Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

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week0608 Manga

Gesnackt: Von Gangstern, Schulprinzen und wilden Karaoke-Sessions

Ihr seht richtig. Die Kategorie Gesnackt ist (hoffentlich für länger) zurück. Leider war die Kategorie mit den Kurzrezensionen ja über die letzten Monate eingeschlafen. Ich schiebe es auf vieles, u.a. auch den Zeitfaktor. Jetzt aber möchte ich wieder versuchen, diese Kategorie wieder zum Leben zu erwecken. Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich die Rezensionen hier verfassen werde. Vermutlich aber lockerer als die längeren Rezensionen, da es mir so die Arbeit erleichtert, da ich meine Zusammenfassungen für andere Plattformen nur leicht abändern muss.

Gesnackt lohnt sich vor allem für die Titel, bei denen ich das Gefühl habe, ich schaffe sie sonst nicht unterzubringen oder aber bei Folgebänden, bei denen ich irgendwie spüre, dass ich da nicht viel zu sagen kann und sich ein kurzer Text mehr lohnt.

Aber genug geredet, jetzt soll es um Manga gehen. Dieses Mal habe ich euch meine Meinung zum Einzelband Let’s go Karaoke mitgebracht, der gerade bei Yen Press auf dem US-Markt erschienen ist. Ebenfalls auf Englisch habe ich Band 3 von In the Clear Moonlit Dusk gelesen. Shojo-Romance Nummer zwei war Ran the Peerless Beauty. Auch meinen Eindruck zum zweiten Band von Frau Suzuki wollte doch nur ein ruhiges Leben möchte ich euch nicht vorenthalten.

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Let’s go Karaoke

Let’s go Karaoke bei Yen Press | von Yama Wayama | Sprache: Englisch | übersetzt von: Leighann Harvey | Seinen / Drama, Comedy | ca. 13,49€ (Preis variiert, da keine Preisbindung in den USA)

letsgo Manga

Von Mangaka Yama Wayama hatte ich bereits im letzten Jahr “Captivated, By You” gelesen. Einen Kurzgeschichtenband, der durchaus spannende Themen hatte und mich durch einen ganz eigenen Stil beeindrucken konnte.

So habe ich auch “Let’s go Karaoke” eine Chance geben, obwohl mich die Kurzbeschreibung zunächst nicht so recht angesprochen hatte. Der Titel wurde ursprünglich auf dem Doujin-Event COMITIA 129 veröffentlicht, erschien 2019 aber auch im Seinen-Magazin Comic Beam. Bei Yen Press erscheint der Band im Softcover-Großformat. Ein bisschen schade, weil der Vorgänger eine Hardcover-Veröffentlichung erhielt und eigentlich einen ähnlichen Preis hatte.

In Let’s go Karaoke macht sich Satomi Oka Sorgen über den bevorstehenden letzte Chorwettbewerb seiner Mittelschulkarriere – bis er von einem Fremden aus dem Schatten angesprochen wird, der verlangt: “Lass uns Karaoke singen gehen!” Als Yakuza ist Kyouji Narita nicht leicht in Angst zu versetzen, doch ein Event in der Zukunft bereitet ihm Kopfzerbrechen. Der Boss veranstaltet einen Karaoke-Wettbewerb, bei dem der Verlierer gezwungen ist, sich ein Tattoo stechen zu lassen, das vom Boss selbst ausgewählt und auf quälende Weise angebracht wird! Oka hat im Laufe der Jahre schon an vielen Gesangsproben teilgenommen, aber noch nie an einer Karaoke-Session mit einem Yakuza.

Nicht alles an dem Oneshot ist perfekt und doch hatte ich Spaß bei dieser durchaus eigenwilligen Story mit einem absurden Plot. Ich meine: Einen Yakuza, der Gesangsunterricht bei einem Jungen nimmt, weil er Angst hat bei einem Wettkampf des Clans zu verlieren und dann vom Chef ein Tattoo gestochen zu bekommen?

Es gibt auch hier einen unterschwelligen BL-Ansatz, der nie ganz zu einer wirklichen Romanze führt und ich glaube, man auch anders interpretiert, wenn man nicht weiß, dass Yen Press den Titel in das Genre einordnet. Daneben hat der Einzelband eigentlich doch mehr Tiefe zu bieten, als man vielleicht vermutet. Insbesondere Satomi hat mit seinem Stimmbruch und den Folgen für seine Rolle im Chor zu kämpfen. Durch seine Treffen mit Kyouji entwickelt sich der Junge charakterlich aber auch weiter und ich liebe diesen Humor von Wayama, den sie irgendwie hervorragend in den Zeichnungen abbilden kann.

Wayama hat einen Zeichenstil, den ich ebenfalls als “speziell” bezeichnen würde. Diese Art halt, die jeden abschrecken wird, der nur oberflächlich auf das Artwork schaut und sich dann bereits von einem Titel abwendet, weil es nicht der glattgeleckte moderne Stil ist. Für mich hat die Mangaka aber wieder einen Oneshot geschaffen, der Tiefe bietet und bei dem man sich auch nach dem Zuklappen noch einige Zeit damit beschäftigt.

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Ran the Peerless Beauty, Band 6

Ran the Peerless Beauty bei Tokyopop| von Ammitsu | Sprache: Deutsch | übersetzt von: Hana Rude | Shojo / Romance | 6,99€

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Ran the Peerless Beauty ist für mich definitiv bisher eine positive Überraschung in dem großen Pool von Highschool-Shojo-Romanzen gewesen. Der Titel nutzt zwar auch einige Klischees der Zielgruppe, hat es aber bislang gut geschafft, diese zu seinem Vorteil zu nutzen.

