde Augen. Der Stil geht ein wenig in das Skizzenhafte und liefert durch die Thematik durchaus viele dunkle Panel ab, die die Atmosphäre der Serie gut einfangen.

Allerdings wirken die Seiten auch oft überladen, was durch recht viel Text an einigen Stellen noch verstärkt wird.

Carlsen Manga liefert eine gelungene Neuauflage ab. Es handelt sich um ein normales Taschenbuchformat, wobei im Gegensatz zur ersten Reihe der Pearls-Edition (Fruits Basket) jedoch zu betonen ist, dass man sich für ein anderes Papier entschieden hat. Dieses ist zwar weniger hochwertig, der Vorteil offenbart sich aber schnell. Der Band lässt sich angenehm lesen und anders als bei Fruits Basket muss nicht befürchtet werden, dass der Buchrücken bei normalem Lesen knickt.

Die Cover sind hochwertig gestaltet. Neben neuen Illustrationen erhält man einen Relief-Cover-Druck mit roter Folie, welcher sehr gut zur Thematik der Reihe passt. Wenn man alle Bände sammelt, erhält man sogar ein Rückenbild.

Fazit

Mit der Vampire Knight Pearl Edition bringt Carlsen Manga einen weiteren Shojo-Klassiker in einer erschwinglichen Sammeledition zurück in die Sammelregale.


Nach Band eins wird schnell klar, dass Genre wird hier keinesfalls revolutioniert und man kann sicherlich eine typische Vampir-Romanze erwarten. Für alle, die Vampirgeschichten mögen und mit einer Dreiecksbeziehung umgehen können, eröffnet Vampire Knight den Weg zu einer dunkleren Shojo-Romanze, die man in der heutigen Zeit auf dem deutschen Markt nur noch selten zu sehen bekommt.

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Bei diesem Manga handelt es sich um ein Rezensionsexemplar, welches mir freundlicherweise von Carlsen zur Verfügung gestellt worden ist. Vielen Dank dafür!

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