Rezension - Mein Schulgeist Hanako (Band 1)

Sieben geheimnisvolle Legenden ranken sich um die Kamome Akademie. Eine davon ist die um Hanako, der Wünsche erfüllen soll und genau einen solchen Wunsch braucht Nene Yashiro jetzt dringend. Sie beschließt, Hanako aufzusuchen, nichts ahnend, in welches Abenteuer sie sich begibt.

Mein Schulgeist Hanako könnte einer der neuen Shonen-Hits auf dem deutschen Boden werden. Die 1. Auflage des ersten Bandes verkauftes sich rasend schnell und musste bereits nachgedruckt werden. Grund dafür dürfte auch die große Beliebtheit der Anime-Adaption sein, die viele Fans auf die Serie aufmerksam machte.

Ähnlich war es auch bei mir. Als Manga Cult den Titel angekündigte, hatte ich ihn nicht wirklich auf dem Schirm. Um zu schauen, ob er überhaupt meinen Geschmack trifft, habe ich dann in den Anime hineingesehen und mich daraufhin sofort in den Titel verliebt, der mit neuen Ansätzen überraschen konnte.

Mein Schulgeist Hanako ist die erste längere Manga-Reihe des Duos AidaIro, welches sich aus Iro (Text) und Aida (Zeichnungen) zusammensetzt. AidaIro startete den Manga im Japanischen im Juni 2014 im GFantasy-Magazin. Manga Cult kommt den Fans entgegen und wird den Manga trotz Großformat für 7,99€ veröffentlichen.

ECKDATEN ZUM MANGA

Text&Zeichnungen: AidaIro
Originaltitel: Jibaku Shounen Hanako-kun
Kategorie: Shonen | Genre: Horror, Mystery, Humor
Verlag: Manga Cult
Preis: 7,99€ | Großformat

weitere Informationen zum Titel

Worum geht’s?

Nene Yashiro ist eine Highschoolerin, die unbedingt einen Freund haben möchte. Nachdem sie jedoch eine Abfuhr erhalten hat, traut sie sich nicht so recht ihren neuen Schwarm anzusprechen. Als ihre Freundin ihr ein Gerücht der Kamome-Akademie erzählt, dass besagt, dass es auf dem Mädchenklo einen Geist gibt, der Wünsche erfüllt, zögert sie nicht lange und versucht ihr Glück. Zu ihrer Überraschung gibt es Geister tatsächlich und die Begegnung mit Hanako-kun stellt ihr Leben auf den Kopf.

Wie war’s?

Mein Schulgeist Hanako spielt in einer zunächst normal aussehenden Schule. Schnell jedoch stellt sich heraus, dass die ein Hort für übernatürliche Wesen zu sein scheint. Darüber hinaus gibt es auch noch die sieben Schul-Legenden, die über große Kraft verfügen zu scheinen. Hanako selbst ist eines dieser sieben Legenden und haust auf der Mädchentoilette im dritten Stock. Um ihn zu beschwören, so heißt es, muss man dreimal an eine bestimmte Klotür klopfen und seinen Namen rufen.

Die Person, die ihn zu Beginn der Handlung anruft, ist unsere Protagonistin Nene Yashiro aus dem ersten Jahr, die bereit ist, alles zu versuchen, um das Herz ihrer wahren Liebe zu gewinnen. Hanako ist nicht das, was sie erwartet, immerhin heißt es in der Legende, dass er ein Mädchen sei, trotzdem nimmt sie seine Hilfe an. In einer Kurzschlusshandlung aber beginnt Nene kurz darauf einen Fehler und wird mit einem Fluch belegt. Nur dank Hanakos Hilfe kann sie einem großen Schicksal entrinnen, doch der hängt daran eine Bedingung: Sie muss fortan seine Assistentin sein. Mit dieser eigenartigen Bindung treffen die Beiden fortan auf kuriose Legenden und übernatürliche Wesen in der Schule.

Die Handlung im ersten Band besteht aus drei kürzeren Episoden, die dazu dienen die Charaktere näher einzuführen. Das finale Kapitel der Reihe jedoch, führt den Leser in einen größeren Handlungsbogen ein. Schüler verschwinden spurlos und um diese zu retten, reisen Nene und Hanako in eine Art Zwischenwelt, in der allerlei Gefahren lauern.

Mein Schulgeist Hanako hat einen ähnlichen Aufhänger wie so manch andere Yokai-Geschichte, bringt aber dennoch frische Ideen und Wind mit. Die Geschichte kann an einigen Stellen superlustig sein, während andere Momente gruselig und dunkel gehalten sind. Es ist ein schmaler Grat, auf den sich das Mangaka-Duo begibt, dennoch gelingt es Aidalro, die richtige Balance zu finden und eine runde Geschichte abzuliefern.

Aidas Zeichenstil ist dabei fantastisch, neu und unverbraucht. Das Figurendesign geht eher in die niedliche Richtung mit großen Augen und größeren Köpfen. Dennoch sind die Charaktere ausdrucksstark und detailliert gezeichnet, was wichtig ist, da die Komik und der Ernst vor allem durch ihre Mimik und Gestik transportiert wird. Die Hintergründe sind häufig einfacher gehalten, können aber auch sehr detailliert werden. Aida benutzt viele kräftige Töne und wenige Schattierungen.

Der Zeichenstil sticht zwar besonders heraus, aber auch die Charakterisierung weiß im ersten Band zu überzeugen. Nene ist zwar sehr naiv, insbesondere was die Liebe angeht, besitzt aber auch Entschlossenheit und Tapferkeit. Ihre Persönlichkeit ist sehr fröhlich und sie passt perfekt zu Hanako, bei dem durchaus auch dunklere, melancholische Charakter-Züge durchkommen. Auch scheint Hanako mal jemand umgebracht zu haben, wie im Kampf mit dem dritten Charakter herauskommt, der im ersten Band eingeführt wird. Eben dieser ist Kou Minamoto, der aus einer bekannten Exorzisten-Familie stammt, weshalb er in der Lage ist übernatürliche Wesen zu sehen. Er ist fröhlich, direkt und scheint dazu zu neigen, zu Handlen, ehe er groß über die Situation nachgedacht hat. Er steht Hanako misstrauisch gegenüber und glaubt, dass er etwas Böses im Schilde führt. Das ist auch der Grund, weshalb er Nene und Hanako ohne zu zögern, in die geheimnisvolle Welt auf der “anderen Seite” begleitet. Er möchte sie, aber auch seine verschwundenen Freunde beschützen.

Fazit & Bewertung

Mein Schulgeist Hanako ist eine Shonen-Reihe mit neuen Ansätzen, die mit einer guten Mischung von Comedy, Ernst und Mystery überzeugen kann. Wer Lust auf einen etwas anderen Shonen mit liebevoll gestalteten Charakteren und einen interessanten Zeichenstil hat, der ist bei dieser Reihe sicherlich an der richtigen Adresse.

Ich freue mich zumindest schon sehr auf Band zwei der Reihe.

Vielen Dank an Manga Cult für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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