In Band sechs war ich ein wenig zwiegespalten. Auch wenn der Band wieder nett war, hatte ich dieses Mal etwas mehr das Gefühl, man serviert mir einen Shojo-Manga, den ich so schon häufig gelesen habe.

Den Band kann man im Grunde in zwei Abschnitte gliedern. In dem ersten Teil geht es um die Rivalin der Heldin. Eine Situation, die durchaus zu einem Ergebnis kommt, was sich von anderen Highschool-Romanzen unterscheidet. Dennoch fand ich, dass die Kapitel irgendwie langatmig waren, auch wenn es dazu führt, dass Ran eine ganz neue Seite an sich zeigt.

Der andere große Teil des Bandes ist die klassische Valentinstagsepisode, auf die leider nur sehr wenige Shojo verzichten können. Hier ist dann alles sehr klassisch. Von der Heldin, die mit ihren Freundinnen etwas Süßes zubereitet, über das Drama, das verhindert, dass alles am Tag normal ablaufen kann, bis hin zum Treffen und dem romantischen Moment zwischen den beiden Hauptfiguren.

In allem: Süß, aber nicht überraschend. Dennoch habe ich mich über die Entwicklung in der Beziehung zwischen Akira und Ran gefreut und hoffe, dass es nur ein kleiner Ausrutscher in die klassischen und abgegriffenen Shojo-Klischees war.

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Frau Suzuki wollte doch nur ein ruhiges Leben, Band 2

Frau Suzuki wollte doch nur ein ruhiges Leben bei Hayabusa| von Hirohisa Sato| Sprache: Deutsch | übersetzt von: Martin Bachernegg | Seinen / Drama, Thriller | 10,00€

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Band 1 des Mangas liefere einen guten Auftakt. In Band zwei hat Suzuki für sich und Jinsuke einen Ort gefunden, an dem sie sich vor ihren Verfolgern verstecken können.

Mit der Zeit hat sich die Trauer des Jungen allerdings immer mehr in Wut gewandelt und er wünscht sich, sich zu rächen und wie Suzuki ein Auftragskiller zu werden.

Mit kurzen Rückblenden wird gleichzeitig die Suzukis Vergangenheit näher beleuchten und man merkt, wie sie sich über die Zeit immer mehr verändert, in der sie sich um den Jungen kümmern muss. Sie möchte alles dafür tun, dass er nicht einen ähnlichen Weg wie sie wählt, kommt dadurch aber schnell in eine Zwickmühle.

Währenddessen kommen die Verfolger ihnen wieder näher, näher als Frau Suzuki wirklich ahnt.

In der Summe hat mir der zweite Band wieder sehr gefallen, wenn es auch einige Ereignisse gab, die ein wenig zu paradox daherkommen. Dennoch bin ich gespannt, wie der Mangaka es schafft, die entstehenden Konflikte im finalen Band zu lösen.

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In the Clear Moonlit Dusk, Band 3

In the Clear Moonlit Dusk bei Kodansha | von Mika Yamamori| Sprache: Englisch | übersetzt von: Jessica Latherow | Shojo / Romance| ca. 9.49€ (Preis variiert, da keine Preisbindung in den USA)

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In the Clear Moonlit Dusk hat mir nach Band eins wirklich gut gefallen und wirkte wie eine frische Shojo-Reihe mit einem interessanten Konzept. Ihr hört vielleicht schon das “Aber” heraus.

Auch wenn die Reihe weiterhin viel Lob erntet, beeindruckt sie mich von Band zu Band leider weniger. Was die Mangaka in Band eins noch als guten Aufhänger nutzen konnte, verkommt inzwischen zu einigen nervigen Romance-Klischees. Die Heldin, die aufgrund ihres Auftretens als “Prinz” bezeichnet wird, beginnt sich ihrer Gefühle bewusst zu werden, was an sich ja nichts schlecht ist. Doch die Mangaka kann sich dabei leider nicht davon lösen, dass sie dadurch ihr “prinzenhaftes” Strahlen verliert. Hat mir nicht wirklich gefallen, dass man sie in eine Abhängigkeitsrolle bringt.

Ebenso kommt nun der erste Auftritt unseres Rivalen. Und was soll ich sagen. Hier ist leider schon klar, welche Rolle er einnehmen wird. Der nette Junge, der eigentlich perfekt zu der Heldin passt, aber natürlich nur dafür da ist, damit diese sich ihrer Gefühle für den Protagonisten bewusst wird. Die ganze Situation darum fand ich semi-gut und etwas zu hektisch für meinen Geschmack. Aber wer weiß, vielleicht überrascht die Mangaka im kommenden Band.

Hierbei werde ich aber warten, bis die Reihe mal wieder in einem Ebook-Sale ist, denn für 9,00 Euro ist mir die Reihe nicht wichtig genug.

2 Comments

  • Olga

    8. Juni 2022 at 10:51

    Vielen Dank für den Beitrag! Die Texte sind zwar trotzdem recht lang für eine Kurz-Rezi, finde ich, aber man bekommt einen guten Eindruck! Ich hoffe ja, dass In the Clear Moolit Dusk auch noch auf Deutsch erscheint, sodass ich mir auch ein Bild machen kann!

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    • kerstin

      8. Juni 2022 at 11:08

      Ich kann mich halt dann doch nicht zurückhalten, wenn mir doch was einfällt. 🙈😬 Bei einigen hatte ich auch ursprünglich ne lange Rezi geplant, dann aber gemerkt, dass ich es zeitlich doch nicht unterkriege.

      Ich gehe eigentlich mal fest davon aus, dass Kaze/Crunchy Moonlit noch hier bringen wird. So viel ist ja in Japan auch noch nicht erschienen. 4 meine ich. Kodansha war mit seiner digitalen Veröffentlichung halt auch echt extrem früh dran.

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