Herzlich willkommen auf meinem Mangablog. Hier findet ihr Rezensionen zu deutschen und englischen Manga sowie Beiträge über Themen und Aspekte, die mich an dem Medium interessieren. Ab und an schaue ich auch über den Tellerrand hinaus und schnuppere in Comic-Kunst abseits Japans hinein.

Mushishi Band 4 - Rezension

Mushishi (Band 4)

Mushishi hat sich in den letzten drei Bänden weit hoch in meine Alltime-Favoritenliste gekämpft. Die Mangareihe hatte mich vom ersten Band an mit seiner dichten Atmosphäre gepackt und ich habe mich auf jede weitere Geschichte rund um Ginko gefreut. In Japan ist der Manga bereits vor einiger Zeit erschienen und mit zehn Bänden abgeschlossen. Hierzulande liegt die Lizenz bei Manga Cult, die den Titel in einem hochwertigen Großformat herausbringen.

In Japan erhielt Mushishi zahlreiche Auszeichnungen. Unter anderem bekam die Mangaka Urushibara 2003 den Media Arts Award als Preis für Exzellenz und 2005 den Kodansha-Manga-Award in der Kategorie „Allgemeines“. Der Manga wurde zudem in einer Anime-Serie adaptiert.

Text/Zeichnungen: Yuki Urushibara | Originaltitel: Mushishi | Verlag: Manga Cult | Kategorie: Seinen | Genre: Fantasy, Mystery | Preis: 15,00€ | Großformat | In zehn Bänden abgeschlossen | Weitere Informationen & Leseprobe

Inhalt

Ginko reist von einem Ort zum anderen und trifft dabei auf so manches Problem, welches mit den geheimnisvollen Mushi zusammenhängt. Nicht immer findet er eine Lösung und so manches Mal begibt er sich selbst in größte Gefahr, um ein Mushi-Problem aufzulösen und seinem Klienten zu helfen.

Wie war’s?

Im vierten Band von Mushishi erwartet die Leser*innen insgesamt fünf Geschichten. Der Band startet mit “Vom Sammeln leerer Kokons” und erzählt von einem Fall mit engen Verbindungen zu Mushi und Mushishi. In “Die Eine-Nacht-Brücke” wird Ginko in ein abgelegenes Dorf in einem tiefen Tal eingeladen, um den Fall einer jungen Frau zu untersuchen, die von der Brücke in eine tiefe Schlucht gestürzt war, jedoch unversehrt überlebe. Allerdings ist sie nicht mehr dieselbe.
Pflanzen, die ungewöhnlich außerhalb der üblichen Saison wachsen, ermöglichen einem Geschwisterpaar in “Vorgetäuschter Frühling” das überleben, allerdings sind die Mushi nicht so harmlos, wie sie zuerst erscheinen und auch Ginko begibt sich in Gefahr, als er helfen möchte. In der vierten Geschichte stößt Ginko auf einer Reise durch die Berge auf eine kleine Familie, die in einem riesigen Bambushain lebt. Sie scheinen dort gefangen zu sein und finden keinen Weg hinaus, egal was sie versuchen. Die abschließende Geschichte in dem Band zeigt hingegen wieder einen kleinen Einblick in Ginkos Vergangenheit.

Mushishi bleibt auch im bereits vierten Band der Reihe eher episodisch und die Geschichten werden nur durch die Anwesenheit von Ginko verbunden. Eine kleine Ausnahme bietet die Kurzgeschichte “Das Geräusch von Schritten im Gras”, welches man als chronologische Fortsetzung der finalen Geschichte in Band drei sehen kann. Theoretisch kann man aber auch diese für sich alleine gestellt lesen und verstehen, da es sich lediglich um eine Episode aus Ginkos Kindheit handelt.

Wenn auch Mushishi den üblichen Thematiken aus den vorherigen Bänden treu bleib, bietet auch dieser Band wieder fünf abwechslungsreiche Geschichten. Als Verbindungspunkt könnte man hier zwischenmenschliche Beziehungen sehen. In jeder der Episoden geht es um Gemeinschaften, sei es eine Familie oder eine Dorfgemeinschaft. Einige von ihnen werden durch die Mushi verursachten Probleme auseinandergetrieben, es zeigt sich aber auch, dass sie eine Familie enger zusammenschweißen können.
In den fünf Geschichten geht es auch immer wieder um Verlust und Abschied. Sei es durch den Tod oder eine Trennung durch die Weiterreise, wie es in “Vorgetäuschter Frühling” und “Das Geräusch von Schritten im Gras” der Fall ist.

Wie in den Bänden zuvor schafft es die Mangaka, uns Ginkos Charakter auch unterschwellig näherzubringen. Dieses Mal merkt man als Leser, dass er sich ab und an doch wünscht, nicht immer auf Wanderschaft zu sein und engere Beziehungen zu knüpfen, die einer Familie gleichen.

Der Zeichenstil von Urushibara zeichnet sich durch einen sehr skizzenhaften und zuweilen unsauberen Artwork aus. Die Charaktere, die nur in einer Geschichte auftreten sind sehr ähnlich gezeichnet. Wiederkehrende Figuren indes haben deutlichere Merkmale, an denen man sie unterscheiden kann. Die Mangaka arbeitet viel mit abgeschlossenen, durch Linien begrenzte Panels, bricht diese starren Muster aber auch auf und es gibt ebenso Panel, die ohne klare Abgrenzung funktionieren. Diese sind in den anderen Panels eingebettet und wirken dadurch wie eine weitere Ebene. Besondere Szenen hebt sie durch große Panels hervor.

Fazit

Mushishi bleibt auch im vierten Band auf einem hohen Niveau und wer mystisch angehauchte Geschichten mag, wird in der Reihe auf seine Kosten kommen. Auch wenn es nicht immer ein Happy End gibt, kann die Mangaka dennoch dafür sorgen, dass der Band von einer besonderen Stimmung durchzogen ist.

Besonders gefallen haben mir durch ihren sehr philosophischen Charakter “Die Eine-Nacht-Brücke” und “Im Käfig”, bei denen ich doch noch lange über die Geschichte und deren tiefere Bedeutung nachgedacht habe. Ich mochte aber auch die tolle Atmosphäre, die in “Vorgetäuschter Frühling” herrscht.

Zu empfehlen ist Mushishi Liebhaber*innen von nachdenklicheren und ruhigeren Geschichten. Auch sollte man sich nicht an einem episodischen Erzählstil stören.

Weitere rezensierte Bände der Serie

Band 1 | Band 2 | Band 3

Andere Meinungen zum Manga

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