Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

Rezension Banana Fish 6

Banana Fish (Band 6)

[Anzeige, da Rezensionsexemplar]

Die Ultimative-Edition von Banana Fish umfasst in Deutschland inzwischen bereits sechs Bände. Im rezensierten sechsten Omnibus-Band sind die Bände elf und zwölf der regulären Ausgabe enthalten. Auf dem japanischen Markt erschienen ist Banana Fish in den Jahren 1985 bis 1994 und dürfte damit älter sein als so manch einer der heutigen Fans.

Die Sammelbände werden von Panini Manga im Großformat herausgebraucht und sind wie alle anderen Ultimative-Editions mit einem Plastik-Umschlag ausgestattet, auf den Titel sowie Mangaka und Bandzahl abgedruckt sind. Darunter findet man die reine Cover-Illustration vor.

In der Rezension versuche ich, auf große Spoiler zu verzichten, bedenkt aber bitte, dass ich manchmal auch wichtige Teile der Handlung erzählen muss, um meine Meinung verständlich zu reflektieren. Wollt ihr sicher gehen, nicht gespoilert zu werden, interessiert euch aber für die Reihe, schaut in meine Rezension zu Band eins rein.

ECKDATEN ZUM MANGA

Text & Zeichnungen: Akimi Yoshida
Originaltitel: Banana Fish
Zielgruppe: Shojo | Genre: Thriller, Action, Drama
Verlag: Panini
Preis: 19,00 €

mehr Informationen bei Panini

Worum geht’s?

Ash schafft es, gemeinsam mit Dr. Dawson zu flüchten. Als er jedoch sieht, dass Max und Ibe von einigen Wachen gefangen genommen werden, muss er sich noch einmal in die Klinik begeben, um auch ihnen zur Flucht zu verhelfen.
Als die Gruppe schließlich der Klinik entkommen ist, möchte Ash sich wieder dem Geheimnis rund um Banana Fish zuwenden …

Wie war’s?

Im ersten Teil es Bandes kommen die Leser*innen in den Genuss Ash in Aktion zu erleben. Mit taktischer Überlegenheit gelingt es dem Teenager, gemeinsam mit Dawson, aus der ominösen Klinik zu fliehen. Wir verfolgen, wie er durch Lüftungsschächte klettert, immer wieder Wachen überrumpelt und letztendlich auch diejenigen retten muss, die eigentlich ihm zur Hilfe geeilt waren. Was dabei auffällt, ist, dass die Flucht durchaus mit vielen komödiantischen Momenten gespickt ist. Ashs Flucht verlief eher heiter als intensiv, vor allem, wenn man es mit der Darstellung der Flucht aus Dinos Villa vergleicht. Als die Flucht geglückt ist und nachdem die Leserinnen in den Genuss einiger ruhiger Bilder kommen, rückt die Suche nach dem Ursprung von Banana Fish wieder in den Mittelpunkt. Man erfährt ein wenig darüber, woher die Droge kommt, was ihre Inhaltsstoffe sein könnten und wer bei der Erforschung beteiligt war.

Während Ash und Eiji ihre kleinen Momente erhalten und wir in diesem Band insbesondere zum Ende wieder spüren, dass Ash für ihn alles tun würde, werden vor allem auch die Gegner in diesem Band in den Mittelpunkt gerückt.

Yut-Lung möchte einen Deal mit Dino und gibt ihn zu verstehen, dass er sehr viele Informationen über Banana Fish hat. Er verlangt von ihm einen Deal, um noch mehr macht in der Familie zu bekommen und geht dabei nur zu gerne über Leichen. Er behauptet zudem, dass er einen Weg kennen würde, wie Dino Ash zurückbekommen würde. Das eigentliche Ziel von Yut-Lung aber bleibt unklar. Auf der einen Seite ist da klar der Hass gegenüber seinen Brüdern und die Rachegedanken, doch wieso er sich auch nach dem Erreichen seiner großen Ziele auf Dinos Seite befindet, ist schwammig. Wieso will er sich unbedingt als großer Feind von Ash positionieren? Ein Grund könnte sein, dass er eifersüchtig auf die Beziehung von Ash und Eiji ist und sie nun mit allen Mitteln zerstören möchte.

Daneben lernt man einen neuen Antagonisten kennen. Blanca. Er war ein früherer Partner von Dino und hatte sich eigentlich zurückgezogen. Aus Neugier verfolgt er Ash aber für einige Tage und ist beeindruckt vom Scharfsinn dessen. Er verpflichtet sich gegenüber Dino, ihn in die Enge zu treiben. Auch zu Ash verbindet Blanca etwas, denn er war derjenige, der Ash ausgebildet hatte. Für Ash ist Blanca der Einzige, bei dem er glaubt, dass er nicht als Sieger aus dem Kampf hervorgehen wird.

Der Zeichenstil von Banana Fish ist nicht unbedingt das, was heutige Shojo-Fans kennen, aber auch für die damalige Zeit konnte sich Akimi Yoshida von vielen anderen in der Zielgruppe absetzen. Die Mangaka arbeitet mit einfachen Hintergründen und fokussiert sich vor allem auf die Figuren im Vordergrund. Akimi Yoshida setzt auf rechteckige, durch dicke Rahmenlinien voneinander abgetrennte Panels. Es gibt aber ebenso Panel ohne Linien oder die vom rechteckigen Standard abschweifen. Diese sind zudem meist größer gehalten, um die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich zu ziehen und besondere Szenen noch intensiver wirken zu lassen. Das Timing ist ordentlich gesetzt und der Lesefluss kommt selten ins Stocken.

Fazit & Bewertung

Der sechste Band von Banana Fish fängt mit einer leichten Stimmung an, doch wie so oft verdichtet sich daraufhin die Handlung schnell wieder und die Leser*innen müssen erneut um das Leben ihrer liebgewonnenen Charaktere fürchten. Derzeit wirkt insbesondere Yut-Lung als der größte und bedrohlichste Gegner, weil sein Ziel schwer einzuschätzen ist. Aber auch Dino scheint mit Blanca an seiner Seite wieder deutlich beängstigender als in den Bänden zuvor und so bleibt es spannend, wohin die Handlung sich in den nächsten Bänden entwickeln wird.

Weitere rezensierte Bände der Serie:
Band 1
Band 2 & 3
Band 4 & 5

Vielen Dank an Panini Manga für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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